Drei Fragen an: Karl-Heinz Strele

1. Wofür schlägt Ihr Herz: für die Photovoltaik oder die Solarthermie?

Sowohl als auch. Das hängt von der jeweiligen Anwendung und dem, was ich mit einer Solaranlage erreichen möchte, ab. Ich finde es schade, daß derzeit Solarthermie und Photovoltaik gegeneinander ausgespielt werden, vielfach mit falschen Zahlen, Argumenten und Unwahrheiten – man bedenke einfach, daß PV-unterstütztes, autarkes Heizen in unseren Breiten noch nicht möglich ist und daß thermische Solaranlagen einen ca. 3-mal so hohen Wirkungsgrad wie PV-Anlagen aufweisen und in der Anschaffung wesentlich günstiger sind.

2. Was empfehlen Sie mir, damit meine Solaranlage möglichst viel und möglichst lange Ertrag liefert?

Ich empfehle Ihnen, Ihre thermische Solaranlage regelmäßig selbst hinsichtlich Funktion und Ertrag zu beobachten. Fehlfunktionen oder gar ein Stillstand werden dabei sehr schnell erkannt. Weiters sollte die Solaranlage jährlich, längstens alle zwei Jahre von Ihrem Installateur überprüft und serviciert werden, Dazu zählt auch die Reinigung der Kollektoren, sofern diese einfach zugänglich sind. Diese Maßnahmen gewährleisten eine lange Lebensdauer und einen konstanten Ertrag Ihrer Solaranlage.

3. Irgendwann ist auch ein perfekt gewartetes Heizsystem am Ende. Was dann?

Hier gilt es in Zusammenarbeit mit Ihrem Installateur ein neues, wirtschaftliches Heizsystem mit möglichst geringen CO2-Emissionen auszuwählen, zu planen und zu installieren. Eine Kombination mit einer thermischen Solar und-/oder Photovoltaikanlage ist dabei meist sehr sinnvoll. Wünschenswert sind vorausschauende und vorbeugende Erneuerungen alter Heizsysteme, um kurzfristige Notsanierungen ohne Alternativenprüfung in der kalten Jahreszeit zu vermeiden. In Anbetracht der jetzigen Zinssituation sind Investitionen in energiesparende Heizsysteme wirtschaftlich sehr sinnvoll, Kapitalverzinsungen von 3 bis 8% können recht leicht erreicht werden.

3 Fragen an... Karl-Heinz Strele

Seminar “Komfortlüftung kompakt”

Das Energieinstitut Vorarlberg veranstaltet ein Fachseminar zum Thema Komfortlüftung.

Als unabhängiger Referent konnte der österreichische Lüftungsexperte Herr Ing. Wolfgang Leitzinger gewonnen werden. Herr Leitzinger ist Inhaber des auf Raumluftdesign spezialisierten Ingenieurbüros “leit-wolf Luftkomfort” und arbeitet in diversen Fachgremien für österreichische und europäische Normen für Komfortlüftung.

Termin: Donnerstag, 23. November 2017
Zeit: 09:00 – 17:00 Uhr
Ort: Energieinstitut Vorarlberg, Stadtstrasse 33, Dornbirn
Raum: Seminarraum 2.OG

Detailinformationen finden Sie hier.

Diese Veranstaltung wird im Zuge von GreenSan durchgeführt. GreenSan ist ein Projekt von Energieinstitut Vorarlberg, Energie- und Umweltzentrum Allgäu (eza!), Klimaschutz- und Energieagentur Baden-Württemberg (KEA), Energieagentur Ravensburg, Energieagentur St. Gallen und der baubook gmbh. Es wird gefördert von der Europäischen Union im Rahmen von Interreg Alpenrhein-Bodensee-Hochrhein und der Energieautonomie Vorarlberg.

 

economicum on the road 2017

economicum on the road 2017 zeigt beispielhafte Lösungen für heute, morgen und übermorgen, die in der Ostschweiz bereits realisiert wurden. Die drei ausgewählten Projekte werden zunächst von den Planern detailliert erläutert, bevor wir diese vor Ort besichtigen.

Die Exkursion führt nach Brütten, wo wir das energieautarke MFH der Gemeinschaft Umwelt Arena Schweiz besichtigen. Die Reise führt uns weiter nach Zürich. Hier stellen uns Arch. Karl Viridén und Arch. Beat Kämpfen Möglichkeiten vor, wie Architektur und Photovoltaik einen gemeinsamen Weg finden und wie aus einer 70iger-Jahre Energieschleuder ein energiesparendes Gebäude für die Zukunft werden kann.

Weitere Informationen zur Exkursion und zur Anmeldung finden Sie hier.

energieautarkes MFH umweltarena.ch

energieautarkes MFH umweltarena.ch

 

Komfortlüftung kompakt – eintägiger Qualifizierungskurs

  • Lüftung-1280x800px

    Komfortlüftung kompakt – eintägiger Qualifizierungskurs

    Do. 23. November 2017
    Energieinstitut Vorarlberg
    Dornbirn

    In unserem produktneutralen Qualifizierungskurs erhalten Sie einen aktuellen Überblick zu modernen Komfortlüftungssystemen. Von der Konzeptionierung und Dimensionierung über Steuerungsstrategien bis zur Reinigung, erfahren Sie alle wichtigen Punkte, um in der Beratung, bei Planung, Ausführung und Service sicher auftreten zu können.

    weitere Informationen
  • Drei Fragen an: Thomas Roßkopf

    1. Kann mein Haus zum Beispiel im Zuge einer Sanierung „energieautonom“ werden?

    Grundsätzlich ist es nicht schwer, die Energie, die verbraucht wird, selbst zu produzieren – zumindest in der Jahresbilanz. Eine 5 kWp-Photovoltaikanlage reicht im Niedrigenergiegebäude mitunter schon aus, um den Strom für Haushalt und Wärmepumpe zu produzieren. Bei den momentanen Rahmenbedingungen ist eine Photovoltaikanlage aber nur dann wirtschaftlich, wenn es gelingt, den Netzbezug deutlich zu verringern. Jede Kilowattstunde Strom, die ich nicht aus dem Netz beziehe, sondern aus dem selbst produzierten Strom abdecke, kann ich mit meinem Strombezugspreis gegenrechnen. Der ist ein Vielfaches vom reinen Marktpreis, den ich für die Einspeisung ins Netz bekomme.

    2. Wie verringert man den Netzbezug am besten?

    Indem Geräte so eingestellt werden, dass sie dann laufen, wenn die PV-Anlage Strom produziert. Das erleichtern Smart-Grid-fähige Geräte, neue Wärmepumpen beispielsweise besitzen diese Funktion. Haushaltsgeräte können das zum Teil auch, brauchen aber in der Regel so wenig Strom, dass sie den Eigenverbrauch nur geringfügig erhöhen. Es kann sich auch anbieten, den überschüssigen Strom zur Warmwasserbereitung zu nutzen.

    3. Wenn das nicht reicht, kommen wir zum Batteriespeicher. Wie sieht es damit aus?

    Batteriespeicher erhöhen den Anteil des Stroms, der selbst genutzt werden kann. Aufgrund der derzeitigen Strom- und Speicherpreise reicht der eingesparte Netzbezug aber noch nicht aus, um den Speicher zu refinanzieren. Was noch dazukommt: Der Speicher braucht für seiner Herstellung Energie, die er nicht wieder zurückgewinnt, weil er ja keine Energie produziert – im Gegensatz zu Solar- oder Photovoltaikanlagen, die ihre Herstellungsenergie um ein Vielfaches wieder hereinbringen.

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    Ist Ihre Heizung fit für den Winter?

    Einstellung der Heizungspumpe prüfen

    Stromfresser Nummer eins im Heizungskeller ist die Umwälzpumpe. Sie macht bis zu zehn Prozent des gesamten Stromverbrauchs im Haushalt aus. Ihr etwas Aufmerksamkeit zu widmen, ist daher immer lohnenswert. Oft laufen Pumpen auf der maximalen Stufe. Drehen Sie die Pumpe von drei auf zwei oder von zwei auf eins. Wenn es dann nicht warm genug wird, drehen Sie die Pumpe einfach wieder um eine Stufe hoch.

    Heizungspumpe tauschen

    In so gut wie jedem Fall lohnt es sich, die stufengeregelte Pumpe durch eine neue zu tauschen. Hocheffizienzpumpen verfügen über verbrauchsarme Motoren und eine Regelung, die es der Pumpe erlaubt, ihre Leistung (und damit den Stromverbrauch) besser an die Anforderungen im Heizsystem anzupassen. Im Gegensatz zu einer ungeregelten Pumpe, die ihre Leistung einfach ins Verteilsystem pumpt – vergleichbar mit einem Radfahrer, der bergauf kräftig in die Pedale tritt und, wenn es flacher wird gleichzeitig bremst, anstatt weniger stark zu treten. Der Tausch von Pumpen wird derzeit von illwerke vkw, den Stadtwerken Feldkirch und den Vorarlberger Installateuren mit insgesamt 80,- Euro gefördert.

    Der Tausch von Umwälzpumpen lohnt sich – nicht nur weil er von illwerke vkw, den Stadtwerken Feldkirch und den Vorarlberger Installateuren gefördert wird.

    Thermostatventile montieren

    Mit Thermostatventilen lässt sich der Energieverbrauch für die Heizung und die neue Umwälzpumpe deutlich senken. Thermostatventile sorgen – einmal richtig eingestellt – zudem ohne weiteren Betreuungsbedarf dafür, dass Räume nicht überheizt werden.

    Geräusche im Heizkörper nicht ignorieren

    Geräusche in Heizkörpern signalisieren immer Handlungsbedarf. Ein Rauschen ist Indiz für eine zu hohe Fließgeschwindigkeit und empfiehlt, die Pumpe zumindest eine Stufe niedriger zu stellen. Glucksen hingegen deutet auf Luft im Heizkreis hin und behindert die gute Verteilung der Wärme im System. Entlüften ist angesagt.

    Heizungsrohre dämmen

    Wird es im Heizkeller wärmer, als im Wohnzimmer, gilt das Augenmerk der Dämmung von Rohren und Speicher. Generell sollte im Heizraum kein Kupfer sichtbar sein. Eine kleine Investition in Dämmmanschetten aus dem Baumarkt oder vom Fachhandel lohnt sich dann in jedem Fall.

    Damit es schön behaglich und der finanzielle Aufwand fürs Heizen überschaubar bleibt, müssen Heizung und Verteilsystem regelmäßig überprüft werden.

    Damit es schön behaglich und der finanzielle Aufwand fürs Heizen überschaubar bleibt, müssen Heizung und Verteilsystem regelmäßig überprüft werden.

    Heizung regelmäßig prüfen lassen

    Die Heizung ist grundsätzlich ein strapaziertes System. Lange Betriebszeiten von Oktober bis Mai und kalte Tage im Winter fordern es ordentlich. Alle zwei bis vier Jahre lohnt sich daher ein Service. Er stellt sicher, dass die Heizkurve richtig eingestellt und die Warmwassertemperatur im Speicher an die Anforderungen angepasst ist. Die richtige Einstellung der Elektro-Patrone ermöglicht es, dass das Warmwasser im Winter über das Heizsystem und damit deutlich kostengünstiger bereitgestellt wird. Das Prüfen der Heizanlage auf Undichtigkeiten macht in regelmäßigen Abständen ebenfalls Sinn und muss vom Profi vorgenommen werden.

    Blick auf die Solaranlage werfen

    Ein sonniger Herbsttag eignet sich auch bestens, die Solaranlage zu überprüfen. Insbesondere, wenn der Installateur wegen des Tausches der Umwälzpumpe oder dem Heizungsservice ohnehin im Haus ist.

    Kostenlosen Rat holen

    Die gute Wartung der Heizung ist kein überflüssiger Luxus. Der Energiebedarf eines ungewarteten oder schlecht eingestellten Systems kann sich um einen  zweistelligen Prozentbetrag erhöhen und kostet weitgehend unbemerkt Energie und Geld. Fragen zur Heizung beantworten die Haustechnikberater am Energietelefon (siehe Randspalte).

    economicum on the road 2017

    economicum on the road 2017 zeigt beispielhafte Lösungen für heute, morgen und übermorgen, die in der Ostschweiz bereits realisiert wurden. Die drei ausgewählten Projekte werden zunächst von den Planern detailliert erläutert, bevor wir diese vor Ort besichtigen.

    Die Exkursion führt nach Brütten, wo wir das energieautarke MFH der Gemeinschaft Umwelt Arena Schweiz besichtigen. Die Reise führt uns weiter nach Zürich. Hier stellen uns Arch. Karl Viridén und Arch. Beat Kämpfen Möglichkeiten vor, wie Architektur und Photovoltaik einen gemeinsamen Weg finden und wie aus einer 70iger-Jahre Energieschleuder ein energiesparendes Gebäude für die Zukunft werden kann.

    Weitere Informationen zur Exkursion und zur Anmeldung finden Sie hier.

     

    Das war der 15. Solar- und Wärmepumpentag

    Umweltfreundliches Heizen und die Energiegewinnung aus der Sonne boomen in Vorarlberg: Das wurde beim 15. Solar- und Wärmepumpentag am Firmensitz von illwerke vkw in Bregenz deutlich. 1200 Besucher informierten sich bei den 25 Ausstellern, die einen fast vollständigen Überblick über die in Vorarlberg angebotenen Produkte boten. Zum 15-Jahr-Jubiläum zog der Vorarlberger Energie-Landesrat Erich Schwärzler eine positive Bilanz „Hier wird die gewaltige Entwicklung der Branche sichtbar, die ganz direkt zur Energieautonomie Vorarlbergs beiträgt.“

    Der Marktanteil von Wärmepumpen bei Einfamilienhäusern stieg seit 2002 von 8 auf über 80 Prozent. Die installierte Leistung der Photovoltaikanlagen stieg ebenfalls um etwa das Zehnfache auf 55.000 kW peak. Die Fläche der Sonnenkollektoren zur Warmwassergewinnung erhöhte sich in diesem Zeitraum von 86.000 auf 280.000 Quadratmeter. Dies entspricht 0,75 Quadratmeter pro Einwohner.

    Seit den Anfängen vor 15 Jahren beim Solar- und Wärmepumpentag dabei (von links): Lucas Rupp (Weider Wärmepumpen), Markus Brändle (Brändle Installationen), Wilhelm Schlader (Energieinstitut), Lothar Gunz (Plankel Bohrtechnik) und Frank Widmann (illwerke vkw).

    Seit den Anfängen vor 15 Jahren beim Solar- und Wärmepumpentag dabei (von links): Lucas Rupp (Weider Wärmepumpen), Markus Brändle (Brändle Installationen), Wilhelm Schlader (Energieinstitut), Lothar Gunz (Plankel Bohrtechnik) und Frank Widmann (illwerke vkw).

    Batteriespeicher im Trend

    Auch die technologische Entwicklung wird beim Solar- und Wärmepumpentag deutlich: Standen in den Anfangsjahren neben den Wärmepumpen noch thermische Solaranlagen im Fokus, geht der Trend seit einigen Jahren zu Photovoltaikanlagen.

    Über 1200 Besucherinnen und Besucher informierten sich beim 15. Vorarlberger Solar- und Wärmepumpentag von Energieinstitut und illwerke vkw in Bregenz.

    Über 1200 Besucherinnen und Besucher informierten sich beim 15. Vorarlberger Solar- und Wärmepumpentag von Energieinstitut und illwerke vkw in Bregenz.

    In diesem Jahr waren erstmals auch Batteriespeicher zu sehen, die Strom aus Photovoltaikanlagen puffern. „Das Interesse ist groß, auch wenn die Zahl der tatsächlich installierten Anlagen derzeit noch gering ist“, resümiert Energieinstitut Vorarlberg-Geschäftsführer Josef Burtscher. Die Batteriespeicher seien inzwischen ausgereift, die Preise fallen. „Vielen Kunden ist es wichtig, den selbst erzeugten Strom auch selbst zu nützen.“

    Schritt für Schritt zur Energieautonomie

    Helmut Mennel, Vorstand von illwerke vkw, begrüßt diese Entwicklung: „Wir haben uns ganz dem Ziel der Energieautonomie verschrieben. Wärmepumpen und Solaranlagen leisten einen wichtigen Beitrag dazu.“ Das Netz der VKW in Vorarlberg werde dadurch gut ergänzt. Mennel verweist auch auf das Engagement der illwerke-vkw-Gruppe für die Elektromobilität: „Strom ist die Energieform der Zukunft in allen Lebensbereichen, auch in der Mobilität.“

    Grund zum Feiern beim 15. Solar- und Wärmepumpentag in Bregenz (von links): illwerke-vkw-Vorstand Helmut Mennel, Energie-Landesrat Erich Schwärzler, Energieinstitut-Geschäftsführer Josef Burtscher und Martin Seeberger (illwerke vkw).

    Grund zum Feiern beim 15. Solar- und Wärmepumpentag in Bregenz (von links): illwerke-vkw-Vorstand Helmut Mennel, Energie-Landesrat Erich Schwärzler, Energieinstitut-Geschäftsführer Josef Burtscher und Martin Seeberger (illwerke vkw).

    Energie-Landesrat Schwärzler sieht die Information der Bevölkerung als wichtige Aufgabe auch für die kommenden Jahre: „Das Interesse der Vorarlbergerinnen und Vorarlberger ist ungebrochen, wie der Solar- und Wärmepumpentag auch nach 15 Jahren beweist. Energieinstitut Vorarlberg und illwerke vkw schaffen mit ihren Beratungsangeboten Orientierung im vielfältigen Markt.“

    Alles Wissenswerte zur Wärmepumpe als umweltfreundliche Heizung finden Sie hier.

    Text: Wolfgang Pendl/Pzwei. Pressearbeit / Bilder: Andreas Uher

    Inhouse-Schulungen: Unser Know-how auf Ihren Punkt gebracht

    Der zentrale Vorteil von Inhouse-Schulungen: Inhalte, Kursdauer und Anforderungen sind individuell auf Ihren Bedarf angepasst. Von der kurzen Besprechung bis zum einwöchigen Intensiv-Workshop sind alle Varianten denkbar. Das Büro BDT| IB Bauphysik in Frastanz hat die Inhouse-Schulung sogar mit einem kleinen Betriebsausflug kombiniert. „Ein wesentlicher Grund für die Entscheidung zur Inhouse-Schulung war, dass die Schwerpunkte speziell auf Fragestellungen unseres Büros abgestimmt werden konnten. Eine derart optimierte, individuelle Herangehensweise ist in einem allgemeinen, öffentlichen Kurs nicht in der gewünschten Tiefe möglich“, so BDT| IB-Geschäftsführer Karlheinz Wille. Dass die Schulung auf der Hütte Millrütte stattfand, habe darüber hinaus positiv zum Teambuilding beigetragen.

    Geschützter Rahmen für eine offene Diskussion

    Die Inhouse-Schulung ermöglicht es, Herausforderungen in laufenden Projekten anzugehen, die in einer „öffentlichen“ Schulung nicht angesprochen werden können – sei es aus Diskretion dem Auftraggeber oder aus Respekt den anderen Kursteilnehmern gegenüber, sie nicht mit der Vertiefung von Details zu „nerven“. Ein Vorteil, den auch Karlheinz Wille sieht: „Speziell kleinere Ingenieurbüros können einen Mehrwert aus der verfügbaren Schulungszeit ziehen, da betriebseigene Themen vertieft werden können. Aufgrund der räumlichen Nähe, der Kenntnis von regionalen Gegebenheiten und der Kompetenz der Kursleiter können individuelle Programme bestens abgestimmt werden.“

    Sie wünschen, wir spielen

    Die Inhalte sind breit gestreut: von Einführungen in PHPP, Polysun, JAZcalc oder dynamische Wirtschaftlichkeitsberechnungen über das gemeinsame Befüllen von Arbeitsblättern in PHPP, die selten oder bis dato gar nicht gebraucht wurden, bis hin zur architektonischen Detailoptimierung von Bauteilen oder Wärmebrücken reicht das Portfolio. Die Verrechnung erfolgt auf Stundenbasis (80,– Euro/Stunde), für mehrtägige Schulungen werden gemeinsam Paketlösungen erarbeitet. Die Schulungen können in Ihrem Büro oder an einem Ort Ihrer Wahl stattfinden. Auf Wunsch stellt das Energieinstitut Vorarlberg kostenlos Seminarräume zur Verfügung.

    Nachhaltig(er) Bauen – Neuheiten und Trends

    Fachleute aus unterschiedlichen Gewerken kamen beim gastgebenden Partnerbetrieb Müller Bau zusammen und tauschten sich über ökologische Alternativen am Bau, den Ökoindex und neue Entwicklungen für die energieeffiziente Sanierung aus. Fünf kurze Präsentationen brachten die Teilnehmer auf den neuesten Stand und lieferten die Grundlage für die anschließende Diskussion.

    Auf den Punkt gebracht:

    • Nachhaltiges Firmenengagement (Gerhard Müller, Müller Bau)
      Für die 1967 gegründete Firma mit mittlerweile 44 Mitarbeitern war Nachhaltigkeit immer schon wichtig. So wurde damals die erste Solaranlage auf einem schlüsselfertigen Haus installiert, es wurde die erste PV-Anlage auf einer Wohnanlage mit Mitarbeiterbeteiligung realisiert. Müller Bau baute auch die erte Passivhaus-Wohnanlage in Mäder. Momentan arbeiten sie mit Partnern an einem Label “schadstofffrei” und verbannen sukkzessive sämtliche Schäume von den Baustellen. Die Umsetzung funktioniert und erfordert einzig eine andere Herangehensweise. Daneben ist Müller Bau auch betriebsintern nachhaltig unterwegs: ÖKOPROFIT und neu ÖKOPROFIT PLUS-Betrieb, Mitglied im Klimaneutralitätsbündnis, Erstellung der Gemeinwohl-Bilanz.

    • Dünnschicht-Bodenheizsystem (Philipp Hofer, Röfix)
      Gerade in der Sanierung stellen niedrige Raumhöhen, unterschiedliche Bodenniveaus, Sockelanschlüsse bei Stiegen und Türen, etc. ein Problem dar. Die nachträgliche Unterbringung einer Fußbodenheizung ist deswegen z.B. oft nur schwer oder gar nicht möglich. Nach einer umfassenden Sanierung wäre dieses Niedertemperatursystem jedoch ideal, um den geringen Wärmebedarf des Gebäudes zu bedienen. Mit einer Aufbauhöhe von nur 35 mm bietet das neue Dünnschicht-Bodenheizsystem hier ganz neue Möglichkeiten, um auch in der Sanierung den Komfort eines Neubaus zu erreichen.

    • Aerogel – Dämmputz (Emil Pfister, Röfix)
      Aerogele wurde ursprünglich für die Raumfahrt entwickelt. Sie bestehen zumeist aus Silikat. Ihre Leichtigkeit beruht darauf, dass sie zu gut 95% aus Luft bestehen und eine extrem poröse Gefügestruktur (Nanoporen) aufweisen. Die darin eingeschlossenen Luftmoleküle können Wärme somit nicht mehr übertragen. Als Zuschlagstoff im Putz verwendet ergibt das einen Hochleistungsdämmputz mit einer sehr geringen Wärmeleitfähigkeit von nur 0,029 W/mK (2-3 Mal besserer Wert als herkömmliche Wärmedämmputze). Er ist dampfdiffusionsoffen, wasserabweisend, nicht brennbar, hat auf Grund der Alkalinität eine hohe Resistenz gegen Algen und Pilze und wegen der hochporösen Gefügestruktur sehr gute akkustische Eigenschaften. Der Einsatz bietet sich vor allem in der energetischen Altbausanierung (Gassen, Einfahrten, . . .), sowie zur Wärmedämmung von historischer Bausubstanz – sowohl im Innen- und Aussenbereich – an.

    • Monolithische Bauweise (Gerhard Müller, Müller Bau)
       2013/14 fanden die ersten Überlegungen im Betrieb statt, komplett auf eine monolithische Bauweise umzusteigen (50 cm Hochlochziegel). Auschlaggebend war, dass Müller Bau als Massivbauer auf ein Wärmedämmverbundsystem, das zwar gut dämmt, dessen  Dämmstoff im Verbund aber weder recyclebar noch nachwachsend ist, verzichten wollten. Erfolgreiche Überzeugungsarbeit intern und bei ihren Partnerbetrieben führte zu einem Grundsatzbeschluss. Die Vorteile lagen auf der Hand: ein natürlicher Baustoff mit hervorragenden bauphysikalischen Eigenschaften (dampfdiffusionsoffen, höchste Brandschutzklasse, gute Dämmwirkung mit U-Wert von ca. 0,16 W/m²K mit Dämmputz, Massespeicher), langlebig, wartungsarm, kein Materialallerlei auf der Baustelle, sichere und rasche Verarbeitbarkeit, in Verbindung mit Kalkputz Algen-hemmend, einfache Trenn- und Recyclierbarkeit, keine Belastung der Umwelt. Es wurden drei Jahre Zeit in die Entwicklung der Details gesteckt (höherer Anforderung an Genauigkeit und Anschlusslösungen), die Mitarbeiter und Partnerfirmen wurden entsprechend geschult. Mitlerweile sind auch die meisten Anfragen – trotz leicht erhöhter Errichtungskosten – in diese Richtung.

    •  Ökoindex Bauteilbewertung (Christoph Sutter, EIV )
      Mit Hilfe dieser Bauteilbewertung gibt es nun neben dem U-Wert für die Einschätzung der Energieeffizienz auch eine Möglichkeit, ein Bauteil auf seine ökologische Nachhaltigkeit hin zu bewerten. Der U-Wert alleine sagt ja nur etwas über die Wärmedurchlässigkeit aus, jedoch nichts über das eingesetzte Material oder dessen Nachhaltigkeit. Unter www.baubook.info/BTR/ gelangen sie zum Bauteilrechner.
      Vergleich AWI 03a_03b

    •  Materialeffizienz Vorarlberg (Harald Gmeiner, EIV)
      Um die Ziele der Energieautonomie Vorarlberg zu erreichen ist ein wichtiger Hebel die Reduktion des Energieverbrauchs im Gebäudebereich. Dies wiederum verursacht zusätzliche Material-, (Graue) Energieaufwände und Treibhausgasemmisionen. Immerhin 50 % des Ressourcenverbrauchs in Österreich gehen insgesamt zu Lasten der Baubranche. Die Betrachtung der Materialeffizienz leistet somit einen wichtigen Beitrag zur Erreichung der Energieautonomieziele. Der Anfang ist durch den Oekoindex gemacht, jedoch erst durch die Implementierung der Bilanzierungsgrenze 3 (gesamtes Gebäude statt lediglich der thermischen Gebäudehülle) – nicht nur für öffentliche Bauten, sondern für alle Gebäude, sowie einer Vereinfachung und Harmonisierung der Kriterien kann hier echte Klarheit geschaffen werden. Eine Implementierung in die Förderung hätte eine lenkende Wirkung in Richtung Energieeffizienz und Ökologie. Hier erfahren sie mehr zum Stand und der Empfehlung zur Weiterentwicklung der Materialeffizienz im Wohnbau.
      Material_Energie_1900-2015

    Fazit:
    Regionale Produkte haben am Markt einen Nachteil, die Transportkosten sind zu günstig, es gibt keine Kostenwahrheit. Ein Bonus für regionale Produkte in der Föderung wäre hilfreich. Dasselbe gilt auch für ökologische Produkte: nicht nur ein guter U-Wert gehört belohnt, sondern auch der Beitrag zur Nachhaltigkeit. Hier ist die Politik gefordert, für Kunden einen Anreiz durch teilweise Kompensation von Mehrinvestitionen zu schaffen. Für Planer und Handwerker darf der Aufwand zum Nachweis den Nutzen nicht übersteigen, die Tools müssen praktikabel und gut anwendbar sein.
    “Gesundes Wohnen” ist das Schlagwort, mit dem Kunden wesentlich mehr anfangen können wie mit Ökologie – auch wenn es unterm Strich dasselbe ist. Es braucht noch mehr Öffentlichkeits- bzw. Bewusstseinsarbeit, damit nachhaltige Lösungen vermehrt zum Einsatz kommen bzw. nachgefragt werden.

    Stimmen:

    Gerhard Müller

     “Wir vom Bau sind verantwortlich für unsere Lebensqualität und deshalb muss “gesundes Wohnen” Standard werden. Gerhard Müller, Müller Bau

    Marbod Lins
    “Die Politik ist aufgefordert, Anreize für nachhaltige Lösungen durch einen guten Förderrahmen zu setzten.” Marbod Lins, lins dach & Fassade

     

     

    Diese Veranstaltung wird im Zuge von GreenSan durchgeführt. GreenSan ist ein Projekt von Energieinstitut Vorarlberg, Energie- und Umweltzentrum Allgäu (eza!), Klimaschutz- und Energieagentur Baden-Württemberg (KEA), Energieagentur Ravensburg, Energieagentur St. Gallen und der baubook gmbh. Es wird gefördert von der Europäischen Union im Rahmen von Interreg Alpenrhein-Bodensee-Hochrhein und der Energieautonomie Vorarlberg.