Die Fassade bestimmt mit der Gebäudeform das äußere Erscheinungsbild eines Gebäudes. Sie erfüllt damit entscheidende technische Aufgaben und ist zugleich ein Beitrag zum Ortsbild und Umfeld.

Architektonisch gut gestaltete Gebäude reagieren auf ihre Umgebung, deren Hintergründe und Geschichte. Mittels Form, Proportion, Struktur und Material findet die Architektin oder der Architekt eine gestalterische Antwort auf den Ort. Darüber hinaus sind Bauvorschriften, technische Standards, Vorgaben der Bauenden und nicht zuletzt auch ökologische und ökonomische Notwendigkeiten einzuhalten.

Langlebig, wartungsarm und schön

Die Entscheidung zu einer Schindelfassade, einer Putz-Fassade oder einer Steinverkleidung bedeutet unterschiedliche Kosten der Herstellung, der Wartung, eine andere Lebensdauer und vor allem ein unterschiedliches Erscheinungsbild. Hinter jeder Fassade verbergen sich mehrere Materialschichten, die Aufgaben wie Standfestigkeit, Witterungsbeständigkeit, Wärmedämmung, Wärmespeicherung, Luftdichtigkeit, Schallschutz, Brandschutz, usw. erfüllen müssen.

Fassaden altern – manche langsamer, manche schneller – und nicht alle „können“ altern. Alterungsfähige Materialien verwittern kontrolliert, entwickeln eine ansehnliche Patina und bleiben funktionstauglich. Wir finden dies bei Kupfer, Corten-Stahl oder bei unbehandelten Holzfassaden aus Tanne, Fichte, Lärche udgl., die je nach Aus- richtung und Überdachung silbergrau bis sonnenverbrannt werden.

Mit grünem Wind- und Wetterschutz

Die begrünte Fassade schützt vor Wind und Wetter, beschattet die Fassade im Sommer, schafft ein gutes Mikroklima, schützt vor schädlichen Auswirkungen der ultravioletten Strahlung, dient kleineren Lebewesen als Lebensraum und sorgt vielfach für Abwechslung im Erscheinungsbild des Gebäudes.

Die Pflanzenauswahl sollte auf die Gegebenheiten der Fassade und auf die Fassadenorientierung abgestimmt werden. Durch die Fassadenbegrünung kann jedoch die Wärmedämmung eines Hauses nicht verbessert oder gar ersetzt werden.

Langlebig, wartungsarm und schön soll eine Fassade sein.

Langlebig, wartungsarm und schön soll eine Fassade sein.

Umsetzung

Fassadeaufbau

Jeder Fassadenaufbau hat seine spezifischen Vor- und Nachteile. Architekten sind in der Lage, diese aufzuzeigen und die folgenden Fragen kritisch zu beleuchten:

  • Wie lang ist die zu erwartende Lebensdauer und wie kann sie verlängert werden (z. B. Vordach, Spritzwasserschutz, etc.)? 
  • Kann die Fassade einfach erneuert werden?
  • Welches sind die schadensanfälligen Fassadenteile (z. B. Fugen, Klebungen, etc.)?
  • Jedes Gebäude bedarf je nach Material, Exponiertheit etc. der Pflege und Wartung. Erstellen Sie deshalb mit dem Fachmann einen Wartungsplan. Folgende Fragen sind dabei hilfreich.
  • Welche Bauteile sind wann zu kontrollieren und zu warten?
  • Welche mechanisch beanspruchten Teile müssen wann gewartet bzw. erneuert werden?
  • Beobachten Sie regelmäßig kritische Stellen am Gebäude, um das Eindringen von Wasser oder Feuchtigkeit in die Konstruktion zu verhindern.

Fassadenbegrünung

Der Einsatz von Fassadenbegrünung ist im Zuge des Klimawandels sinnvoll. Sie kann den Bedarf an Gebäudeklimatisierung reduzieren, den Wasserrückhalt und den Schallschutz verbessern, CO2 in Substraten und Pflanzen binden und zum Erhalt der Artenvielfalt beitragen.

Vor allem im städtischen Bereich müssen zukünftige Klimaszenarien und deren Auswirkungen berücksichtigt werden. Pflanzen, die sich für Fassadenbegrünung eignen, können in Selbstklimmer und die Gerüstkletterer eingeteilt werden.

Eine begrünte Fassade dient im Sommer als Klimaanlage.

Eine begrünte Fassade dient im Sommer als Klimaanlage.

Selbstklimmer

wie Efeu (immergrün, Wuchshöhe 5 bis 20 m) oder die wilde Rebe (Wuchshöhe 8 bis 15 m) halten sich an Unebenheiten der Fassade fest. Besonders guten Halt bieten dabei Risse oder beschädigte Fassadenstellen. Daher sollten sie nur an intakten Fassadenoberflächen gepflanzt werden. Auch bei vorgehängten Fassadenverkleidungen ist die Gefahr des Einwachsens zu beachten.

Gerüstkletterer

werden, aufgrund der verschiedenen Arten sich festzuhalten, folgendermaßen eingeteilt

  • Winder (z. B. Bauwürger, Pfeifenwinde, Glyzinie)
  • Ranker (z. B. Alpenwaldrebe, Gemeine Waldrebe, Weinrebe)
  • Spreizklimmer wie die Kletterrose müssen regelmäßig am Klettergerüst (oder Kletterdraht) festgebunden werden.

Die Kletterhilfen sollten dauerhaft und stabil konstruiert sein, da Fassadenpflanzen zum Teil sehr alt werden können. Sie müssen auch auf die Kletterart der Pflanze abgestimmt werden. Schlingende, windende Arten wie Glyzinien, Geissblattarten, Pfeifenwinde, Knöterich brauchen senkrechte Kletterhilfen (Drähte oder Stangen im Abstand von 30 cm bis 100 cm).

Rankende Arten, wie fünfblättriger Wilder Wein, Weinrebe und Waldrebenarten, halten sich mit den Blattstielen oder Seitensprossen fest. Fassadenbegrünungen erfordern regelmäßige Pflege. Gewisse Sorten wie Efeu sollten jährlich nachgeschnitten werden. Kletterhilfen sind empfehlenswert, da die Fassade für mögliche Wartungsarbeiten besser zugänglich bleibt.

Info und Beratung 

Produktneutrale Baumaterialberatung

www.energieinstitut.at/baumaterialberatung

Leitfaden Fassadenbegrünung

www.umweltberatung.at/leitfaden-fassadenbegruenung

Siehe auch

Dachbegrünung, Grundstück und Standort, Holzschutz, Lebensdauer, Wärmedämmung