Insgesamt mehr als 300.000 Menschen leben in den aktuell 45 Vorarlberger e5-Gemeinden. „Diese Gemeinden zählen zu den wichtigsten Partnern und Unterstützern auf dem Weg unseres Landes zur Energieautonomie. Das e5-Programm zeigt, wie die Energiezukunft vor Ort gemeinsam mit den Menschen gestaltet und gelebt werden kann“, betonen Landeshauptmann Markus Wallner und Landesrat Erich Schwärzler.Derzeit laufen in den e5-Gemeinden mehr als 500 konkrete Projekte zur Umsetzung der Energieautonomie. Für den Ausbau dieses erfolgreichen Programms stellt das Land Vorarlberg heuer rund 290.000 Euro zur Verfügung. Damit wird ein weiteres Ziel des Arbeitsübereinkommens der Landesregierung umgesetzt.

Das e5-Programm hat sich in den letzten Jahren als zentrales Programm zur Unterstützung der kommunalen, energiepolitischen Gemeindeentwicklung etabliert. In diesem Sinne sind die e5-Gemeinden auch ein wichtiger Träger des Programms Energieautonomie Vorarlberg. Kaum ein Programm kann auf eine so hohe Multiplikator-Wirkung verweisen. Über 450 Personen arbeiten in den Energieteams der Gemeinden mit. Durch zahllose Projekte, umfangreiche Kommunikation und Aktivitäten mit der Bevölkerung werden sehr viele Menschen erreicht.

Im letzten Jahr sind die Gemeinden Brand und Dalaas eingestiegen, sodass mit Stand Jahresende 2016 nach mehreren Erweiterungsphasen insgesamt 45 Gemeinden mit einer Einwohnerzahl von zusammen knapp mehr als 300.000 vom Energieinstitut Vorarlberg im Rahmen des e5-Landesprogramms betreut werden. Für 2017 ist die Erweiterung um bis zu fünf weitere Gemeinden geplant. Damit bleibt das im Regierungsprogramm 2014-2019 gesteckte ehrgeizige Ziel – die Aufstockung der damals 38 e5-Gemeinden um insgesamt 25 zusätzliche innerhalb der nächsten fünf Jahre – in Reichweite.

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Erfolge der Vergangenheit überzeugen

Aus der bisherigen e5-Programmarbeit und der Arbeit in den e5-Städten und Gemeinden ist bereits eine Vielzahl von sehr erfolgreichen Projekten und Aktionen hervorgegangen. So wurden zum Beispiel durch die e5-PV-Aktion über 500 neue Photovoltaik-Anlagen mit einem Umsatz von über sechs Millionen Euro initiiert. Auch für die e5-Gemeinden zahlt sich die Programmmitgliedschaft aus, das belegen die Daten: Der Stromverbrauch ist gesunken, der durchschnittliche Wärmebedarf sank gar um ca. acht Prozent, die Solarfläche ist um 56 Prozent gestiegen, die Ökostromerzeugung um 58 Prozent und der Ökostrombezug der Bürger konnte gar um 270 Prozent gesteigert werden.

„Diese Beispiele belegen, e5 wirkt! Mit jedem einzelnen umgesetzten Projekt kommen wir unserem Ziel Energieautonomie einen Schritt näher“, so Landeshauptmann Wallner.

e5-Gemeinden im europäischen und im österreichischen Spitzenfeld

Die Arbeit in und mit den e5-Gemeinden kann bereits auf viele nationale und internationale Erfolge verweisen. Bislang sind acht Vorarlberger Gemeinden und eine Region in die höchste europäische Energieeffizienzliga den „European Energy Award® in Gold“ aufgestiegen und gehören zu den Top 100 in Europa, zwei davon sind gar in den Top 10! Das Österreichische Spitzenfeld führt in der Kategorie der Gemeinden Zwischenwasser an, bei den Städten Feldkirch. Der heurige Energy Globe ging dieser Tage wieder an eine e5-Gemeinde – die Marktgemeinde Götzis.

„Das e5-Programm ist eine tragende Säule für die Entwicklung Vorarlbergs zur Modellregion für Energieeffizienz und erneuerbare Energien. Unsere Gemeinden überzeugen laufend durch ihre großartigen Leistungen. In enger Partnerschaft mit dem Energieinstitut Vorarlberg arbeiten sie intensiv für die energieautonome Zukunft unseres Landes“, so Landesrat Schwärzler, zugleich Obmann des Energieinstituts Vorarlberg.

Schwerpunkte, Aufgaben, Ziele, Aktivitäten 2017

Heuer stehen insbesondere die aktive Begleitung der 45 Vorarlberger e5-Gemeinden durch jeweils einen persönlichen e5-Betreuuer, die Aufrechterhaltung des Programmmanagements des e5-Landesprogramms inklusive dem Angebot von Arbeitsinstrumenten, die Durchführung von vorgefertigten Aktionen, Erfahrungsaustausch- und Vernetzungstreffen, Themenforen, Weiterbildungen und Exkursionen sowie die Unterstützung bei der Öffentlichkeitsarbeit im Vordergrund. Der Erfolg der umgesetzten Aktivitäten wird durch das e5-Qualitätsmanagement anhand von Audits und Zertifizierungen messbar gemacht.

Vorortbegleitung der e5-Gemeinden

Jede Gemeinde des e5-Programms durchläuft einen ständigen Prozess der energiepolitischen Qualitätssicherung beginnend bei der Jahresplanung über die Projektumsetzung bis zum jährlichen internen Gesamtaudit. So wird sichergestellt, dass von der Projektidee bis zur Umsetzung und Realisierung der Klimaschutz-Maßnahmen der Nutzen für die Bürger, aber auch für die Energieautonomie Vorarlberg im Vordergrund steht.  Im Jahr 2017 werden darüber hinaus 13 Gemeinden extern auditiert, vier davon – die Gemeinden mit bereits fünf „e“ – auf höchstem internationalem Niveau.

Weiterbildungs- und Vernetzungsangebote

Für das Jahr 2017 sind fünf e5-Vorort-Kurzexkursionen, zwei e5-Themenforen, vier Hauswarteschulungen, eine zweitägige e5-Energieexkursion, zwei e5-Gemeinde-Plattformsitzungen, zwei regionale e5-Netzwerktreffen und ein nationales Beratertreffen geplant. Außerdem wird ein Workshop zum landesweiten e5-Energiebenchmarking angeboten.

Arbeitsinstrumente und spezifische Begleitprogramme

Für das Jahr 2017 werden individuellen Energiestrategie-Workshops und Energieleitbildentwicklungen zur Anpassung der jeweiligen Gemeindestrategie an die EAV2050 angeboten. Weitere Angebote sind spezielle Beratungsaktionen für Feuerwehrhäuser,  Turn- und Sporthallen und Nutzerschulungen in Gemeindeämtern und Kindergärten. Weiter die Unterstützung bei der Umsetzung von gemeindeeigenen Vorhaben wie z.B. von Lichtkonzepten, die Begleitung von Bürgerkraftwerken und die Umsetzung von Beteiligungsmodellen. Es wird außerdem eine individuell gestaltbare Bauherrnmappe, eine Aktualisierung der kommunalen Energiebilanzen und der gemeindespezifischen Energieindikatoren angeboten.

Bürgeraktivierung und Öffentlichkeitsarbeit

Das Jahresprogramm 2017 beinhaltet u.a. die Erweiterung des Kataloges von Energiespartipps für die Öffentlichkeitsarbeit mit Bürgern, den Aufbau einer Inserate- und einer Produkte-Datenbank, die Erstellung eines gemeindespezifischen e5-Pressspiegels, die Vorbereitung und Durchführung von Bürgeraktionen zur Photovoltaik und einen Solaranlagencheck, die Aussendung eines regelmäßigen e5-Newsletters, die Vorbereitung des e5-Jahresevent mit der Auszeichnung der heuer erfolgreich zertifizierten Gemeinden.

Bürger-Aktionen

Im Jahresplan 2017 enthalten sind Angebote für Begleitaktionen zur Umweltwoche sowie zur Vorarlberger Mobilwoche, die Durchführung von Stromspar- und Energiemeisterschaften nach Bedarf, die Initiierung von Bürgervorträgen und e-Mobilitätsveranstaltungen, ein Pilotversuch zu einem Unternehmerfrühstück in Gemeinden sowie die Unterstützung für weitere Bürgeraktionen der Fachbereiche des Energieinstituts Vorarlberg.

Weiterentwicklung des e5-Programms

Teil des Jahresprogramms 2017 ist die Initiierung und Begleitung von Pilotprojekten und Aufbereitung für alle Gemeinden, die Einbringung und Vertretung der Vorarlberger Interessen bei der österreichweiten und der europäischen Programmweiterentwicklung sowie die Weiterentwicklung der bestehenden Tools.

Sonderzielsetzung „Aufnahme neuer Gemeinden“

Eine außerordentliche Zielsetzung 2017 ist der forcierte Ausbau des e5-Landesprogramms um maximal weitere fünf Gemeinden entsprechend dem Regierungsprogramm 2014-2019. Konkrete Beitrittsgespräche werden bereits u.a. mit den Gemeinden Röthis und St. Anton im Montafon geführt.

Zahlen und Fakten zum e5-Programm

Die Projektleitung in Vorarlberg erfolgt durch das Energieinstitut Vorarlberg (EIV), Bereich Gemeinden und Energieregionen (www.e5-Vorarlberg.at). Programmleiter ist Karl-Heinz Kaspar.

1.397 e5-Gemeinden in Europa, davon
192 e5-Gemeinden in Österreich, davon
45 e5-Gemeinden in Vorarlberg, die vom Energieinstitut beraten und begleitet werden
2015 eingestiegen: Göfis, Hohenems, Mittelberg, Sulz, Vandans
2016 eingestiegen: Brand, Dalaas
8 e5-Gemeinden und 1 Region sind in der Königsklasse von „5e“ und sind mit der höchsten europäischen Auszeichnung (European Energy Award) ausgezeichnet worden (Dornbirn, Feldkirch, Götzis, Hittisau, Langenegg, Mäder, Wolfurt, Zwischenwasser, Energieregion Biosphärenpark Großes Walsertal)
80% der Vorarlberger Bevölkerung (303.814 Einwohnerinnen/Einwohner) leben in e5-Städten und Gemeinden
458 e5-Teammitglieder sind im e5-Netzwerk der Gemeinden integriert
2.890 Stunden direkte Vorort-Beratung wurden 2016 geleistet
41 Weiterbildungen und Workshops  wurden den e5-Gemeinden 2016 angeboten
125 „e“ konnten bisher an die Vorarlberger Gemeinden vergeben werden (2016)
ca. 500 größere Projekte jährlich werden in den e5-Gemeinden mit Blickrichtung Energieautonomie 2050 initiiert und umgesetzt
500 PV-Anlagen sind aus der PV-Aktion des e5-Programms hervorgegangen
900 Solaranlagen wurden 2016 beim Solaranlagencheck überprüft
1000 Solaranlagen wurden durch die e5-Solaraktion generiert
58 Gemeinden benutzen den Energiebericht Online in Vorarlberg
15% Strom und Wärmeeinsparung brachten die bisherigen Nutzerschulungen
1.600 Gemeindegebäude werden jährlich im Energiebenchmark verglichen
513 Presseartikel zählt der e5-Pressespiegel

Trotz des Bevölkerungswachstums um zwei Prozent konnten die e5-Gemeinden ihren Energieverbrauch reduzieren:

-15,0% geringerer Strombedarf pro Einwohner in e5-Gemeinden
-7,7% Reduktion des Wärmeverbrauch für die kommunalen Gebäude in e5-Gemeinden
-6,0% Reduktion des Gasverbrauchs auf dem e5-Gemeindegebiet
-2,4% Reduktion beim Strom für kommunale Gebäuden in e5-Gemeinden (- 1,6 GWh)
+5,0% Anteilsteigerung der erneuerbarer Energieträger in e5-Gemeinden (von 33 auf 38%)
+56,0% Steigerung der Solarfläche in e5-Gemeinden (+ 0,25 m² auf 0,70 m²/Einwohner).
+58,0% gesteigerte Ökostrom-Erzeugung pro Einwohner in e5-Gemeinden
+271,0% gesteigerter Ökostrombezug pro Einwohner in e5-Gemeinden
+37,0% höherer Ökostromanteil pro Einwohner in e5-Gemeinden
+40,0% gesteigerter ÖPNV-Jahreskarten-Verkauf pro Einwohner in e5-Gemeinden

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Karl-Heinz Kaspar (Programmleiter e5), LH Markus Wallner, LR Erich Schwärzler, Christian Vögel (Land Vorarlberg)

 

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