Kompaktheit, Dämmung, Masse – so die übliche Prioritätenliste. Durch Einlagerung von Solarerträgen und innerer Abwärme durch Mensch und Gerät, lässt sich Wärmeenergie in schweren Bauteilen speichern. Das Innenraumklima wird so gegenüber den äußeren Temperaturschwankungen stabilisiert, von der tageszeitlichen bis zur saisonalen Dämpfung.

Kalkverputzte Dämmziegel mit einer Stärke von 76 cm, offenliegende 25 cm dicke Betondecken, sowie Estriche als fertiger Bodenbelag bilden mit den Betonkernen ausreichend Masse um bereits das unbenutzte Gebäude im Inneren auf ein Temperaturspektrum von +/-5°C über das Jahr zu stabilisieren. Durch gezieltes Lüften – Nachtauskühlung im Sommer, sowie bedarfsgerechten Luftwechsel im Winter – lässt sich das Komfortziel 22 – 26°C erreichen.

be 2226 Bildnachweis: archphoto.inc Baumschlager Eberle Architekten

Bildnachweis: archphoto.inc Baumschlager Eberle Architekten

Physiker Peter Widerin für “schlanke” Technik

“Wir können nicht immer mit einer zusätzlichen Maschine und mit noch mehr Aufwand irgendwie optimieren und kompensieren. Gehen wir einen Schritt zurück und konzentrieren uns wieder mehr auf das, was die Materialien, die Geometrie etc. leisten! Technologie soll eingesetzt werden nachdem baulich bereits alles ausgeschöpft wurde.

Technik ist nicht da um die Planungsfehler zu kompensieren. Wichtig ist auch die Kostenfrage, weil man einfach gemerkt hat, dass mitunter ein Drittel der Baukosten für die Haustechnik draufgehen. Ist es tatsächlich richtig? Investieren wir nicht besser in eine hochwertigere Hülle und ersparen uns einen Großteil der Haustechnik – und die ganzen Wartungskosten?”