Live im Betrieb bei omicron

Karthäusernelke, Wiesensalbei, Wundklee – ein Dach kann zur blühenden Oase werden und sich vom restlichen Grau in Gewerbe- und Industriegebieten abheben. Davon konnten sich die Besucherinnen und Besucher von „Live im Betrieb“ bei Omicron in Klaus selbst überzeugen.

Dort sind nämlich konsequent alle Dächer der Betriebsgebäude begrünt und mit Wildblumensaaten versehen. Auf einigen befinden sich sogar Aufenthaltsbereiche, Spazierwege und Sitzplätze.

„Wir investieren jährlich sieben Prozent unseres Gewinns in soziale und ökologische Themen“, erklärt Manfred Vith von Omicron electronics. „Auch in diesem Bereich steht Innovation ganz oben bei uns.“

Die erste Dachbegrünung wurde bereits im Jahr 2000 gemacht, auf den mineralischen Kies- und Schotterböden wachsen heimische Wildblumen, die sehr wenige zusätzliche Pflege brauchen.
Außerdem wird zum Thema Wildbienen geforscht. Mit den Dach-Wiesen wollte man der Natur so viel wie möglich zurückgeben und gleichzeitig Wohlfühlzonen und Arbeitsplätze für die Mitarbeitenden schaffen. Die Begrünung hat weitere, auch wirtschaftliche Vorteile: sie ist Kühlung im Sommer, Dämmung im Winter und spart somit Energiekosten. Es verlängert sich auch die Lebensdauer des Daches und es ist naturbelassener Lebensraum für Pflanzen und Tiere. Die Kosten für die Dachbegrünung belaufen sich auf etwa € 70,- pro m2 Dachfläche.

 

Katrin Löning von pulswerk bestätigt:

„Wenn wir bauen, müssen wir bedenken, dass dies ein Lebensraum ist und der Natur Platz einräumen.“

Dabei gelten drei Prinzipien:

  • Erstens ist die Reife eines Lebensraums zu beachten, alte Bäume etwa sind wertvolles Habitat für Insekten und Tiere.
  • Zweitens ist es wichtig, Teil eines Netzwerks zu werden, also zu beachten, was es rundherum bereits gibt. Bei Omicron etwa wurde der nahegelegene Bach naturiert, da Wildbienen beispielsweise Wasser brauchen.
  • Drittens gilt es, die Naturvielfalt zu fördern, also auch für Tiere mit zu planen. „Natur ist überlebenswichtig und nicht nur ein nice-to-have“, so Löning.

 

Grüne Dächer sind ein wichtiger Beitrag zum Klimaschutz. Monika Forster, Klimawandel-Expertin vom Energieinstitut Vorarlberg, weiß allerdings:

„Klimaschutzmaßnahmen alleine reichen nicht mehr aus. Wir müssen uns an die unvermeidbaren Folgen anpassen.“

Machen wir so weiter wie bisher, nehme die Erwärmung zu. „Wenn wir an 2100 denken, müssen wir in den nächsten acht bis zehn Jahren handeln.“
Die Wetterextreme etwa erzeugen große Schäden, in Österreich etwa kosten sie rund eine Milliarde Euro im Jahr, die Prognose für 2050 lautet fünf bis acht Milliarden pro Jahr.
Auch die Landwirtschaft verändert sich. Im Bodenseeraum machen zunehmend Apfelplantagen Weinbau Platz, im Bordelais etwa halten die Rebsorten, die die Bordeauxweine ausmachen, das sich verändernde Klima nicht mehr aus.

 „Es wird eine Überlebensfrage“, so Forster. Daher müsse heute bei jeder Investition überlegt werden, ob sie zum Klimawandel passt.

 

Monika Forster, Energieinstitut Vorarlberg

 

Etwa beim Hausbau müssen Wetterextreme berücksichtigt werden, weiß Sabine Erber, Projektleiterin für energieeffizientes und ökologisches Bauen beim Energieinstitut.

„Man muss die Gebäude vor Hitze und Starkregen schützen.“

Sonneneinstrahlung auf Glasflächen sollte vermieden werden, etwa mit Vordächern, Jalousien und Raffstoren oder auch gut platzierten Bäumen vor den Fenstern. Auch eine Fassadenbegrünung schützt vor Hitze.

„Bei Starkregen muss darauf geachtet werden, dass das Wasser durch ein Gefälle vom Gebäude weggeführt wird“, so Erber.

Zudem müsse man die Tiefpunkte von Eingängen absichern, beispielsweise mit Rinnen, die richtig dimensioniert sind. Bei Drainagen und Hebeanlagen kann man sich mit richtig dimensionierten Rückschlagventilen vor Rückstau schützen. Außerdem gilt es, Abdichtungen auf geeignete Höhe zu überprüfen.

 

 

Die Besucherinnen und Besucher von „Live im Betrieb“ waren spürbar interessiert.

„Es ist notwendig, die Klimaproblematik zu erkennen und etwas zu tun“, so ein Teilnehmer. „Ich finde es eine tolle Idee, Klimaschutz mit schöner Natur zu verknüpfen, und man gewinnt auch was dazu: Die Optik wird verbessert und für die Mitarbeitenden ist es gut. Man macht quasi aus der Schwäche eine Stärke.“

 

 

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