Mit der Fahrradstraße steht den Gemeinden seit vier Jahren die Möglichkeit zur Verfügung, auf geeigneten Straßentypen den sprichwörtlichen „roten Teppich“ für die Radfahrenden auszurollen. Gemeinsam mit Landesrat Johannes Rauch haben Vertreterinnen und Vertreter aus den Vorarlberger e5-Gemeinden Zwischenbilanz über erste Erfahrungen und weitere Umsetzungsschritte gezogen.

Fahrradstraßen sollen ein schnelles und sicheres Vorankommen für Radfahrerinnen und Radfahrer ermöglichen, ohne dabei den Kfz-Verkehr auszuschließen. Seit 2013 können sie von Land und Gemeinden verordnet werden und kommen immer häufiger zum Einsatz: rund 15 Kilometer Fahrradstraßen sind in Vorarlberg derzeit eingerichtet. Ein erfreulicher Zwischenstand, der aber durchaus noch ausbaufähig sei, meinte Landesrat Johannes Rauch im Rahmen eines e5-Themenforums in Wolfurt, bei dem er sich mit Vertretern aus e5-Gemeinden über Erfahrungen und aktuelle Planungen zu weiteren Ausbauschritten von Fahrradstraßen austauschte.

Gute Erfahrungen in Wolfurt

Wolfurt ist eine der Fahrradstraßen-Hochburgen in Vorarlberg. „Wir haben im Rahmen der Umsetzung unseres Straßen- und Wegekonzepts auch rund 4,5 Kilometer Fahrradstraßen eingerichtet. Die Fahrradstraßen werden von den Radfahrenden sehr gut angenommen“, zieht Bürgermeister Christian Natter eine positive Zwischenbilanz. Um sich über die Erfahrungen aus Wolfurt und anderen Pioniergemeinden wie Hard oder Bregenz zu informieren, sind zahlreiche Vertreterinnen und Vertreter aus den Vorarlberger e5-Gemeinden zum Themenforum gekommen. Einige haben konkrete Projekte in Planung und holten sich aus Wolfurt letzte Tipps zur Umsetzung.

Hoher Nutzen, geringe Kosten

Mit der Fahrradstraße besteht die Möglichkeit, in dicht verbauten Siedlungsgebieten mit begrenzten Platzverhältnissen attraktive Rad-Schnellverbindungen für den Alltagsradverkehr einzurichten, ohne dass damit hohe Baukosten anfallen oder zusätzliche Freifläche verbaut werden müssen. „Fahrradstraßen sind eine wirksame Maßnahme zur Radverkehrsförderung, die den e5-Gemeinden wichtiges verkehrspolitisches Anliegen ist. Deshalb bringen wir die Gemeinden zum Fachaustausch zusammen“, erklärt e5-Programmleiter Karl-Heinz Kaspar vom Energieinstitut Vorarlberg.

Mehr Sicherheit und Privilegien für Radler als Motivation zum Umstieg

Auf einer Fahrradstraße sind Räder und Autos gemeinsam unterwegs, für alle Verkehrsteilnehmer gilt Tempo 30. Der geringe Geschwindigkeitsunterschied zwischen Rad- und Autofahrenden erhöht die Sicherheit für die Zweiräder. Diese genießen zudem das Privileg, nebeneinander fahren zu dürfen – ohne allerdings den Autoverkehr mutwillig zu behindern oder blockieren zu dürfen. Grundsätzlich ist Autofahrenden in Fahrradstraßen nur das Zu- und Abfahren gestattet. Die Durchfahrt kann aber von der Gemeinde mit entsprechender Begründung ermöglicht werden – wie beispielsweise in Österreichs erster Fahrradstraße, der Wallstraße/Sportplatzstraße in Hard. Erkennbar sind Fahrradstraßen am entsprechenden Verkehrszeichen. Darüber hinaus wird empfohlen, in regelmäßigen Abständen große, gut sichtbare Piktogramme auf der Fahrbahn aufzubringen.

Alle Vorarlberger Fahrradstraßen im Überblick: HIER