| 7 6 |Zwei Jahrzehnte nachhaltiges BauenVor etwas mehr als dreißig Jahren hat die breite Diskussion um den Ausbau der Wasserkraft in Vorarlberg eine Rückbesinnung auf alte Werte des sparsamen und effizienten Umgangs mit Energie eingeleitet. Erstmals wurde die Nutzung des „Kraftwer-kes Einsparung und Energieeffizienz“ Thema, statt ausschließ-lich an den Bau neuer Kraftwerke zu denken.Dies führte zur Gründung des Energiesparvereins, dem heuti-gen Energieinstitut Vorarlberg, und in Folge zu einer Vielzahl an Programmen, Initiativen und Projekten, die in den vergan-genen zwei Jahrzehnten das nachhaltige Bauen mit wesentli-chen Impulsen befeuerten. Wie beispielsweise die Förderung Vorarlberger Energiesparhaus, die Solaranlagen-Initiative, die ökologische Wohnbauförderung, das Servicepaket „Nachhal-tig:Bauen in der Gemeinde“ die Energieberatung für Bürger und Betriebe und das e5-Landesprogramm für energieeffizi-ente Gemeinden, um nur einige zu nennen. Dabei konnte das Energieinstitut Vorarlberg einen von vielen Beiträgen zum nachhaltigen Bauen in Vorarlberg leisten.Um Bauen neu zu denken braucht es viele! Eine Aufbruchsstim-mung die neue Lösungen und Produkte generiert und Freiraum für die Anwendung von Innovationen schafft. Auch ein kalkulier-tes Risiko ist bei Neu-Umsetzungen zu berücksichtigen. Sodass, falls Neuerungen nicht ganz gelingen, nur ein kleiner Teil des Projektes betroffen ist. Wichtig ist, den Aufbau von Know-how und die gewonnenen Erfahrungen in den Vordergrund zu stellen, statt sie zu verhindern und das Altbekannte zu wiederholen.Herzstück von Innovation ist eine Kultur der Kooperation und Zusammenarbeit zwischen den verschiedenen Akteuren, der Bauherrschaft, den Planern, den Bauumsetzern, der Behörde und nicht zuletzt der Politik. Ein prominentes Beispiel einer sol-chen gelungenen Kooperation ist die weit über die Vorarlberger Grenzen bekannte „vorarlberger holzbau_kunst“, die nur durch die enge Zusammenarbeit zwischen Architekt und Zimmermann neue Lösungen entwickeln und Schritt für Schritt Know-how aufbauen konnte. Durch die Verbindung von Architektur und Handwerkskunst sind Mehrwert und Marktvorteile entstanden. Dieses Wissen, das in der Bauwirtschaft entstanden ist, sei es bei der Konzeption und Planung, der Prozessgestaltung, der handwerklichen Umsetzung, der Qualitätssicherung oder der Schaffung geeigneter Rahmenbedingungen und Förderinstru-mente, kann an unzähligen herausragenden nachhaltigen Bau-ten im ganzen Land besichtigt und überprüft werden. Dabei umfasst nachhaltiges Bauen immer Architektur, Ökolo-gie und Ökonomie, und die Architekten gehen mit viel Gespür für den Standort ans Werk. Ein ganzheitliches Herangehen, das aus Liebe zur Tradition mutig Zukunft baut. Einer Handwerks-kunst auf höchstem Niveau, ohne die die Umsetzungen nicht möglich wären. Das weckt international Interesse, führt zu Aus-stellungen wie „Getting Things Done“ und zu vielen Architek-tur- und Kultur-Touristen, die das „Phänomen Vorarlberg“ vor Ort kennenlernen wollen. Zu den ökonomischen Vorteilen und der regionalen Wertschöp-fung werden immer mehr auch die Wechselwirkungen und der Mehrwert in anderen Sektoren, wie beispielsweise dem Tou-rismus und der Kultur oder der regionalen biologischen Land-wirtschaft sichtbar. Da eine nachhaltige Entwicklung Ökologie, Ökonomie und Soziales gleichermaßen berücksichtigt, wirkt sie in alle Bereiche des Wirtschaftens und Lebens. Dem ent-spricht auch der Beschluss der Vorarlberger Landesregierung, nach dem Vorarlberg im Jahr 2050 energieautonom sein soll. Ein Ziel, das Innovation und regionale Wertschöpfung gene-riert und die florierende und lebenswerte Region mit vielfälti-gen und intakten Lebensräumen sichert.Wie die Umsetzung der Zielsetzung Energieautonomie Vorar-lberg gelingen kann und welche Innovationen generiert wer-den, wird sich in den nächsten Jahrzehnten zeigen. Jedenfalls maßgeblich für das Gelingen ist ein kooperatives, kreatives und wertschätzendes Umfeld, das innovative Akteure fördert. Frei nach dem Slogan der Plattform Partnerbetriebe Traum-haus Althaus „Mit Freude bauen“ oder dem fünften Gesetz der Nachhaltigkeit „If it’s not fun it’s not sustainable“. » Vorarlberg ist eine Region mit hoher Innovationskraft – auch im ökologi-schen Bauen. Wissen und Praxiserfahrung aus mehreren Jahrzehnten haben sich zu einem Standortvorteil für die Vorarlberger Bauwirtschaft entwickelt, deren Fertigkeiten auch über die Grenzen hinaus gefragt sind. «Landesstatthalter Mag. Karlheinz Rüdisser Vorarlberger Landesregierung» Nachhaltiges Bauen: ein ganzheitliches Herangehen, das aus Liebe zur Tradition mutig Zukunft baut.
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