Nachhaltig(er) Bauen – Neuheiten und Trends

Fachleute aus unterschiedlichen Gewerken kamen beim gastgebenden Partnerbetrieb Müller Bau zusammen und tauschten sich über ökologische Alternativen am Bau, den Ökoindex und neue Entwicklungen für die energieeffiziente Sanierung aus. Fünf kurze Präsentationen brachten die Teilnehmer auf den neuesten Stand und lieferten die Grundlage für die anschließende Diskussion.

Auf den Punkt gebracht:

  • Nachhaltiges Firmenengagement (Gerhard Müller, Müller Bau)
    Für die 1967 gegründete Firma mit mittlerweile 44 Mitarbeitern war Nachhaltigkeit immer schon wichtig. So wurde damals die erste Solaranlage auf einem schlüsselfertigen Haus installiert, es wurde die erste PV-Anlage auf einer Wohnanlage mit Mitarbeiterbeteiligung realisiert. Müller Bau baute auch die erte Passivhaus-Wohnanlage in Mäder. Momentan arbeiten sie mit Partnern an einem Label “schadstofffrei” und verbannen sukkzessive sämtliche Schäume von den Baustellen. Die Umsetzung funktioniert und erfordert einzig eine andere Herangehensweise. Daneben ist Müller Bau auch betriebsintern nachhaltig unterwegs: ÖKOPROFIT und neu ÖKOPROFIT PLUS-Betrieb, Mitglied im Klimaneutralitätsbündnis, Erstellung der Gemeinwohl-Bilanz.

  • Dünnschicht-Bodenheizsystem (Philipp Hofer, Röfix)
    Gerade in der Sanierung stellen niedrige Raumhöhen, unterschiedliche Bodenniveaus, Sockelanschlüsse bei Stiegen und Türen, etc. ein Problem dar. Die nachträgliche Unterbringung einer Fußbodenheizung ist deswegen z.B. oft nur schwer oder gar nicht möglich. Nach einer umfassenden Sanierung wäre dieses Niedertemperatursystem jedoch ideal, um den geringen Wärmebedarf des Gebäudes zu bedienen. Mit einer Aufbauhöhe von nur 35 mm bietet das neue Dünnschicht-Bodenheizsystem hier ganz neue Möglichkeiten, um auch in der Sanierung den Komfort eines Neubaus zu erreichen.

  • Aerogel – Dämmputz (Emil Pfister, Röfix)
    Aerogele wurde ursprünglich für die Raumfahrt entwickelt. Sie bestehen zumeist aus Silikat. Ihre Leichtigkeit beruht darauf, dass sie zu gut 95% aus Luft bestehen und eine extrem poröse Gefügestruktur (Nanoporen) aufweisen. Die darin eingeschlossenen Luftmoleküle können Wärme somit nicht mehr übertragen. Als Zuschlagstoff im Putz verwendet ergibt das einen Hochleistungsdämmputz mit einer sehr geringen Wärmeleitfähigkeit von nur 0,029 W/mK (2-3 Mal besserer Wert als herkömmliche Wärmedämmputze). Er ist dampfdiffusionsoffen, wasserabweisend, nicht brennbar, hat auf Grund der Alkalinität eine hohe Resistenz gegen Algen und Pilze und wegen der hochporösen Gefügestruktur sehr gute akkustische Eigenschaften. Der Einsatz bietet sich vor allem in der energetischen Altbausanierung (Gassen, Einfahrten, . . .), sowie zur Wärmedämmung von historischer Bausubstanz – sowohl im Innen- und Aussenbereich – an.

  • Monolithische Bauweise (Gerhard Müller, Müller Bau)
     2013/14 fanden die ersten Überlegungen im Betrieb statt, komplett auf eine monolithische Bauweise umzusteigen (50 cm Hochlochziegel). Auschlaggebend war, dass Müller Bau als Massivbauer auf ein Wärmedämmverbundsystem, das zwar gut dämmt, dessen  Dämmstoff im Verbund aber weder recyclebar noch nachwachsend ist, verzichten wollten. Erfolgreiche Überzeugungsarbeit intern und bei ihren Partnerbetrieben führte zu einem Grundsatzbeschluss. Die Vorteile lagen auf der Hand: ein natürlicher Baustoff mit hervorragenden bauphysikalischen Eigenschaften (dampfdiffusionsoffen, höchste Brandschutzklasse, gute Dämmwirkung mit U-Wert von ca. 0,16 W/m²K mit Dämmputz, Massespeicher), langlebig, wartungsarm, kein Materialallerlei auf der Baustelle, sichere und rasche Verarbeitbarkeit, in Verbindung mit Kalkputz Algen-hemmend, einfache Trenn- und Recyclierbarkeit, keine Belastung der Umwelt. Es wurden drei Jahre Zeit in die Entwicklung der Details gesteckt (höherer Anforderung an Genauigkeit und Anschlusslösungen), die Mitarbeiter und Partnerfirmen wurden entsprechend geschult. Mitlerweile sind auch die meisten Anfragen – trotz leicht erhöhter Errichtungskosten – in diese Richtung.

  •  Ökoindex Bauteilbewertung (Christoph Sutter, EIV )
    Mit Hilfe dieser Bauteilbewertung gibt es nun neben dem U-Wert für die Einschätzung der Energieeffizienz auch eine Möglichkeit, ein Bauteil auf seine ökologische Nachhaltigkeit hin zu bewerten. Der U-Wert alleine sagt ja nur etwas über die Wärmedurchlässigkeit aus, jedoch nichts über das eingesetzte Material oder dessen Nachhaltigkeit. Unter www.baubook.info/BTR/ gelangen sie zum Bauteilrechner.
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  •  Materialeffizienz Vorarlberg (Harald Gmeiner, EIV)
    Um die Ziele der Energieautonomie Vorarlberg zu erreichen ist ein wichtiger Hebel die Reduktion des Energieverbrauchs im Gebäudebereich. Dies wiederum verursacht zusätzliche Material-, (Graue) Energieaufwände und Treibhausgasemmisionen. Immerhin 50 % des Ressourcenverbrauchs in Österreich gehen insgesamt zu Lasten der Baubranche. Die Betrachtung der Materialeffizienz leistet somit einen wichtigen Beitrag zur Erreichung der Energieautonomieziele. Der Anfang ist durch den Oekoindex gemacht, jedoch erst durch die Implementierung der Bilanzierungsgrenze 3 (gesamtes Gebäude statt lediglich der thermischen Gebäudehülle) – nicht nur für öffentliche Bauten, sondern für alle Gebäude, sowie einer Vereinfachung und Harmonisierung der Kriterien kann hier echte Klarheit geschaffen werden. Eine Implementierung in die Förderung hätte eine lenkende Wirkung in Richtung Energieeffizienz und Ökologie. Hier erfahren sie mehr zum Stand und der Empfehlung zur Weiterentwicklung der Materialeffizienz im Wohnbau.
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Fazit:
Regionale Produkte haben am Markt einen Nachteil, die Transportkosten sind zu günstig, es gibt keine Kostenwahrheit. Ein Bonus für regionale Produkte in der Föderung wäre hilfreich. Dasselbe gilt auch für ökologische Produkte: nicht nur ein guter U-Wert gehört belohnt, sondern auch der Beitrag zur Nachhaltigkeit. Hier ist die Politik gefordert, für Kunden einen Anreiz durch teilweise Kompensation von Mehrinvestitionen zu schaffen. Für Planer und Handwerker darf der Aufwand zum Nachweis den Nutzen nicht übersteigen, die Tools müssen praktikabel und gut anwendbar sein.
“Gesundes Wohnen” ist das Schlagwort, mit dem Kunden wesentlich mehr anfangen können wie mit Ökologie – auch wenn es unterm Strich dasselbe ist. Es braucht noch mehr Öffentlichkeits- bzw. Bewusstseinsarbeit, damit nachhaltige Lösungen vermehrt zum Einsatz kommen bzw. nachgefragt werden.

Stimmen:

“Wir vom Bau sind verantwortlich für unsere Lebensqualität und deshalb muss “gesundes Wohnen” Standard werden. Gerhard Müller, Müller Bau

“Die Politik ist aufgefordert, Anreize für nachhaltige Lösungen durch einen guten Förderrahmen zu setzten.” Marbod Lins, lins dach & fassade

 

Diese Veranstaltung wird im Zuge von GreenSan durchgeführt. GreenSan ist ein Projekt von Energieinstitut Vorarlberg, Energie- und Umweltzentrum Allgäu (eza!), Klimaschutz- und Energieagentur Baden-Württemberg (KEA), Energieagentur Ravensburg, Energieagentur St. Gallen und der baubook gmbh. Es wird unterstützt von der Europäischen Union im Rahmen von Interreg V und der Energieautonomie Vorarlberg.

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Vorarlberger Solar- und Wärmepumpentag 2017

Das Interesse nach Wärmepumpen, Solar- und Photovoltaikanlagen entwickelt sich nach wie vor positiv. Das haben uns auch zahlreiche positive Resonanzen bei den Ausstellern und den rund 2.000 Besuchern des letztjährigen Solar- und Wärmepumpentages bestätigt. Die VKW und das Energieinstitut Vorarlberg organisieren deshalb heuer wieder – bereits zum fünfzehnten Mal – diese erfolgreiche Veranstaltung.

Heuer erweitern wir die Produktpalette um Batteriespeicher, da Stromanwendungen im Wohnbau ein Megatrend werden. Beispielsweise durch die Kombination von Photovoltaik mit Wärmepumpe und Batteriespeicher.

Das bietet Ihnen der Vorarlberger Solar- und Wärmepumpentag

  • Die größte Produktausstellung im Westen von Solaranlagen, Photovoltaikanlagen und Wärmepumpen und heuer neu – Batteriespeicher
  • Die neuesten Markttrends und Entwicklungen
  • Kostenlose Energieberatung durch VKW und Energieinstitut Vorarlberg
  • Direkte Gespräche mit Vorarlberger Professionalisten
  • Und das alles kostenlos!

Mit dabei:

VAMOS – das famose Energiesparhaus, in dem Sie jede Menge Möglichkeiten finden, auch in Ihrem Haushalt Energie und Kosten einzusparen.

15. Vorarlberger Solar- und Wärmepumpentag

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    15. Vorarlberger Solar- und Wärmepumpentag

    Sa. 30. September 2017
    VKW Zentrale
    Bregenz

    Das bietet Ihnen der Vorarlberger Solar- und Wärmepumpentag Die größte Produktausstellung im Westen von Solaranlagen, Photovoltaikanlagen und Wärmepumpen und heuer neu - Batteriespeicher Die neuesten Markttrends und Entwicklungen Kostenlose Energieberatung ...

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  • Rahmenbedingungen für die solare Energiewende

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    Rahmenbedingungen für die solare Energiewende

    Mi. 04. Oktober 2017
    FH Vorarlberg
    Dornbirn

    Die Technik zur effizienten Nutzung der erneuerbaren Energie steht zur Verfügung, und es geht deshalb nur mehr darum, den Weg konsequent weiterzugehen. Auch wenn Förderungen für atomare oder fossile Energie ...

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  • Bau- und Sanierungstreff

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    Bau- und Sanierungstreff

    Di. 10. Oktober 2017
    Energieinstitut Vorarlberg
    Dornbirn

    Beim ersten Bau- und Sanierungstreff helfen unsere Energieberater, Haustechnikexperten und Planungsprofis herauszufinden, welche Potentiale in deinem Haus stecken, wo und wie du Neubau oder Sanierung am besten anfängst, welche Heizung ...

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  • Die Energieberatung zum Stromsparen

    Sie haben das Gefühl, dass Ihre Stromrechnung niedriger sein könnte? Die Kinder sind gerade aus dem Haus, der Stromverbrauch hat sich aber nicht wesentlich verringert? Sie möchten nicht mehr Strom verbrauchen, als Sie mir Ihrer PV-Anlage produzieren können? Durch eine persönliche Stromsparberatung vor Ort erfahren Sie, welche konkreten Einsparpotentiale in Ihrem Haus/Haushalt zu heben sind – und wie Sie das am besten angehen.

    Ihr Stromsparerfolg ist nur einen Anruf entfernt. Vereinbaren Sie noch heute einen Termin am Energietelefon unter 05572 / 31 202-112. Oder nutzen Sie unseren Rückrufservice, wir melden uns gern bei Ihnen.

    Das beinhaltet die Stromsparberatung

    1. Verbrauchseinschätzung (Wie hoch ist Ihr Stromverbrauch im Vergleich mit anderen Haushalten?)
    2. Bestandserfassung (Was verbraucht in Ihrem Haushalt alles Strom?)
    3. ggfs. Messung (falls erforderlich: Messung einzelner Verbraucher über einen längeren Zeitraum. Die Punkte 4 und 5 werden dann an einem Nachfolgetermin behandelt.)
    4. Potentialanalyse (Was kann eingespart werden?)
    5. konkrete Handlungsempfehlungen, Tipps und Tricks (Das können Sie tun…)

    Sind Messungen erforderlich, besteht die Beratung aus zwei separaten Terminen.

    Das kostet die Stromsparberatung

    Für die Stromsparberatung bezahlen Sie einen Selbstbehalt von 40,- Euro, auch wenn die Energieberaterin/der Energieberater aufgrund von Messungen ein zweites Mal zu Ihnen nachhause kommt.

    Klassische Fragen an die Stromsparberatung

    • Ist mein Stromverbrauch zu hoch?
    • Die Kinder sind aus dem Haus, der Stromverbrauch ist aber nicht gesunken, warum?
    • Welche Stromsparmaßnahmen lohnen sich bei mir am meisten?
    • Umwälzpumpe tauschen, bringt das was?
    • Wieviel Strom kann ich wirklich einsparen?
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    Unsere Profis in der Energieberatung zeigen Ihnen maßgeschneidert Ihre Stromsparpotentiale auf.

     

    Ein Hinweis zur Energieberatung

    Die Energieberatung ist ein Angebot des Energieinstitut Vorarlberg, das von den Vorarlberger Gemeinden, dem Land Vorarlberg, der Vorarlberger Kraftwerke AG und den Vorarlberger Raiffeisenbanken finanziell unterstützt wird. Im Rahmen der Vorgaben des Energieeffizienzgesetzes werden die geleisteten Energieberatungen der VKW AG angerechnet. Dafür wird Ihre Adresse sowie das Beratungsthema (nicht der Inhalt des Gesprächs und keine Details) an die VKW AG weiter geleitet. Die Daten dienen als Nachweis für die erbrachte Beratungsleistung gegenüber dem Gesetzgeber und werden nicht weiter verwendet. Sie können die Weitergabe der Daten an die VKW AG widerrufen, auf die Beratung hat das keinen Einfluss.

    Mit der Inanspruchnahme der Energieberatung akzeptieren Sie die Allgemeinen Geschäftsbedingungen des Energieinstitut Vorarlberg.

    PV-Strom – einspeisen, speichern, selber verbrauchen?

    Mit diesen Fragestellungen beschäftigten sich die Partnerbetriebe Traumhaus Althaus und Energieberater des Energieinstitut beim 2. Sanierungsforum in diesem Jahr. Gastgeber war dieses Mal die Mitgliedsfirma Inhaus, die ihren Energiepark für die Veranstaltung passenderweise zur Verfügung stellte. Vier Impulsreferenten bildeten einen Abriss über die Thematik, im Anschluss wurde ausgiebig diskutiert und sich ausgetauscht.

    Auf den Punkt gebracht:

    • Rahmenbedingungen – Zukunftsentwicklungen
      (Reinhard Nenning, Vorarlberger Energienetze GmbH)
       Zum PV-Thema ist mittlerweile hinreichend Wissen vorhanden und die Elektriker sind flächendeckend geschult. Gesetzliche Neuregelungen zur leichteren Umsetzung – vor allem von Gemeinschaftsanlagen – sind gerade in der Ökostromnovelle beschlossen worden. Die Stromspeicherung im Privatbereich ist aus Netzsicht nur/vor allem dann sinnvoll, wenn Spitzen aus dem Netz genommen werden („netzdienlicher Betrieb“) z.B. ein 10 kWh Speicher mit einer Ladeleistungsbegrenzung von 5 KW. Denn das Hauptproblem im Verteilernetzt ist die Spannungsanpassung (Bsp. Sonntag Nachmittag, wenn es viel Sonne gibt, der Bedarf aber sehr gering ist).
      Eine weitere Herausforderung ist die  Winterstromlücke von November bis Februar (kein PV-Strom, wenig Wasser) – das Netz muss auf den kältesten Wintertag ausgelegt sein und funktionieren. Im Sommer haben wir mehr als genug Strom, im Winter zu wenig. Die langfristige Stromspeicherung ist also das nächste große Thema. 
    • Erfahrungsbericht zur Eigenstromnutzung Kindergarten Muntlix
      (Thomas Roßkopf, Energieinstitut Vorarlberg)
      Eine Simulation hat aufgezeigt, dass sich der Ertrag durch eine West-Ost-Ausrichtung der PV Anlage auf dem Flachdach wesentlich erhöhen lässt (über 30 % Mehrertrag gegenüber Süd-Orientierung); dies wurde durch die Praxis bestätigt. Des Weiteren zeigte sich, dass möglichst alle elektrischen Verbraucher am selben Zählpunkt wie die PV-Anlage angeschlossen sein sollen – dadurch lässt sich der Eigennutzen optimieren. Der Eigennutzungsgrad konnte durch den Anschluss des Gemeindeamtes von 32 % auf 40 % optimiert werden.
    • Erfahrungsbericht Stromspeichereinbindung in einem Einfamilienhaus
      (Dietmar Staudacher, Fronius)
      Eine Kurzzeitspeicherungvon Strom ist mittlerweile sehr gut möglich, auch wenn die Anschaffung eines Speichers (noch nicht) wirtschaftlich ist. Bei diesem Fallbeispiel mit sehr hohem Stromverbrauch konnte ein Autarkiegrad von immerhin 57 % erreicht werden. Der Strombezug aus dem Netzt reduzierte sich durch den Speicher von 10.300 kWh auf 3.058 kWh, wobei der Verbrauch alleine durch den bewusteren Umgang mit dem Thema Strom um gut 30 % gesenkt werden konnte.
    • Infrarotpaneele – Fluch oder Segen: Eine Stellungnahme
      (Wilhelm Schlader, Energieinstitut Vorarlberg)
      Eine Infrarotheizung ist eine elektr. Widerstandsheizung, also eine Stromdirektheizung. Ihr Anteil an Strahlungswärme ist entgegen gängiger Argumente vergleichbar mit dem anderer Heizungssysteme (z.B. Fußboden- und Wandheizung). Verlockend sind der geringe Anschaffungspreis, eine schnelle Installation und praktisch keine Wartung. Jedoch sind die Betriebskosten und der CO2-Fußabdruck deutlich höher und müssen dem gegenüber gestellt werden. Problematisch ist, dass Strom vermehrt zu einer Zeit bezogen wird, in der die heimische Produktion, hauptsächlich durch Wasserkraft, am geringsten ist (Winterstromlücke). Der benötigte Strom kann durch eine eigene PV-Anlage nur zu einem sehr geringen Teil gedeckt werden (siehe Grafik). Der rechtlich erlaubte Einsatz ist deswegen in der Vlbg. Bautechnikverordnung und in der OIB-Richtlinie 6 genau geregelt und an strenge Anforderungen geknüpft. Sinnvoll ist der Einsatz nur in Ausnahmefällen. Mehr dazu im Faktencheck Infrarotheizung.
      Faktencheck Infrarotheizung 2017_ws
    • SUSI – die neue Strom-Unabhängigkeits-Simulation
      (Thomas Roßkopf, Energieinstitut Vorarlberg)
      Das im Energieinstitut entwickelte Tool steht ab sofort frei zur Verfügung und hilft bei der Abschätzung des Eigenverbrauchs aus der PV-Anlage, bei der Frage, ob ein Speicher sich lohnt sowie bei der Wirtschaftlichkeitsbetrachtung der PV-Anlagen allgemein.

    Fazit:
    Die Eigenstromnutzung aus PV-Anlagen kann durch verschiedene Maßnahmen optimiert werden, jedoch bleibt stets die Diskrepanz zwischen Produktions- und Verbrauchszeitpunkt bestehen. Vor allem in der Jahresbilanz wird die Überproduktion im Sommer und das Defizit im Winter klar sichtbar. Die große Herausforderung in unseren Breiten stellt also die Speicherung des Sommerüberschusses für die Wintermonate dar. Dazu braucht es vermehrte Anstrengungen im Bereich der Langzeit-Speicherung. Der Einsatz von Speichern im Privatbereich kann nur die Eigenverbrauchsquote bei Überschussproduktion (v.a. im Sommer) verbessern, hat aber keine nennenswert positive Auswirkung auf das Stromdefizit im Winter.

    Stimmen:
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    “Aus Sicht des Stromnetzes ist die Batteriespeicherung von PV-Strom nur dann zweckmäßig, wenn damit im Sinne eines netzdienlichen Betriebs die Spitzen aus dem Netz genommen werden.” Reinhard Nenning, Vorarlberger Energienetzte GmbH

    ws
    “Eine Infrarotheizung bleibt – bei aller technischer Optimierung – eine Stromdirektheizung. Dieses Heizsystem verstärkt die Problematik der  Winterstromlücke, die wir in Vorarlberg durch die Wasserkraft nun mal haben.” Wilhelm Schlader, Energieinstitut Vorarlberg

    tr
    “Die Praxis zeigt, dass die Produktion von PV-Strom und der Strombedarf sich in unseren Breiten auf das Jahr betrachtet nicht decken.” Thomas Roßkopf, Energieinstitut Vorarlberg


    Wolfgang Mathis

    “Die Ausrichtung und Platzierung (Sprichwort Verschattung) hat eine nicht zu vernachlässigende Auswirkung auf die Effizienz der Anlagen. Das zeigt auch das Beispiel Kindergarten Muntlix mit seiner Ost-West ausgerichteten Anlage deutlich.” Wolfgang Mathis, Müller Bau

     

     

    Diese Veranstaltung wird im Zuge von GreenSan durchgeführt. GreenSan ist ein Projekt von Energieinstitut Vorarlberg, Energie- und Umweltzentrum Allgäu (eza!), Klimaschutz- und Energieagentur Baden-Württemberg (KEA), Energieagentur Ravensburg, Energieagentur St. Gallen und der baubook gmbh. Es wird unterstützt von der Europäischen Union im Rahmen von Interreg V und der Energieautonomie Vorarlberg.

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    economicum Session 6 – Alles Strom!?

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    economicum Session 6 - Alles Strom!?

    Do. 05. Oktober 2017

    Strombasierte Systeme werden eine immer wichtigere Rolle bei einer immer "grüner" werdenden Stromerzeugung spielen. Informationen zu Forschungsvorhaben, Ergebnisberichte Szenarien, Erfahrungsaustausch von Varianten der Energieversorgungsysteme bis hin zu All-inklusive-Flatrate Modellen.

    weitere Informationen
  • Feldkircher Kleinwasserkraftwerke öffnen am 9. Juni 2017 ihre Türen

    Auf Initiative vom Verein Kleinwasserkraft Österreich – der Interessensvertretung von über 3.000 Kleinwasserkraftwerken in Österreich – findet am 9. Juni 2017 erstmals in ganz Österreich der „Tag der Kleinwasserkraft“ statt. An diesem Tag präsentieren sich Kraftwerke in allen Bundesländern der Öffentlichkeit.

    In Feldkirch öffnen auch die Kraftwerke Mühletorplatz und Illspitz ihre Türen für interessierte Besucherinnen und Besucher. Die Stadtwerke Feldkirch werden zwischen und 17 Uhr für Führungen, Auskünfte und Informationen rund um diese beiden Kraftwerke zur Verfügung stehen. Sie ermöglichen spannende Einblicke in zwei Wasserkraftwerke, die im Abstand von über hundert Jahren erbaut wurden.

    Die beiden Kraftwerke

    Kraftwerk Illspitz | Bildnachweis Walser Kraftwerk Illspitz
    Baujahr 2014
    Kaplanturbinen mit 7,2 MW Gesamtleistung
    Kleinwasserkraftwerk Feldkirch Mühletor | Bildnachweis Stadtwerke Feldkirch

    Kraftwerk Mühletorplatz
    Baujahr 1906
    Francisturbinen mit 2,2 MW Gesamtleistung

    Anfahrt am besten mit dem Rad

    Das Kraftwerk Mühletorplatz liegt mitten in der Feldkircher Innenstadt und ist daher mit allen Verkehrsmitteln bestens erreichbar. Zum Kraftwerk Illspitz ist die Zufahrt mit dem PKW nicht möglich – um 10 und um 14 Uhr verkehrt ein Shuttlebus zwischen Mühletorplatz und Illspitz. Am besten lässt sich der Besuch der beiden Kraftwerke aber mit einer kleinen Radtour verbinden (die Radstrecke zwischen den beiden Kraftwerken führt entlang der Ill und ist rund acht Kilometer lang).

    Weitere Infos finden sich (in Kürze) auf der Website der Stadtwerke Feldkirch.

     

    Reduktion des Wärmebedarfs und der Kosten im Unternehmen

    Der Wärmebedarf ist für ca. 28% des gesamten industriellen Endenergiebedarfs in Europa verantwortlich. Für Raumheizung werden weitere 27% veranschlagt. Nach wie vor besteht ein großes, unerschlossenes Potenzial zur Verbrauchs- und Kostenreduktion.

    Letzter Aufruf: Frist für Heizöl-Leicht bzw. Schwechat 2000 Heizungen in Betrieben läuft ab!
    Gleich vorweg: Läuft bei ihnen noch eine betriebliche Heizöl-Leicht bzw. Schwechat 2000 Anlage kleiner als 400kW? Dann beeilen Sie sich. Sie müssen die Anlage bis Ende 2017 abgeschaltet bzw. umgerüstet haben. Förderungen machen es leichter vom Öl weg zu kommen.

    Mit der Wahl ihrer Heizanlage im Betrieb bestimmen sie für viele Jahre ihre Wärmekosten. Ein regelmäßiger Check des Heizraums durch unabhängige Experten ist immer angesagt.

    Wir helfen Ihnen gerne weiter. Nähere Informationen finden Sie hier.