Seit vielen Jahren setzt die Marktgemeinde Rankweil auf Naturnähe im Gemeindegebiet und zeigt wie durch gezielte Maßnahmen die Artenvielfalt erhöht werden kann.

Naturschutz wurde bereits 1999 im Grünordnungsplan und 2017 im Raumentwicklungskonzept der Gemeinde aufgenommen. Mit dem Naturschutzleitbild wurden zudem die wichtigsten Ziele sowie zahlreiche Maßnahmen und Vorgehensweisen definiert — darunter auch die naturnahe Begrünung im Gemeindegebiet.

Naturnahe Begrünung von öffentlichen Flächen

Der Gemeinde war von Anfang wichtig, eine Vorbildfunktion für die Bevölkerung zu übernehmen. In Kooperation mit „Naturvielfalt in der Gemeinde“ wurden daher seit 2011 zahlreiche öffentliche Wegbegrenzungen, Verkehrsinseln und Grünflächen im Gemeindegebiet mit einheimischen Pflanzen naturnah begrünt. Typische Arten der Magerwiesengesellschaft eignen sich hierfür besonders gut und bieten einen wichtigen Lebensraum für Insekten und Spinnen. Das Konzept zur naturnahen Begrünung wurde zusammen mit Dr. Reinhard Witt und Dipl. Ing. (FH) Fritz Hilgenstock entwickelt. Die Arbeit zeigt bereits erste Früchte: der Zoologe Dr. Timo Kopf konnte bei einem Monitoring auf den Flächen mehr als 100 Wildbienenarten belegen — ein immenser Anstieg der Artenvielfalt.

Einbindung der Bevölkerung und Bewusstseinsbildung

Auch die Rankweiler Bürger und Bürgerinnen sind aufgerufen ihre Gärten in Naturparadiese zu verwandeln. Dafür werden seit 2008 als Teil der Veranstaltungsreihe natuRankweil regelmäßig Informationsveranstaltungen, Exkursionen und Infomaterial zur Gestaltung und Schaffung von naturnahen Gärten angeboten. Dabei erfahren Interessierte, wie man den Boden vorbereitet, die Samen richtig ausbringt und den Garten später pflegt und hegt. Die einheimischen und standortgerechten Pflanzen werten die Gärten sichtbar auf und bieten weiteren Lebensraum für zahlreiche Tierarten. Eine schöne alternative zum englischen Garten.

Schutz der Streuewiesen im Weitried

Die artenreichen Wiesen im Weitried sind besonders schön anzusehen und bilden dabei eine wichtige Nahrungsquelle für Insekten, Bienen und Vögel. Um deren Erhalt für die Zukunft zu sichern, wurde das „Vernetzungsprojekt Weitried“ ins Leben gerufen. Hierfür konnten drei Rankweiler Landwirte gewonnen werden, welche naturnahe Blühstreifen als Pufferstreifen entlang von Streuewiesen zum Schutz vor Randeinträgen sowie Blühstreifen zur Vernetzung der Streuewiesen angelegt haben. Die Marktgemeinde unterstützte dabei durch Fachwissen und der Anschaffung des Saatgutes für die Blühwiesen. Als weitere Schutzmaßnahme wird die eingeschleppte und invasive Goldrute regelmäßig aus dem Weitried entfernt.

Trockensteinmauern — eine Herberge für Wildbienen

Der Erhalt und die Neuerrichtung von Natursteinmauern ist ebenfalls im Naturschutzleitbild der Gemeinde enthalten. 2018 wurde daher ein „Trockenmauer-Selbstbaukurs“ angeboten, im Zuge dessen eine neue Trockensteinmauer aus regionalem Sandstein am Bahnhofsareal errichtet wurde. Die Trockenmauer selbst sowie die zusätzlich angelegten Sandlinsen und Morschholzstämme bieten optimale Nistmöglichkeiten für Wildbienen. Damit den Bienen auch ausreichend Nahrungsquellen zur Verfügung stehen, wurden die eingefassten Beete mit einheimischen Nahrungspflanzen bestückt.

„Die naturnahe Begrünung hat das Rankweiler Ortsbild aufgewertet und schafft zusätzlich wichtigen Lebensraum für gefährdete Tierarten. Die Streuwiesen auf dem Weitried sind unserer Gemeinde hierbei ein besonders Anliegen und wir hoffen, dieses in Zukunft um weitere Blühflächen erweitern zu können. Dadurch wird die Erhaltung eines wichtigen Naherholungsgebietes in Rankweil gesichtert.“
Martin Summer, ehem. Bürgermeister der Marktgemeinde Rankweil