Das Feuerwehrhaus in Lustenau zeichnet sich neben seinem imposanten Auftreten inbsesondere durch von außen unscheinbare Aspekte aus: Ein begrüntes Dach samt Photovoltaikanlage, eine ausgefeilte Tageslichtnutzung und durchdachten Schutz vor Starkegen als Anpassung an den Klimawandel beispielsweise.

Architektur

Das zweigeschossige Feuerwehrhaus fügt sich in direkter Nachbarschaft zur Handelsakademie gut in seine Umgebung ein. Zentral gelegen, bietet das neue Gebäude gute Zu- und Ausfahrmöglichkeiten. Bei der Realisierung lagen die Schwerpunkte darin einen funktionalen, kompromisslosen Zweckbau mit zeitloser Eleganz zu errichten und die Instandhaltungskosten zu minimieren.

Im Sockelgeschoss kommen robuste und beständige Sichtbetonbauteile zum Einsatz. Holz wurde als konstruktiver Baustoff für sämtliche Dachtragwerke und die Wände im Obergeschoss eingesetzt. Die Fassade ist als dunkel geölte Holzfassade ausgeführt. Die Falttoranlagen wurden in Aluminium realisiert. Großflächige Verglasungen in Eichenrahmen, sowie verzinkt beschichtete Stahlbauteile geben dem Gebäude Beständigkeit und einen angenehmen Kontrast.
Im Kellergeschoss entstanden diverse Lagerräume, sowie eine Schlauchwaschanlage.

Das Erdgeschoss bietet neben Garagenplätzen für die 16 Einsatzfahrzeuge und der Werkstatt, Umkleiden und Duschen, sowie den Nachrichten-, Kommando- und Bereitschaftsraum. Die im ersten Obergeschoss situierten Schulungs- bzw. Sitzungsräume können mittels mobiler Trennwände in unterschiedliche Raumgrößen aufgeteilt werden. Im Katastrophenfall können sie auch als Einsatzzentrale für den Katastrophenschutz dienen. Die Verwaltung, Küche, Haustechnik und Serverraum sind ebenfalls im Obergeschoss situiert.

Der Schlauchturm befindet sind nordseitig des Gebäudes. Die Parkplätze sowie ein witterungsgeschützter Übungsplatz im Ausmaß von 25m x 10m befinden sich ebenfalls nordseitig.

Energie und Ökologie

Die kompakte Bauweise und die gezielte Zusammenfassung und Anordnung von beheizten, niedrig temperierten, sowie unbeheizten Temperaturzonen im Gebäude tragen wesentlich zur Energieeffizienz bei. Die Heizgrundlastabdeckung erfolgt über Erdwärme mittels Tiefensonden. Die Abdeckung der Spitzenlasten erfolgt mit Biogas.

Eine effiziente Tageslichtausnutzung und Vordächer zur Beschattung waren unter anderem Teil des Energiekonzepts. Eine kontrollierte Be- und Entlüftungsanlage mit Wärmerückgewinnung und eine Photovoltaikanlage auf dem extensiv begrünten Dach runden das Konzept ab.

Dieser Text stammt aus der Projektdokumentation 2014 bis 2019 vom Servicepaket Nachhaltig:Bauen in der Gemeinde, die Sie online durchblättern oder als gedruckte Version über unseren Broschürenshop bestellen können. Fotos (außer PV-Anlage): Paul Ott, Architekturfotografie. Wir danken für die freundliche Überlassung.

Zuletzt aktualisiert am 17. Juni 2020