Das Servicepaket „Nachhaltig:Bauen in Gemeinden“ bietet seit 2006 den Vorarlberger Gemeinden Unterstützung beim energetisch und ökologisch optimierten Bauen von öffentlichen Gebäuden an. Über 60 Gemeindebauten wurden mittlerweile begleitet und es kommen laufend neue dazu.
Project Documentation: Service Package Sustainable Building in the Community, the englisch version see below.

Servicepaket Nachhaltig:Bauen in der Gemeinde
Wer ist beteiligt und was nützt es?

Beteiligte sind der Umweltverband, mit den Aufgabenfeldern EU konforme Ausschreibung und Ablaufplanung, die Firma Spektrum, verantwortlich für die  Bauökologie, und das Energieinstitut Vorarlberg für die Optimierung des Energiestandards.

Der Mehrfachnutzen für die Gemeinde:
Sie erhält Rechtssicherheit bei der Ausschreibung von ökologischen Bauteilen, durch die Supervision der beteiligten Institute ist eine optimierte Planung, ökologische Optimierung und qualitätsgesicherte Bauausführung samt Dokumentation gesichert.
Die Gemeinden erhalten für 1 bis 3 % Mehrkosten ein nachhaltiges Projekt mit höherer Lebensdauer, geringeren Betriebskosten und höherer Nutzerqualität.

Was wurde bisher erreicht?

Der Imagegewinn der Pioniergemeinde Ludesch durch das neue Gemeindezentrum war enorm. Erfreulicherweise ziehen immer mehr Gemeinden nach. Die Liste der ökologisch und energetisch optimierten öffentlichen Gebäude wird immer länger. Auch handelt es sich keineswegs nur um Neubauten. Die Hälfte der Bauaufgaben sind Sanierungen, am häufigsten handelt es sich um Schulen.
Auch diese erreichen annähernd den Passivhausstandard und werden mit ökologischen Baustoffen saniert. Und das riecht man auch. Kein Farbgestank, kein Kleber, sondern angenehme Raumluft mit kontrollierter Belüftung sorgt für gesundes Innenklima und ausreichend Sauerstoff in den Klassenzimmern.

Projektdokumentation Nachhaltig:Bauen in Gemeinden

Die ersten 32 Gebäude, die durch das Servicepaket begleitet wurden, sind in einer Dokumentation veröffentlicht, die 2014 im Programm Alpine Space, Projekt AlbBC, erarbeitet wurde. Öffentliche Gebäude, die ihrer Vorbildfunktion gerecht werden und einen Besuch lohnen. Die Dokumentation ist als Exkursionsführer für Gemeindeverantwortliche gedacht, die selber Entscheidungen zu Bauprojekten fällen müssen und sich vorher gute Beispiele ansehen wollen. Das Inhaltsverzeichnis ist nach Bauaufgaben gegliedert und ermöglicht  durch die Übersichtskarte eine Route durch Vorarlberg zu planen.

Module im Servicepaket

Den Gemeinden wird im Prozessablauf kein fertiges Produkt übergestülpt, sondern sie können die Begleitung im Servicepaket in verschiedenen Modulen wählen und bestimmen stets die Parameter ihrer Planung.

Modul  1 wird mit den Gemeindevertretern ein ökologisches Programm erarbeitet, das als verbindlicher Leitfaden für alle PlanerInnen dient. Diese Zielwerte betreffen z.B. den Heizwärmebedarf, den Endenergiebedarf oder energetische Mindestanforderungen der Außenbauteile, sowie einen Verzicht auf Schadstoffe oder ökologisch bedenkliche Baustoffe. Dieses Programm wird nach Votum des Gemeinderates für die Planer verbindlich und im Falle eines Wettbewerbs zum Bestandteil der Wettbewerbsausschreibung.
Modul  2 werden Planung und Ausschreibung inhaltlich begleitet und gegebenenfalls optimiert, wobei natürlich Erfahrungen aus den anderen Projekten einfließen. Ziele sind hier die Optimierung und Materialisierung des Projektes in Übereinstimmung mit dem ökologischen Programm und eine rechtskonforme Abwicklung der Vergaben.
Modul  3 der Ausführung, erfolgt die Produktdeklaration, das heißt die beauftragten Firmen geben vollständig an, welche Stoffe sie auf der Baustelle einsetzen. Die „Volldeklaration“ wird dann gegengecheckt und auf Übereinstimmung mit dem ökologischen Programm geprüft. Weitere Aufgaben in diesem Modul sind die Durchführung eines Handwerkerinformationsabends, sowie die Qualitätssicherung durch stichprobenartige Baustellenbesuche.
Modul  4 dient der Qualitätssicherung auf der Baustelle. Stehen alle Deklarationen auf grün, soll auf der Baustelle die Übereinstimmung der Materialien mit der Ausschreibung wiederum überprüft werden. Mancher hat plötzlich eine falsche Palette auf dem Kombi. Dies sollte durch die Produktkontrolle vor Ort durch z.B. einen Gemeindeangestellten ausgeschlossen werden. Außerdem stehen diverse Messungen für Luftdichtheit und Raumluftqualität an.
Modul  5 ist der jüngste Modul und wurde nachträglich im EU Projekt MountEE entwickelt. Er befasst sich mit der Nachbetreuung des fertiggestellten Gebäudes durch eine Evaluierung der Energieverbräuche und der Erstellung eines geeigneten Reinigungskonzeptes. Ziele sind hier ein optimiertes und energieeffizientes Gebäude dessen Verbrauch mit den Berechnungen und der benötigten Energie übereinstimmt.

KGA – qualitätsabhängige Förderung

Seit 2011 wird der Kommunalgebäudeausweis als Bewertungsgrundlage für die Höhe der Förderung von Neubauten beziehungsweise sanierten Gebäuden mitgeführt und ausgestellt. Die Gebäude werden nach vier verschiedenen Kriterien bewertet: Prozess- und Planungsqualität, Energie und Versorgung, Gesundheit und Komfort, Baustoffe und Konstruktion. Insgesamt kann eine Gesamtpunktezahl von 1.000 erreicht werden.
Die erreichte KGA-Punktezahl wird für die Bestimmung der Bedarfszulage, die vom Land Vorarlberg bezahlt wird, herangezogen. Bei einer hohen KGA-Punktezahl werden einerseits die Förderbemessungsgrundlage und damit die maximal geförderte Investitionssumme erhöht, andererseits wird die Bedarfszulage selbst um bis zu 4%-Punkte erhöht.

Obwohl die technischen Möglichkeiten und das theoretische Wissen vorhanden sind, fehlt es in kleinen Gemeinden oft an Erfahrung, umsetzbaren ganzheitlichen Strategien und Anwendungswissen im Bereich des nachhaltigen Bauens und Renovierens. Unser Servicepaket schließt die Lücke zwischen theoretischem Wissen und Anwendung in der Praxis und bietet Gemeinden wertvolle Unterstützung.

Ganzheitliche Beratung als Schlüssel zum Erfolg
Der Schlüssel zum Erfolg eines Bauprojektes ist ein ganzheitliches, professionelles und strukturiertes Vorgehen im gesamten Bauprozess, von der Idee über die Planung bis zur Umsetzung. Das Servicepaket „Nachhaltig:Bauen in der Gemeinde“, bietet dabei Unterstützung an. Die hohe Punkteanzahl nach erfolgreicher KGA Ausstellung zeigt die erreichte Qualität der begleiteten Gemeindegebäude.

If you are planning to visit some excellent examples of public buildings in Vorarlberg have a look to the documentation “Service Package Sustainable Building in the Community”. This documentation shows two -page explanations for 32 public buildings, which are designed as an excursion guide, which you can print out building for building. In the front you will find a Vorarlberg map showing all buildings which you can use to plan your individual tour.

If you look for a special kind of building you can orientate yourself by different colours for different kind of buildings. Therefor you can organize an excursion for schools or kindergartens in Vorarlberg.