Durch die Ausrichtung und Konstruktion wurde viel Speichermasse geschaffen.

Durch Brettschichtholzträger an der Decke wurde pro Träger 20 m2 zusätzliche Oberfläche geschaffen. Insgesamt verfügen die drei Geschossdecken über eine Oberfläche von rund 4.200 m2. Insgesamt betragen die drei Geschossflächen 2.100 m2. Auch der Betonboden und die Kalksandsteinwände sind bewusst sichtbar, da diese ebenfalls als Speichermasse genutzt werden. Beton und Kalksandstein weisen eine hervorragende Absorptionsleistung auf.

Das Gebäude ist auf einen ökonomischen Betrieb ausgelegt. Bei der Konstruktion hat man sich auf das Wesentliche beschränkt. Die Böden sind beispielsweise mit lediglich 15 cm Beton ausgeführt. Auf einen Innenputz wurde verzichtet. Somit gibt es wenig Bauteile mit unterschiedlich langen Nutzungszeiten, was wiederum den Unterhalt positiv beeinflusst.

Es wurde verhältnismäßig wenig Gebäudetechnik verbaut. So werden Einzelöfen ohne hydraulische Verteilung eingesetzt, wobei die Pellets sackweise von Hand nachgefüllt werden. Warmwasser wird mit einer einfachen Sonnenkollektoranlage bereitgestellt. Alle Lüftungsleitungen sowie die Elektroinstallationen sind sichtbar und gut zugänglich.

Hauptsächlich wurden langlebige Konstruktionen und Baustoffe verwendet. Beispiele sind die unbehandelten Kalksandsteininnenwände, die rohen Betonböden ohne weitere Fußbodenbeläge, die Schaumglasdämmung in der Dachkonstruktion und 40 cm Schaumglasschotter in der Bodenplatte sowie einfach trennbare, hinterlüftete Fassadenkonstruktionen mit 26 cm Zellulose-Dämmung. Der Kalksandstein wurde gewählt, weil er rund 2,5-mal weniger graue Energie benötigt als ein Backstein.

Gewerbehaus Gasser, Chur (CH). Grafik Josias F. Gasser