Im Rahmen einer Pressekonferenz hat Landeshauptmann Markus Wallner das Energieinstitut als wichtigen Partner des Landes auf dem Weg zur Energieautonomie hervorgehoben, weshalb das Land unsere Arbeit heuer mit 840.000,- Euro unterstützt. Für die Medien hat die Landespressestelle einen Streifzug durch unsere Tätigkeiten zusammengestellt, den Sie im Folgenden nachlesen können.

2050 soll Vorarlberg soweit sein, dass nur noch so viel Energie verbraucht wird, wie durch regional verfügbare, erneuerbare Energieträger bereitgestellt werden kann – das ist das Ziel des 2009 im Vorarlberger Landtag einstimmig beschlossenen Programms der „Energieautonomie Vorarlberg“.

„Dieser Weg bedeutet für unser Land mehr Unabhängigkeit, Versorgungssicherheit und regionale Wertschöpfung, wovon wir alle profitieren. Aber die Energieautonomie ist nur durch die gemeinsame Anstrengung aller zu erreichen“, betonen Landeshauptmann Markus Wallner und Energielandesrat Christian Gantner, der zugleich als Obmann des Energieinstituts Vorarlberg fungiert.

Dieses ist einer der wichtigsten Partner des Landes und erfüllt wesentliche Kernaufgaben, nämlich Gemeinden, Unternehmen und die Bevölkerung auf dem Weg zur Energieautonomie tatkräftig zu unterstützen und für sinnvollen Energieeinsatz zu beraten, zu bilden und zu forschen. Das Land Vorarlberg unterstützt die wertvolle Arbeit des Energieinstituts 2019 mit 840.000 Euro.

“Das Energieinstitut Vorarlberg ist einer der wichtigsten Partner des Landes. Es erfüllt hochprofessionell die Aufgabe, Gemeinden, Unternehmen und die Bevölkerung auf dem Weg zur Energieautonomie tatkräftig zu unterstützen.” – Landeshauptmann Markus Wallner.

Das Themenspektrum, mit dem die Fachleute des Energieinstituts zu tun haben, ist über die Jahre gewachsenen, im Zentrum steht dabei noch immer das Bauen. Rund 40 Prozent des Endenergiebedarfs in Vorarlberg entfallen auf den Gebäudesektor, dieser birgt somit das größte Potential als Beitrag zur Energieautonomie. Dementsprechend ist ein großer Teil der Arbeit im Energieinstitut dem kostengünstigen, nachhaltigen Bauen gewidmet.

Rund 40 Prozent des Endenergieverbrauchs in Vorarlberg entfallen auf den Gebäudesektor. Er ist damit noch vor der Mobilität der größte Verbrauchssektor im Land (Quelle: Monitoringbericht zur Energieautonomie 2019)

Rund 40 Prozent des Endenergieverbrauchs in Vorarlberg entfallen auf den Gebäudesektor. Er ist damit noch vor der Mobilität der größte Verbrauchssektor im Land (Quelle: Monitoringbericht zur Energieautonomie 2019)

Die CO2-Emissionen für das Beheizen und Kühlen der Vorarlberger Wohngebäude können bis 2050 um 90 Prozent gegenüber 2005 gesenkt werden. Auch der Energiebedarf selbst ließe sich um rund zwei Drittel reduzieren, wie eine Studie des Energieinstitut Vorarlberg aufgezeigt hat.

Dazu bedarf es keiner wesentlichen Erhöhung der Sanierungsquote, aber Neubau und Sanierung müssen im besten Standard umgesetzt werden. Wenn eine Fassade nur neu gestrichen und nicht gleichzeitig gedämmt wird, ist eine gute Möglichkeit vertan. Deshalb setzt man beim Energieinstitut alles daran, Bauleuten in ihren Entscheidungsprozessen zur Seite zu stehen und ihnen dabei zu helfen, Maßnahmen zu setzen, die auch in 40 Jahren noch zeitgemäß sind.

Die langjährigen Anstrengungen im Gebäudebereich zeigen Wirkung: Seit 2005 ist der Energieverbrauch trotz umfangreichem Zubau um rund 8% zurückgegangen. Im Jahresverlauf liegt die Reduktion in etwa auf dem Zielpfad zur Energieautonomie (Quelle: Monitoringbericht zur Energieautonomie 2019)

Die langjährigen Anstrengungen im Gebäudebereich zeigen Wirkung: Seit 2005 ist der Energieverbrauch trotz umfangreichem Zubau um rund 8% zurückgegangen. Im Jahresverlauf liegt die Reduktion in etwa auf dem Zielpfad zur Energieautonomie (Quelle: Monitoringbericht zur Energieautonomie 2019)

Energieberatung: Orientierung im Dschungel der Möglichkeiten

„Wir wollen, dass die Leute Bescheid wissen über ihre Möglichkeiten, leistbaren und gesunden Wohnraum für ihre Familie zu schaffen. Von technischen Lösungen bis zur Wohnbauförderung des Landes – das Energieinstitut leistet mit kompetenter Beratung einen wichtigen Beitrag zur Wissensverbreitung und gibt Orientierung im Dschungel der Möglichkeiten“, sagt Landeshauptmann Wallner.

Seit 1989 bietet die Energieberatung Hilfe bei energierelevanten Entscheidungen rund um das Bauen und Wohnen an. Die Beratung ist produktneutral und dank der Förderung des Landes und der Gemeinden in den meisten Fällen kostenlos. Sie wird von erfahrenen Profis aus dem Energieinstitut und einem ausgewählten Pool an freien Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern durchgeführt.

Im Kern hilft die Energieberatung dabei,

  • mit dem vorhandenen Budget die effektivsten Energiesparmaßnahmen umzusetzen,
  • die Relevanz der Maßnahmen richtig einzuschätzen (worüber lohnt es sich, lange nachzudenken?) und
  • Zusammenhänge und Folgen von Entscheidungen abzuschätzen.

Beratung im persönliche Gespräch, am Telefon und immer öfter auch online

2019 wurde die Energieberatung gründlich überarbeitet. Neben den Klassikern zur Heizungswahl oder zum energieeffizienten bauen kommen neue Beratungsthemen als eigene Module ins Programm, z.B. „Raus aus Öl“, Photovoltaik und Batteriespeicher, ökologische Baumaterialien oder LED und PV für Landwirtschaften.

Außerdem gibt es mehr standardisierte Checks vor Ort – eine Art „Vorsorgeuntersuchung“ von Gebäude oder Haustechnik. Für schnelle Anfragen steht auch heuer das Energietelefon kostenlos zur Verfügung.

Die Anpassung zeigt laut Energieinstitut-Geschäftsführer Josef Burtscher Erfolg, so wurde die Energieberatung im ersten Jahresdrittel schon so oft genutzt wie im ganzen Jahr 2018.

Auch im Web wird die Beratung ständig ausgebaut. Mit kleinen Werkzeugen können die Kunden selbst Heizungsvarianten vergleichen oder die Wirtschaftlichkeit von Photovoltaik und Batteriespeichern abschätzen. Die Zahl der Online-Nutzer der Energieberatung hat sich allein von 2017 auf 2018 vervierfacht.

Öl als Brennstoff verliert weiter Boden

Die meistgestellte Frage in der Energieberatung ist nach der richtigen Heizung. Sie kommt immer häufiger von den Eigentümerinnen bzw. Eigentümern jener rund 20.000 Einfamilienhäuser in Vorarlberg, die älter sind als 20 Jahre und noch mit Öl beheizt werden. Seit 2005 ist der Verbrauch von Heizöl in Vorarlberg um rund 50 Prozent zurückgegangen und auch für die kommenden Jahre zeichnet sich die Fortsetzung dieses Trends ab.

Seit 2005 hat sich der Heizölverbrauch in Vorarlberg halbiert. Quelle: Monitoringbericht des Landes zur Energieautonomie 2019

Seit 2005 hat sich der Heizölverbrauch in Vorarlberg halbiert. Quelle: Monitoringbericht des Landes zur Energieautonomie 2019

Der Bund forciert in seiner Klimastrategie den Ausstieg aus Heizöl und lockt mit entsprechenden Förderungen und auch vom Land Vorarlberg wird der Umstieg auf erneuerbare Energieträger attraktiv gefördert. Deshalb hat das Energieinstitut eine spezielle „Raus aus Öl“-Beratung ins Programm aufgenommen, die aufgrund der Unterstützung des Landes bis auf weiteres kostenlos angeboten werden kann.

Sie beinhaltet eine Bestandsanalyse vor Ort und einen individuellen Vergleich der in Frage kommenden Alternativen. Aufgrund der großen Nachfrage wurden die Mittel zur Deckung des ansonsten anfallenden Selbstkostenanteils kürzlich vom Land für 100 zusätzliche Beratungen aufgestockt.

Trend: Vom Einfamilienhaus zum Generationenhaus

Neben neuen Themen und der verstärkten Präsenz im Web besteht derzeit vor allem Bedarf in der Beratung zu Beginn von umfassenden Sanierungsmaßnahmen. Die heuer eingeführte „Sanierungs-Vorberatung“ hilft dabei, sich selbst zielführende Fragen rund um die Sanierung zu stellen. „Dabei geht es selten um technische Details“, erzählt Josef Burtscher von einem Fall, bei dem ein Ratsuchender um Hilfe beim Fenstertausch bat.

Vom Einfamilien- zum Generationenhaus lautet ein wesentlicher Trend in der Gebäudesanierung. Darin steckt die Chance auf leistbaren und sozial nachhaltigen Wohnraum.

Vom Einfamilien- zum Generationenhaus lautet ein wesentlicher Trend in der Gebäudesanierung. Darin steckt die Chance auf leistbaren und sozial nachhaltigen Wohnraum.

„Im Lauf des Gesprächs hat der Bauherr immer wieder betont, wie schade es sei, dass die Kinder nicht mehr im Haus wohnen würden. Als wir ein bisschen nachgefragt haben, hat das Gespräch eine ganz neue Richtung bekommen und am Ende hat sich der Bauherr dazu entschlossen, nicht nur die Fenster zu tauschen, sondern das Gebäude gemeinsam mit seinen Kindern zum Generationenhaus zu erweitern. Und dabei begleiten wir ihn jetzt.“

e5-Gemeinden als Verstärker auf dem Weg zur Energieautonomie

Um auf dem Weg zur Energieautonomie möglichst viele Vorarlbergerinnen und Vorarlberger zu begleiten, setzen Land und Energieinstitut auf Netzwerke. Deren erfolgreichstes ist jenes der e5-Gemeinden. Mittlerweile engagieren sich 46 Gemeinden auf dem Weg zur Energieautonomie und bringen nicht nur ihre eigenen Gebäude und Anlagen energetisch auf Vordermann.

Sie unterstützen auch ihre Bürgerinnen und Bürger mit nachhaltiger Infrastruktur wie Rad- oder Fußwegen oder motivierenden Aktionen zum Ausbau erneuerbarer Energieträger oder zum Energiesparen. Begleitet werden sie dabei von einem engagierten Team an Beraterinnen und Beratern im Energieinstitut Vorarlberg.

Kinder und Jugendliche als erfolgreiche Botschafter der Energieautonomie

Äußerst erfolgreich hat sich das Programm „Energieautonomie begreifen“ entwickelt. Es adressiert altersgerecht aufbereitete Angebote an Kinder und Jugendliche vom Kindergarten bis zur Oberstufe. Ziel ist es, der nächsten Generation die Energieautonomie näher zu bringen und spielerisch den Forschergeist und das Interesse an Technik und Naturwissenschaften zu wecken.

19 Kindergärten mit 900 Kindern und 160 Pädagoginnen setzen derzeit Jahresschwerpunkte zur Energieautonomie. Die Kindergärten in Wolfurt und Lauterach messen ihre Energiesparerfolge zudem sportlich im Rahmen von Energiemeisterschaften. Im Kalenderjahr 2019 werden insgesamt rund 4.000 Kinder und Jugendliche zwischen 4 und 18 Jahren am Programm „Energieautonomie begreifen“ teilnehmen.

Die Energiewerkstatt Schule zu Gast in der VS Schwarzach. Bildnachweis: Markus Gmeiner

Experimentieren, lernen, wissen: Die Energiewerkstatt Schule als altersgerechtes Angebot für Volksschulkinder erfreut sich größter Beliebtheit. Bild: Markus Gmeiner

Über 100 am Programm teilnehmende Kindergartenpädagoginnen und -pädagogen wurden kürzlich von Landesrat Gantner im Landhaus begrüßt. Dort ist derzeit eine Ausstellung zur engagierten Arbeit der Vorarlberger Kindergärten auf dem Weg zur Energieautonomie zu sehen.

Auch außerhalb der Schule engagieren sich Vorarlbergs Jugendliche, beispielsweise im Rahmen der Jugend Energie Akademie, die vom Energieinstitut Vorarlberg zusammen mit den Vorarlberger Raiffeisenbanken angeboten wird und Jugendliche an fünf Nachmittagen an Orte der Energieautonomie führt. Und heute, Dienstag, steht eine Gesprächsrunde mit im Rahmen der „Fridays for Future“ präsenten Jugendlichen auf dem Programm.

Das Energieinstitut Vorarlberg unterstützt die Energiesparoffensive 2020

Als Beitrag zur Energiesparoffensive 2020 des Landes werden vom Energieinstitut Vorarlberg vor allem Projekte für Gemeinden durchgeführt. Neben multiplikativen Ansätzen wie der Energiemeisterschaft für Kindergärten oder der Sensibilisierung von Nutzerinnen und Nutzern öffentlicher Gebäude handelt es sich vorwiegend um Angebote für Gemeinden, den Energiebedarf ihrer kommunalen Gebäude und Anlagen zu reduzieren. Diese zeichnen für rund drei Prozent des Energieverbrauchs im Land verantwortlich.

Im Rahmen der Energiesparoffensive lernen die Nutzerinnen und Nutzer öffentlicher Gebäude, deren Energieverbrauch durch bewusstes Verhalten zu senken und den Erfolg zu messen. Foto: Markus Gmeiner

Im Rahmen der Energiesparoffensive lernen die Nutzerinnen und Nutzer öffentlicher Gebäude, deren Energieverbrauch durch bewusstes Verhalten zu senken und den Erfolg zu messen. Foto: Markus Gmeiner