Das A & O des Radfahrens: Gute Radabstellanlagen!

Anzahl und Qualität der Stellplätze müssen stimmen, will man attraktive Voraussetzungen fürs Radfahren schaffen.

Gut geparkt ist halb geradelt! 

Auf den Anfang kommt es an: Muss mann sein Fahrrad jeden Morgen erst mühsam aus einem Metallknäuel befreien, mit einem Handtuch trockenreiben oder aus einem schwer zugänglichen Fahrradkeller schleppen, wird man sich fürs bequem erreichbare Auto entscheiden. Und damit ist auch schon festgelegt, dass man die restlichen Wege des Tages mit dem Auto zurücklegt.

Ebenso wichtig ist ein attraktiver Fahrradstellplatz am Zielpunkt: Muss man damit rechnen keinen ordentlichen Stellplatz zu finden, hat das Fahrrad schlechte Karten in der Verkehrsmittelwahl.

Die Planung von Fahrrad-Abstellanlagen sollte sich stets an folgende Kriterien orientieren:

  • Erreichbarkeit: direkt bei Start-/Zielort, behinderungsfrei und fahrend erreichbar
  • Größe: genügend Platz fürs Ein- und Ausparken, ausreichende Anzahl an Stellplätzen
  • Komfort: stabile Fahrradständer, gute Beleuchtung, Witterungsschutz 
  • Sicherheit: Schutz vor Diebstahl und Vandalismus

Die konkrete Ausgestaltung ist dabei stark von der jeweiligen Nutzung abhängig, beispielsweise müssen im Wohnbau anderen Anforderungen erfüllt werden, als. bei temporären Großveranstaltungen.

Fahrradparken im verdichteten Wohnraum

Um Planern und Entscheidungsträgern eine praxisnahe Orientierungshilfe zu bieten, hat das Energieinstitut Vorarlberg in Kooperation mit dem Land Vorarlberg und gemeinsam mit den Verkehrsplanern Besch & Partner sowie dem Büro kairos den Leitfaden “Fahrradparkierung im verdichteten Wohnraum“ entwickelt. Auf 12 Seiten wird kompakte Information vermittelt:

  • Wie viele Stellplätze braucht es jene nach Größe einer Wohnanlage?
  • Wie viele Besucherplätze sollten eingeplant werden?
  • Welche Rampenneigungen und Kurvenradien sind einzuplanen?
  • Welche Fahrradständer bieten Komfort und welche sind ungeeignet?
  • Wo soll eine Abstellanlage situiert werden?
  • Wie kann E-Bike-Laden in gemeinschaftlichen Fahrradräumen organisiert werden?

Der Leitfaden beinhaltet eine Checkliste mit empfohlenen Mindeststandards sowie Kriterien für besonders radfreundliche Wohnanlagen und kann im Downloadbereich heruntergeladen werden.  

Weitere Planungshilfen für Architekt*innen und Bauämter

Der Kanton St. Gallen hat – basierend auf dem Handbuch Veloparken – sehr fundierte Merkblätter zur Planung von Radabstellanlagen bei weiteren Anwendungsfällen wie Schulen, Gewerbegebäude, Einkaufszentren oder Bushaltestellen erstellt, die hier (unten links) heruntergeladen werden können.

Ökobeschaffungs-Service beschafft Radabstellanlagen

Um Gemeinden die Beschaffung von Radabstellanlagen zu erleichtern, wurden in einem Gemeinschaftsprojekt von Umweltverband, Energieinstitut, dem Architekturbüro Ritsch und Vertretern der Gemeinden, qualitativ hochwertige Fahrradüberdachungen entwickelt und Fahrradständer ausgesucht. Diese Radabstellanlagen-Komponenten können von Gemeinden und öffentlichen Einrichtungen einfach und unkompliziert beim Ökobeschaffungsservice des Gemeindeverbands bezogen werden.

Bund und Land fördern die Errichtung von Radabstellanlagen!
Der Bund und das Land Vorarlberg gewähren teilweise großzügige Förderungen für die Errichtung von qualitativ hochwertigen Fahrradabstellanlagen.
Wenn Sie über die Errichtung einer Radabstellanlage nachdenken, sollten sie sich frühzeitig – beispielsweise beim Energieinstitut – über die entsprechenden Fördermöglichkeiten erkundigen!

Zuletzt aktualisiert am 25. November 2020