Die fünf Ziele des Ökologischen Bauens

52 Maßnahmen gegliedert in  fünf Ziele (35 KB) helfen einfach und schnell Gebäude ökologisch zu optimieren.

Gebäude verbrauchen Grund und Boden, Energie- und Rohstoffe für die Beheizung, für die Produktion und den Transport der Baumaterialien, für den Bau selbst und nicht zuletzt für die Benützung und verursachen dabei Abfälle, Abwasser, Abgase und Lärm. Über 50 Prozent aller umweltrelevanten Belastungen in Österreich werden durch das Bauwesen verursacht.

Derzeit werden die meisten Gebäuden hinsichtlich ihrer Errichtungskosten optimiert. Mehr als 80 Prozent der umwelt- und kostenrelevanten Aufwendungen entstehen jedoch während der Gebäudebenutzung (dem Betrieb, der Wartung, der Instandhaltung,…).

Die ökologischen und kostenrelevanten Gesamtaufwendungen, über die Lebensdauer des Gebäudes betrachtet, können in der Gebäudeplanung entscheidend optimiert werden. Denn Qualität ist eine Frage der Planung, nicht des Geldes. Deshalb ist eine detaillierte Planung, die alle wichtigen Fragen klärt, entscheidend.

Als Werkzeug steht der Gebäudeausweis zur Verfügung, der einfach und schnell die ökologische Gesamtoptimierung des Gebäudes in der Planung sichert.


Die fünf Ziele des ökologischen Bauens sind:
  • Qualität des Standortes
    Ziel: Möglichst geringer Grund- und Flächenbedarf, denn Bauland ist ein begrenztes und daher wertvolles Gut. Der sorgsame Umgang damit ist eine der wesentlichen Komponenten ökologischen Bauens. Eine optimale Nutzung des Grundstücks durch verdichtete Bauweise senkt die Baukosten deutlich. Möglichst geringe Flächenversiegelung schafft gutes MikroklimaBegriffserklärung und Lebensraum für Pflanzen und Tiere.

  • Qualität der Gebäudehülle
    Ziel: Möglichst geringer Wärmebedarf. Dies wird durch sehr gute Wärme­däm­mung erreicht. Auch eine kompakte Gebäudeform spart Betriebskosten und unnötige Ausgaben beim Bauen. Die Devise sollte sein: So groß wie nötig und so kompakt wie möglich bauen – ohne auf Komfort und Lebensqualität zu verzichten.

  • Qualität des Energieträgers
    Ziel: Es sollen möglichst erneuerbare und regionale Energieträger eingesetzt werden. Dadurch werden CO2Begriffserklärung-EmissionenBegriffserklärung reduziert und die Versorgungssicherheit erhöht. Der Einsatz von energieeffizienten Haushaltsgeräten, die solare Warmwasserbereitung, ein effizientes und sehr gut wärmegedämmtes Wärmeverteilsystem und der sparsame Umgang mit Trinkwasser sind ökologisch genauso sinnvoll und reduzieren die Betriebskosten deutlich.

  • Qualität der Materialien
    Ziel: Möglichst geringer sowie erneuerbarer Materialeinsatz. Halogenierte KohlenwasserstoffeBegriffserklärung verstärken den , bei der Verbrennung von PVC entsteht Dioxin, für Tropenholz wird der Regenwald geschlägert, usw. Solche Stoffe haben in ökologischen Bauten nichts verloren, denn längst sind für alle praktischen Bereiche umweltfreundliche Produkte am Markt. Auch die Langlebigkeit der Materialien zu achten, ist ökologisch (z.B. durch geeigneten Witterschutz).

  • Qualität des Innenraumes
    Ziel: Schadstofffreie und gesunde Räume mit hohem Wohnkomfort. Immer mehr Menschen reagieren sensibel auf Schadstoffe, Feuchtigkeit oder elektromagnetische Strahlung. Umweltfreundliche Verputze, Farben, Klebstoffe, Teppiche oder Spanplatten emittieren deutlich weniger Schadstoffe. Naturbelassene Oberflächen aus Holz oder mineralischen Baustoffen regulieren die Feuchtigkeit von Räumen. Gut gedämmte und daher warme Oberflächen werden als besonders angenehm empfunden. Ausreichende Speichermasse verhindert rasche Temperaturschwankungen - was ebenfalls den Wohnkomfort erhöht.
Trotz der hohen Qualität ökologischer Bauten können diese zu denselben Kosten wie normal gebaute Häuser errichtet werden. Zudem rechnen sich viele Investitionen in kurzer Zeit. Die Investition in die Gebäudequalität rentiert sich jedoch allemal, denn diese bestimmt langfristig den Gebäude-Marktwert und die Höhe der Kosten für Betrieb, Wartung, Instandhaltung, usw.

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Energieinstitut Vorarlberg
Letzte Änderung: 14. 10. 2004
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