17 · GesteigertethermischeBehaglichkeit: Aufgrund ihres besseren Wärmeschutzes haben energieeffiziente Gebäude höhere Temperaturen der Innenoberflächen von Wänden, Fenstern, Decken und Fußböden. Die empfundene (operative) Temperatur liegt daher bei gleicher Raumlufttemperatur höher, als in Gebäuden mittlerer Qualität. · BessereRaumluftqualität: Durch Komfortlüftungen mit Wärmerückgewinnung ist ein an den hygienischen Anforderungen orientierter, von den Nutzern regelbarer Luftaustausch gewährleistet. Die Raumluftqualität ist dadurch messbar besser als in Gebäuden mit ungeregelter Fensterlüftung (CO2-Gehalt, Schadstoffbelastung). · Höhere Versorgungssicherheit: In Gebäuden hoher energetischer Qualität sinken die Raumlufttemperaturen im Falle eines Heizungsdefekts oder einer Versorgungs-unterbrechung deutlich langsamer ab, als in üblichen Gebäuden. Auch in längeren winterlichen Phasen ohne Beheizung bleiben die Raumlufttemperaturen im angenehmen Bereich. Ein niedriger Energiebedarf ist auch Voraussetzung für einen möglichst hohen Autarkiegrad in der Versorgung – etwa bei der Nutzung gebäudeintegrierter PV-Systeme. · GeringeresBauschadensrisiko: Der sehr gute, lückenlose Wärmeschutz sowie eine gute Luftdichtheit der Gebäudehülle und die regelbare Komfortlüftung mit WRG reduzieren drei der häufigsten Ursachen feuchtebedingter Bauschäden: niedrige Oberflächen-temperaturen im Bereich von Wärmebrücken, konvektiven Feuchtetransport vom Rauminneren durch die Konstruktion nach außen und zu niedrige Luftwechselraten bei ausschließlicher ungeregelter Fensterlüftung. Laut einer Studie im Auftrag des Österreichischen Verbandes gemeinnütziger Bauvereinigungen sind in Mietwohnungen zwischen 15 und 18% der Bewohner von Gesundheitsbelastungen durch Feuchtigkeit und Schimmel betroffen [23]. Feuchtebedingte Bauschäden und die damit einher-gehenden Gesundheitsbelastungen sind daher kein Randthema, sondern für viele Bewohner sehr bedeutend.Abbildung 8: Anteil der Personen mit wohnungsbezogenen Gesundheitsbelastungen (Feuchtigkeit und Schimmel) [23] · Höherer Wiederverkaufswert bzw. höheres Mietniveau: Auch wenn sich der Effekt bisher oft noch nicht nachweisen lässt: energieeffiziente Gebäude haben wegen der niedrigen Energiekosten und der sonstigen dargestellten Vorteile einen tendenziell höheren Wiederverkaufswert als Gebäude in üblichem Energieniveau. Der Einfluss der energetischen Gebäudequalität auf die Miete wurde in Forschungsarbeiten nachgewiesen, so besagt etwa eine Studie des Institut Wohnen und Umwelt, dass die monatliche Nettomiete wärmetechnisch besserer Gebäude um 0,37 €/m2 höher liegt, als die von Gebäuden üblicher Qualität [24]. Trotz dieser statistisch abgesicherten Daten wurde der positive Effekt hoher energetischer Qualitäten auf den Wiederverkaufswert bzw. die Miete im KliNaWo-Projekt nicht berücksichtigt. · GeringereTreibhausgas-Emissionen:Hocheffiziente Gebäude mit niedrig-emittierenden Wärmeversorgungssystemen haben weit geringere THG-Emissionen als übliche Gebäude. Die Umweltkosten der Schadstoff-Emissionen können – etwa in Form von Preisaufschlägen auf die THG-Emissionen in Wirtschaftlichkeitsberechnungen berücksichtigt werden. Im KliNaWo-Projekt wurde von dieser Möglichkeit kein Gebrauch gemacht.
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