Energiesparen lohnt sich für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in der e5-Gemeinde Götzis besonders. Denn über einen Teil der Kosteneinsparung können die Nutzer*innen der gemeindeeigenen Gebäude frei verfügen.

Die Marktgemeinde Götzis hat sich über das Projekt „energie.bewusst.götzis“ ambitionierte Ziele gesetzt: Auf dem gesamten Gemeindegebiet (inkl. Privathaushalte und Betriebe) soll der Verbrauch an Strom, Energie und Wasser jährlich um 1% gesenkt werden.

Die Gemeinde suchte dabei auch nach Möglichkeiten, das Bewusstsein fürs Energiesparen direkt in die gemeindeeigenen Gebäude zu tragen. Daraus entstand die Idee für das „Energiespar-Bonus-Modell“ welches 2012 durch die Gemeindevertretung beschlossen wurde und seit 2015 angewendet wird.

Das ist das „Energiespar-Bonus-Modell“

Die Nutzer*innen von gemeindeeigenen Gebäuden versuchen, möglichst viel an Strom, Energie und Wärmeenergie einzusparen. Wie viel das ist, zeigt sich bei der jährlichen Abrechnung, wo der Jahresverbrauch mit dem Durchschnittsverbrauch der letzten drei Jahre verglichen wird. Die Gemeinde belohnt die Gebäudenutzer*innen bei Minderverbrauch mit einem Bonus.

Eine Frau ließt den Energieverbrauch an einem Zähler ab und freut sich sichtlich über die Einerzielten Einsparungen.

Durch das “Energiespar-Bonus-Modell” in der e5-Gemeinde Götzis wurde der Verbrauch an Strom, Wärme und Wasser in den kommunalen Gebäuden deutlich gesenkt. (Foto: Markus Gmeiner)

Verteilung nach dem Prinzip 30-30-40

Der Bonus wird dabei nach folgendem Schema verteilt: 40 % stehen dem Gebäudepersonal zur Investition in weitere Energiesparprodukte zur Verfügung – wie etwa LED-Lampen oder Zeitschaltuhren, 30 % der Einsparungen bleiben bei der Gemeinde und weitere 30% gehen direkt an die Gebäudenutzer*innen zur freien Verwendung. Damit unternimmt das Personal beispielsweise einen Ausflug, geht gemeinsam ins Restaurant oder kauft sich eine Frühstücksjause.

Motivation für die eigenen vier Wände

Das Modell wird bereits an allen Schulen, Kindergärten, dem Feuerwehrhaus sowie dem Bauhof angewendet. Durch den Bonus wird den Gebäudenutzer*innen bewusst, dass Energiesparen durch einfache Nutzungsveränderungen gelingen kann und auch deutliche finanzielle Einsparungen mit sich bringt.

Dies motiviert wiederrum, auch in den eigenen vier Wänden sorgfältig mit Energie und Ressourcen umzugehen – die Gebäudenutzer*innen tragen ihr geändertes Nutzungsverhalten quasi mit nach Hause und binden ihre Familienmitglieder mit ein.

Das Bild zeigt ein Feuerwehrhaus mit einer großen Photovoltaikanlage auf dem Dach. Vor dem Gebäude steht ein Feuerwehrauto und mehrere Personen.

Auch die Nutzer*innen des Feuerwehrhauses in Götzis profitieren vom “Energiespar-Bonus-Modell”. (Foto: Markus Gmeiner)

Umfangreiche Energiesparmaßnahmen

Das gesamte Projekt „energie.bewusst.götzis“ umfasst zahlreiche weitere Maßnahmen. So wurde beispielsweise in den Kindergärten das Jahresprojekt „Ein Königreich für die Zukunft“ umgesetzt.

In den kommunalen Gebäuden werden zudem laufend energieeinsparende Aktivitäten umgesetzt, wie etwa Nutzer*innenschulungen, Umwälzpumpentausche und LED-Umrüstungen. Die daraus resultierenden Energieeinsparungen werden aus dem „Energiespar-Bonus-Modell“ rausgerechnet, denn das Modell soll rein die Einsparungen durch das geänderte Nutzungsverhalten abbilden.

Auch dadurch wird es von Jahr zu Jahr anspruchsvoller die Verbräuche zu senken. Dennoch zeigen die Zahlen, dass bisher jedes Jahr deutliche Einsparungen erreicht werden konnten und das Modell die erhoffte Wirkung erzielt.

„Durch das „Eneriespar-Bonus-Modell“ wurden die Gemeindemitarbeiter*innen zum Energiesparen motiviert. Die Freude am Energiesparen tragen sie zudem mit nach Hause, wodurch der Verbrauch auf dem ganzen Gemeindegebiet nochmals gesenkt wird.“

 

Isabella Schnetzer, Energiebeauftrage der e5-Marktgemeinde Götzis