Bei der neuen „Schule am See“ in Hard wurde beim Gebäude wie auch im Außenbereich besonders auf die Umwelt geachtet – auf dem Areal wurden zahlreiche Bäume angepflanzt und eine eigene Baumschule errichtet. Umwelt- und Klimaschutz werden den Schülerinnen und Schülern auf eine positive und lebendige Art vermittelt und sie erhalten einen Bezug zur Natur und zur Herkunft unserer Lebensmittel. Ein schönes und nachahmenswertes Projekt, für welches die Marktgemeinde im Herbst 2017 als „Energieautonomiegemeinde 2018“ ausgezeichnet wurde.

Im Zuge der Errichtung der Schule am See wurden im Frühjahr 2018 rund um die Schule 56 Bäume ausgesetzt. Die Apfelbäume, Eschen, Vogelkirschen, Nussbäume und Weiden werten das Schulgelände optisch auf und erhöhen die Aufenthaltsqualität. Darüber hinaus speichern die Bäume CO2, dienen als Nahrungsquelle für Insekten und bilden im Sommer eine willkommene Kühlinsel.

Eine Baumschule macht Schule

Ein weiterer Kern des Projektes ist die neu angelegte Baumschule. Rund 50 Bäume wurden dort von Schülerinnen und Schülern der Volks- und Mittelschule Hard im Oktober 2018 veredelt und angepflanzt. Unterstützt wurden sie dabei von den Obst- und Gartenbauvereinen aus Wolfurt und Hard.

Die Kinder der Schule kümmern sich nun um Aufzucht und Pflege der Bäume. Dabei werden sie weiterhin von externen Fachexperten sowie dem Lehrpersonal begleitet. Sobald die Bäume groß genug sind werden auch sie auf dem Schulareal sowie dem Harder Ortsgebiet ausgepflanzt werden.

Das Bild zeigt eine große Kindergruppe mit Schaufeln, Eimern und Gießkannen. Die Kinder heben ihre Hände und haben sichtlich Freude beim Anlegen der Baumschule an der neuen Schule am See.

Bewaffnet mit Gießkannen und Spaten machten sich die Schülerinnen und Schüler ans Werk und plfanzten 50 Bäume für die neue Baumschule.  Foto: Marktgemeinde Hard

Pädagogisches Begleitprogramm

Die praktische Arbeit in der Baumschule wird durch theoretisches Wissen im Unterricht ergänzt. Mehrere Klassen haben 2018 sogar einen Jahresschwerpunkt „Bäume“ gesetzt und erfuhren warum Bäume so wichtig für die Ökosysteme sind und wie sie zum Klimaschutz beitragen. Die Kinder lernten aber auch die Vielfalt an Apfelsorten kennen und entdeckten wie einzigartig jede davon in Geschmack und Aussehen ist. Schon früh wird den Heranwachsenden dadurch vermittelt, wie wichtig es ist alte Obstsorten zu erhalten.

Einbindung der Bevölkerung

Über Vorträge, Ausflüge und Kurse sollte auch die Harder Bevölkerung in das Projekt eingebunden und das Bewusstsein für die Wichtigkeit von Bäumen gestärkt werden. Angeboten wurde der Kochkurs „Alles vom Baum“, ein Fahrradausflug inklusive Fachführung zur Baumschule Decker in Fußach und der Vortrag „Bäume auf die Dächer, Wälder in die Stadt!“ von Conrad Amber.

Die „Ackerdemie“ entsteht

Neben der Baumschule ist mittlerweile ein gesamter Schulgarten, die sogenannte „Ackerdemie“, im Entstehen. Hierfür legten die Kinder im Frühjahr 2019 einen Beerengarten sowie einen Kartoffelacker an und bauten Hochbeete für den Gemüseanbau. Die Köstlichkeiten aus dem Schulgarten werden in der eigenen Schulküche verarbeitet — auch hier sind die Kinder miteingebunden und helfen abwechselnd beim Zubereiten des Mittagessens mit.

„Unser „Schul-Bum“ ist angelegt, ein weiterer wichtiger Schritt der Praxisarbeit ist unsere „Ackerdemie“. Die praktische Arbeit im Garten und das theoretische Wissen über z.B. CO2-Bindung, Regionalität und Nachhaltigkeit sind uns in der täglichen Arbeit sehr wichtig.“
Christian Grabher (Direktor Mittelschule am See)

Offiziell endete das Projekt im Frühjahr 2019 mit einem großen Abschlussfest inklusive der Ausstellung „Kunst am Baum“, bei der sich die künstlerischen Exponate der Schülerinnen und Schüler und die Bäume des Schulgartens wechselwirkend in Szene setzten. Die Baumschule und der Schulgarten sind jedoch bereits im Schulalltag fix verankert und der Fortbestand somit für die Zukunft gesichert.