Carsharing boomt: in den großen Städten Europas ist die Vielfalt an Angeboten und die Zahl an „geteilten Autos“ stetig im Wachsen begriffen. Etwas schwieriger gestaltet sich die Situation im dünner besiedelten ländlichen Raum. Doch auch hier gibt es erfolgreiche Angebote und Projekte.

Nachdem lange Jahre vorwiegend stationsgebundene Car-Sharing-Angebote wie Mobility, Zip-Car oder Stadt-Auto die Car-Sharing-Landschaft dominiert haben, ist mit dem Erscheinen von sogenannten free-floating-Angeboten wie Car2Go oder DriveNow Bewegung in das Angebot gekommen.

Allerdings konzentrieren sich diese Angebote vorwiegend auf große Städte und städtische Großregionen. Im ländlichen Raum haben klassische Carsharing-Angebote hingegen eher mit wirtschaftlichen Schwierigkeiten zu kämpfen.

Dass Carsharing im ländlichen Raum trotzdem funktioniert, beweisen verschiedene Praxisbeispiele sowohl in Deutschland (z. B. Teilauto Tonndorf) als auch in Österreich (z. B. Carsharing Henndorf, Gaubitz, …). Diese Beispiele zeigen jedoch auch: Carsharing im ländlichen Raum ist kein Selbstläufer, und es gibt kein universell passendes Geschäftsmodell, sondern viele verschiedene, jeweils lokal angepasste Varianten.

ELISA: Erfolgsfaktoren für Carsharing im ländlichen Raum

Im Rahmen des Forschungsprojekts ELISA wurden unter anderem zentrale Erfolgsfaktoren identifiziert, die Gemeinden beachten sollten, die an der Etablierung eines Carsharing-Autos in ihrer Gemeinde interessiert sind.

  • Aus den durchgeführten Wirtschaftlichkeitsberechnungen lässt sich ableiten, dass in Landgemeinden für einen privatwirtschaftlich agierenden Car-Sharing-Anbieter eine Art Auslastungsgarantie oder finanzielle Grundabsicherung erforderlich ist. Um die Kosten für diese Absicherung gering halten zu können und attraktive Tarife für die Nutzenden anbieten zu können, sollte das Carsharing-Angebot in solchen Gemeinden von vornherein als „Social Business“ konzipiert und kommuniziert werden. Das bedeutet, dass die Bewerbung und Betreuung des Angebots durch die Standortgemeinde bzw. einen entsprechenden lokalen Trägerverein erfolgen sollte.
  •  Carsharing-Anbieter sollten sich vor diesem Hintergrund als „Ermöglicher“ und „Anbieter von Systemlösungen“ positionieren. Sie sollten im Sinne von „Hilfe zur Selbstorganisation“, Hilfestellung bei der Etablierung eines neuen Mobilitätsangebots anbieten. Sie müssen vermeiden, dass Gemeinden bzw. andere Trägerorganisationen in eine Konsumentenhaltung verfallen und sicherstellen, dass diese sich als Systempartner verstehen, die sich auch aktiv um die Bewerbung „ihres“ Carsharing-Angebots kümmern.
  •  Um für die potentiellen Nutzergruppen ein attraktives Angebot bieten zu können, müssen neben moderaten Tarifen auch ein transparentes Organisationsmodell und ein hohes Sicherheitsgefühlt, wie beispielsweise: garantierter Pannendienst, Kaskoversicherung, Hotline etc., vermittelt werden.

Angebot aus Vorarlberg: Caruso-Carsharing

Nach dem weitgehenden Rückzug von ZIP-Car aus Vorarlberg, bietet derzeit nur das Vorarlberger Unternehmen Caruso Casharing professionelle Serviceleistungen zum Aufbau eines Carsharing-Angebots an.