Im Rahmen des Monitorings wurden zehn Luft-Wärmepumpen in Vorarlberg in Einfamilienhäusern über einen Zeitraum von mindestens zwei Jahren messtechnisch erfasst. Die Effizienz dieser Anlagen ist sehr stark abhängig von der Systemwahl, der Regeltechnik und der Qualität der verwendeten Komponenten. Die Kombination mit Solarthermie oder ein hoher Warmwasseranteil verringert die Jahresarbeitszahl maßgeblich.

Luftwärmepumpen erfreuen sich in Vorarlberg immer größerer Beliebtheit. Sowohl im Neubau als auch bei Heizungssanierungen steigt der Anteil kontinuierlich an.

Ökologischer Nutzen

Der ökologische Nutzen einer Wärmepumpe hängt, neben dem Aufbringungsmix des eingesetzten Stroms, von der Effizienz der Wärmepumpe ab. Im Rahmen dieses Messprogramms wurde ausschließlich die Effizienz der Anlagen, ausgedrückt durch die Jahresarbeitszahl, (JAZ) erfasst. Der eingesetzte Strom wurde nicht bewertet.
Es wurden möglichst unterschiedliche Systeme an verschiedenen klimatischen Standorten vermessen. Vier im unsanierten Altbau, sechs im energieeffizienten Neubau. Sechs Anlagen sind mit Solarthermie ausgestattet. Sie sind in den gängigen Ausführungen aufgestellt, als Innen-, Außen- und Splitgeräte.

Auswertung

Die ausgewerteten Jahresarbeitszahlen aller Anlagen nebeneinander betrachtet ergeben ein sehr heterogenes Bild. Die Jahresarbeitszahlen liegen im Bereich von 2,1 bis 3,9. Der Mittelwert über alle Anlagen liegt bei 3,0. Im Vergleich der gemessenen Jahresarbeitszahlen zu den gerechneten mittels Berechnungstool „JAZcalc“ ergibt sich eine sehr gute Korrelation. Die mittlere Abweichung der gemessenen JAZ Werte zu den berechneten JAZ Werten beträgt 0,1.

Erkenntnisse

Die wichtigen Erkenntnisse aus dem Monitoring ergeben sich, in dem die verschiedenen Anlagen gegenübergestellt werden. Wobei darauf hingewiesen wird, dass die Menge von 10 Luftwärmepumpenanlagen keine statistisch relevante Anzahl ist, um daraus eindeutig auf alle installierten Luftwärmepumpen in Vorarlberg schließen zu können.Was sicher gesagt werden kann ist, dass die Effizienz von Luftwärmepumpensystemen sehr stark abhängig ist von der Systemkombination (Speichereinbindung und Solaranlage), der Regeltechnik und der Qualität der verwendeten Komponenten (Speicher). Die Kombination mit Solarthermie oder ein hoher Warmwasseranteil verringert die Jahresarbeitszahl maßgeblich.

Letztendlich darf man beim Fokus auf die Jahresarbeitszahl nicht den Blick auf das gesamte System und die erzielte Ökobilanz der Wärmeversorgung vergessen. In einem energieeffizienten Gebäude benötigt eine eher schlechte Wärmepumpenanlage trotzdem weniger Primärenergie und verursacht weniger CO2 als eine sehr gute Wärmepumpenanlage in einem Gebäude mit hohem Heizwärmebedarf.

Fazit: Die ausgewerteten Jahresarbeitszahlen aller Anlagen liegen im Bereich von 2,1 bis 3,9. Der Mittelwert über alle Anlagen liegt bei 3,0.
Die Systemwahl hat bei diesen 10 Anlagen einen stärkeren Einfluss auf die Jahresarbeitszahl als die Gebäudequalität (HWB).

 

Zuletzt aktualisiert am 7. August 2018