Was wir unseren Kundinnen und Kunden anbieten, das müssen wir selbst vorleben!

Dieses Selbstverständnis des Eigentümers Reinhard Schertler, führte dazu, dass beim neuen HQ2 am i+R Campus in Lauterach konsequent eine „ökologische Erneuerung“ verfolgt wurde und Nachhaltigkeit auch nach Fertigstellung des Gebäudes aktiv und für alle sichtbar gelebt wird.

Die i+R Gruppe legte in den vergangenen 10 Jahren eine beachtliche Bilanz hin. Das Personal hat sich verdoppelt. Aktuell arbeiten rund 1.200 Mitarbeiter*innen für das vor 118 Jahren gegründete Unternehmen, das in den Bereichen Bauen, Immobilien und Bagger rund 700 Mio. Euro Umsatz erwirtschaftet.

Nachverdichtung ist das A und O

Die steigende Anzahl an Mitarbeitenden machte eine Erweiterung des i + R Campus unerlässlich. Dafür musste ein energieeffizientes Gebäude mit 65 neuen Arbeitsplätzen entstehen mit der Prämisse, keine neuen Flächen zu versiegeln.

 

„Wir haben uns für die Aufstockung des bestehenden Baulogistikzentrums entschieden. Die Herausforderung war, mit den bestehenden, auch statischen Bedingungen umzugehen, und die Umsetzung in sechs Monaten zu realisieren.“ Martin Epp, i+R Geschäftsbereichsleiter im Bestandsbau.

Gelungen ist es in Holzleichtbauweise und mit einigen durchaus positiv zu bewertenden Kompromissen. So gibt es unter anderem statt einer Fußbodenheizung, auf die aus statischen Gründen verzichtet werden musste, eine effiziente Heiz-/Kühldecke. Großen Wert gelegt wurde auch auf die Wünsche der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Großraumbüros wurden wieder verkleinert, fertige Trennwände aus Glas und Holz eingezogen und auf guten Schallschutz geachtet. Eye-Catcher ist aber sicherlich die 48m2 große begrünte Wand im Eingangsbereich. Ein sichtbares Zeichen für den Stellenwert, den Nachhaltigkeit im Unternehmen einnimmt mit einem besonderen Nebeneffekt.

 

„Seit die Wand da ist, fährt so gut wie niemand mehr mit dem Lift. Unsere Mitarbeiter*innen nehmen lieber die Treppen und genießen das besondere Grün und kommen mit ihren Kolleginnen und Kollegen ins Gespräch. Die Wirkung geht somit weit über den ökologischen Effekt hinaus.“ Reinhard Schertler, Eigentümer

 

Learning by doing

In das Projekt eingebunden sind auch die Lehrlinge des Unternehmens. Ihre Aufgabe ist es, die neue Lehrwerkstatt selbstständig zu planen und zu bauen. Ein Projekt mit großen Lerneffekten für alle Beteiligten, die so bereits früh lernen was es heißt, Schnittstellen zwischen den Gewerken zu klären und Verantwortung zu übernehmen. Und das alles ganz stressfrei und mit einem Blick auf die Verwendung von bereits vorhandenen Materialien. So wurden recycelte Holzträger aus dem Baulogistikzentrum in der Lehrwerkstatt verbaut und auch bei der Ausstattung steht Wiederverwendung, z.B. bei der Küche, im Mittelpunkt. Somit wurde auch hier konsequent auf die Nutzung von Bestand geachtet.

„Der Umgang und die Nutzung mit dem Bestand die hier vorgelebt wird begeistert mich sehr. Es mussten keine zusätzliche Bodenfläche versiegelt werden, was neben der ökologischen auch aus ökonomischer Sicht derzeit sehr klug ist.“ Live im Betrieb Teilnehmer Wolfgang Mathis, Bau- und Projektleiter, Hilti & Jehle GmbH, Feldkirch

 

Reduktion von Energie und CO2

Nachhaltigkeit endet bei der i+R Gruppe aber nicht beim ökologischen Bauen. Die Unternehmensgruppe evaluiert detailliert ihren Energieverbrauch und versucht diesen sukzessive zu senken.

„Wir haben im gesamten i+R Campus derzeit einen Energieverbrauch von rund 4,2 GwH. Davon entfallen 72 % auf Treibstoff, 23 % auf Strom und derzeit noch 5 % auf Gas.“ Johannes Traxler, ESG Manager der i+R Gruppe


Effizienz & Suffizienz

Um beim Strom noch unabhängiger zu werden, stehe Energieeffizienz im Mittelpunkt. Neben der Umstellung auf LED, die Optimierung des Serverraums oder der Einsatz von energieeffizienten Geräten, wird bereits zwei Drittel der Dachfläche für die Energieerzeugung mittels Photovoltaikanlage (400 kwP) genutzt. Ob sich die restliche Fläche auch eignet und wieviel tatsächlich noch weiter für den Eigenverbrauch produziert werden kann, wird derzeit geprüft. Da Geothermie am Standort sehr stark genutzt wird, gibt es durchaus noch Potenzial, auch um die letzten verbleibenden 5 % Gasverbrauch zu eliminieren. 

„Neben Energieeffizienz ist aber auch die -suffizienz von großer Bedeutung. Denn nur wenn wir alle einen Beitrag leisten, gelingt uns der Change. Wir als Unternehmen versuchen hier mit verschiedensten Maßnahmen, Änderungen zu ermöglichen.“ Johannes Traxler, ESG Manager der i+R Gruppe

Die in der i+R Gruppe initiierten Suffizienzmaßnahmen haben, wie auch die bereits erwähnte Grünwand, gleich mehrere Effekte. So bewirken etwa die 4-Tage-Woche bei Huppenkothen, oder der einmal wöchentlich angebotene Food-Truck oder die künftige Urban Lounge, neben einer Mobilitätsreduktion auch Wohlbefinden und Gesundheit bei den Mitarbeitenden. Über alle Maßnahmen im Sinne der Nachhaltigkeit werden alle 1.200 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter auch über eine unternehmensinternen Öko-Blog informiert und die Maßnahmen werden auch mit einer internen Auszeichnung versehen. So ist für alle klar und transparent sichtbar, was getan wird.


Mobilität als Treiber

Der größte Treiber beim Energieverbrauch ist, mit den 72 % Entfall auf Treibstoff, die Mobilität. Aus diesem Grund wurde in den letzten Jahren darauf ein besonderer Fokus gelegt. Das hat zur Folge, dass einerseits die Elektrifizierung des Fuhrparks konsequent vorangetrieben wird, andererseits im letzten halben Jahr auch in den Ausbau der dafür nötigen E-Ladeinfrastruktur investiert wird. Mittels Lastmanagement kann die verfügbare Leistung optimal verteilt und Leistungsspitzen vermieden werden. Derzeit stehen über 30 E-Ladestationen für Autos zur Verfügung, vier davon sind Schnellladestationen. Und das ist sicher noch nicht das Ende. Derzeit wird über mobile Ladestationen auf den Baustellen nachgedacht, um auch hier effizienter und ressourcenschonender unterwegs sein zu können.

Ein „Mobilitätshighlight“ sind sicherlich auch die rund 35 E-Fahrräder, die den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern kostenfrei zur Verfügung stehen. Und zwar nicht nur für Fahrten während der Arbeitszeit, auch übers Wochenende können diese gebucht werden. Ein toller Benefit aber auch eine wirkungsvolle Suffizienzmaßnahme.

„Es war spannend und beeindruckend zu sehen, wie die i+R Gruppe eine ganzheitliche Nachhaltigkeit im eigenen Betrieb umsetzt. Als Bauunternehmen haben sie natürlich energietechnisch auf sehr hohem Standard gebaut, darüber hinaus aber auch einen großen Schwerpunkt auf Mobilität und Benefits für Mitarbeitende gelegt.“ Andrea Sutterlüty, Nachhaltigkeitsbeauftragte, Haberkorn GmbH

 

Die Veranstaltung wurde in Zusammenarbeit mit Partnerbetrieb Traumhaus Althaus organisiert. i+R Bestandsbau ist seit vielen Jahren Förderer des Netzwerkes Partnerbetrieb Traumhaus Althaus.

 

Zuletzt aktualisiert am 15. September 2022