Wussten Sie, dass es Solaranlagen gibt, die gar keine Wärme produzieren? Und dass das oft jahrelang gar nicht bemerkt wird? Ein paar einfache Tipps helfen Ihnen dabei, Ihre Solaranlage sicher und ertragreich zu betreiben und Mängel frühzeitig zu entdecken.

In Vorarlberg sind rund 25.000 Solaranlagen installiert und liefern Wärme für Warmwasser und Heizung. Neben der Überprüfung durch den Fachbetrieb alle 2 bis maximal 5 Jahre kann der Anlagenbetreiber selbst durch einige einfache Beobachtungen erkennen, ob die Anlage fehlerfrei läuft. Das sichert maximalen Energieertrag, und geringe Energiekosten. Der Frühling ist die ideale Zeit dazu.

Aufmerksamkeit zahlt sich aus

Ein paar Handgriffe und ein bisschen Aufmerksamkeit reichen oft aus, um den Ertrag der Solaranlage zu steigern. Im folgenden lesen Sie ein paar einfache Tipps für die eigene Prüfung Ihrer Solaranlage, damit Sie Mängel gleich und nicht erst nach Jahren – oder womöglich gar nie – entdecken.

Temperatur und Anlagendruck beobachten

Der Temperaturunterschied zwischen Vor-und Rücklauf sollte zwischen 8°C und 20°C liegen. Je geringer die Temperatur im Speicher, desto geringer ist auch die Kollektortemperatur. Und: die eingestellte Boilertemperatur sollte höchstens bei 60 °C liegen. Höher eingestellte Temperaturen belasten die Nachheizsysteme unnötig. Je nach Temperatur schwankt übrigens der Anlagendruck. Der vom Installateur angegebene Druck auf dem Ausgleichsgefäß sollte bei kalter Anlage höchstens um 0,5 bar unterschritten werden. Die meisten Anlagen arbeiten zwischen 2 und 5 bar.

Ein- und Ausschaltpunkte beobachten und Nachheizung abschalten

Je nach Einstellung der Steuerung und Platzierung der Fühler besteht bei geringer Sonneneinstrahlung die Gefahr, dass die Anlage öfter nur kurz einschaltet. Bei ungünstigen Bedingungen kann dem Speicher dadurch sogar Wärme entzogen und über die Kollektoren am Dach „weggekühlt“ werden. Dann ist der Fachmann gefragt. Grundsätzlich empfiehlt es sich, die Nachheizung (Elektroheizung im Boiler oder Heizkessel) im Sommer abzuschalten. Sie verhindert unnötiges Aufheizen und lässt einen Ausfall der Anlage sofort erkennen.

Symbolbild Solar_01

Rohrdämmungen und Kollektor überprüfen

Der Kollektor kann bei einem Wetterumschwung beschlagen, was aber nicht mehrere Tage dauern soll. Feuchtigkeitspuren am Unterdach oder am Kollektorglas deuten auf undichte Stellen hin. Die Leitungen sollen ausreichend gedämmt sein, die Dämmung intakt und vollständig. Besonders außenliegende Solarleitungen (z.B. am Flachdach) sind oftmals bereits nach einem Sommer durch UV-Einstrahlung und Vogelbiss massiv geschädigt. Übrigens: Wenn die Kollektortemperatur nachts über der Außentemperatur liegt, wird der Kollektor vermutlich durch Fehlzirkulation aufgeheizt. In diesem Fall sind die Rückschlagventile durch einen Fachbetrieb zu prüfen.

Wärmemengenzähler nachrüsten und regelmäßig prüfen

Falls nicht vorhanden: Wärmemengenzähler nachrüsten. Er misst die von der Anlage in den Speicher übertragene Wärme. Neuere und vom Land Vorarlberg geförderte Solaranlagen haben bereits einen Zähler, da bei geförderten Anlagen Pflicht seit 2011. Mindestens jährlich, am besten aber monatlich sollte der Wärmemengenzähler abgelesen und mit den Erträgen vergangener Jahre verglichen werden. Dazu reicht schon ein Blatt Papier neben der Solarpumpe. Je nach Gebäude und Nutzung bringt eine Solaranlage jährlich zwischen 300 und 400 kWh/m2 Kollektorfläche. Eine typische Warmwasseranlage in einem Einfamilienhaus mit 4 Personen und 8m2 Kollektorfläche sollte daher jährlich rund 2500 bis 3000 kWh liefern. Dann ist sie im grünen Bereich. Ansonsten ist ein Profi gefordert.

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