Vorarlbergs Straßen werden immer voller. Gleichzeitig steigen die verkehrsbedingten Umweltbelastungen und verfügbare Flächen werden knapp. Die Mitgliedsbetriebe von Wirtschaft MOBIL – 13 namhafte Unternehmen von Alpla bis Zumtobel – wollen deshalb täglich 2.000 Autofahrten auf Rad, Öffentlichen Verkehr und Fahrgemeinschaften verlagern.

Die Mitgliedsbetriebe des Netzwerks Wirtschaft MOBIL haben sich ein klares Ziel gesetzt. Durch ein breites Spektrum an Maßnahmen wollen sie bis zum Jahr 2025 rund 13% ihrer Mitarbeitenden motivieren, vom Auto auf gesunde und umweltfreundliche Verkehrsmittel umzusteigen. Damit leisten die Unternehmen einen aktiven Beitrag zur Reduktion der Verkehrsbelastung im Rheintal und Walgau.

Probleme bei Platz, Gesundheit und Umwelt

Täglich pendeln alleine in den 13 Mitgliedsbetrieben des Netzwerks Wirtschaft MOBIL rund 17.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter vom Wohnort zum Arbeitsplatz. Etwas mehr als die Hälfte mit dem Auto, und zwar allein. Die Folgen: Steigende Lärm- und Schadstoffemissionen, gesundheitliche Folgen durch Bewegungsmangel und ein höheres Verkehrsaufkommen, das zu Stoßzeiten an neuralgischen Stellen zu Verkehrsüberlastungen führt.

Der hohe Autoanteil an den Arbeitswegen bereitet auch den Unternehmen Kopfzerbrechen, wie Armin Steger (Mitglied der Geschäftsleitung von Schelling Anlagenbau) festhält. So müssen beispielweise teurere Flächen für Parkplätze vorgehalten werden. Gleichzeitig engagieren sich zahlreiche Unternehmen in der Förderung der Mitarbeitergesundheit. „Es ist daher ein Gebot der Stunde, Wege die nicht unbedingt alleine mit dem Auto zurückgelegt werden müssen, vermehrt mit gesunden und umweltfreundlichen Alternativen zurückzulegen“, so Steger.

Vom Auto auf Rad & CO: Die Mitglieder im 13 Leitbetriebe umfassenden Netzwerk Wirtschaft MOBIL wollen 1.000 Autopendlerinnen und Autopendler zur vermehrten Nutzung alternativer Verkehrsmittel bewegen.

2.000 tägliche Autofahrten verlagern

Das sieht auch Martin Netzer, Mitglied der Geschäftsleitung der Firma Collini so: „Wir Unternehmen haben Möglichkeiten, gemeinsam mit den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern unsere Mobilität zukunftsfähig zu gestalten. Und die wollen wir nutzen.“ Collini ist mit zwölf weiteren großen Arbeitgebern Teil des Netzwerks Wirtschaft MOBIL. Die Unternehmen im Netzwerk haben es sich zum Ziel gesetzt, dass bis zum Jahr 2025 im Jahresmittel 53% aller Arbeitswege mit gesunden und umweltfreundlichen Verkehrsmittel zurückgelegt werden. Bezogen auf die aktuellen Mitarbeiterzahlen bedeutet das, dass rund 1.000 Autopendler (13% der Belegschaft) motiviert werden, ihren Arbeitsweg vermehrt mit dem Fahrrad, dem Öffentlichen Verkehr oder als Fahrgemeinschaft zu absolvieren. Was sich in einer täglichen Einsparung von 2.000 Autofahrten niederschlägt.

Ambitioniertes Ziel mit Vorbildwirkung

„Eine Reduktion in dieser Größenordnung ist ein ambitioniertes Ziel“, stellt Martin Reis vom Energieinstitut Vorarlberg fest. Denn bislang ist es trotz großer Anstrengungen erst gelungen, den Anteil des sogenannten „Umweltverbunds“ an den Arbeitswegen zu stabilisieren. In absoluten Zahlen nimmt der Autoverkehr in Vorarlberg durch den Zuwachs bei Bevölkerung und Arbeitsplätzen noch immer zu.

„Mit ihrer konkreten Zielsetzung zeigen die Wirtschaft MOBIL-Betriebe, dass sie Verantwortung übernehmen möchten. Sie sind bereit, im Rahmen ihrer Möglichkeiten einen aktiven Beitrag für eine zukunftsfähige Mobilität in unserer Region zu leisten. Der Beitrag, den die Betriebe hier leisten, kann gar nicht hoch genug eingeschätzt werden. Denn aus der Verhaltensökonomie wissen wir, dass sich eine gesunde und umweltfreundliche Verkehrsmittelwahl beim Arbeitsweg auch auf das Mobilitätsverhalten in der Freizeit auswirkt. Das verstärkt die Wirkung zusätzlich“, erläutert Reis die Bedeutung des Ziels.

Armin Steger (Collini) im Gespräch mit dem ORF zum Wirtscharft MOBIL-Ziel, 1.000 Autopendler zum Umstieg auf Alternativen zu bewegen.

Maßnahmen in den Bereichen Infrastruktur, Motivation und Bewusstseinsbildung

Die Verlagerung wollen die Unternehmen durch ein Bündel an Maßnahmen erreichen:

  • gute Infrastruktur schaffen: durch gut gelegene, praktische und sichere Radabstellanlagen, Duschmöglichkeiten, attraktive Bushaltestellen, gute Anbindungen ans Radwegenetz u.a.
  • informieren: Information über vorhandene Alternativen und Angebote, positive Gesundheitswirkungen, Kostenersparnis, u.a.
  • motivieren und fördern: Jobrad-Angebote (Fahrradbeschaffung über das Unternehmen), Jobtickets (sachbezugsfreies Öffi-Jahresticket für den Arbeitsweg), Anreizsysteme wie „ecopoints“ u.a.

Die Unternehmen im Netzwerk Wirtschaft MOBIL entwickeln gemeinsam laufend Maßnahmen in diesen Bereichen und tauschen sich über die konkrete Umsetzung aus. So verbreiten sich erfolgreiche Aktionen rasch und Erfahrungen können unbürokratisch weitergegeben werden.

Beratungs- und Unterstützungsangebote für Arbeitgeber

Auch für Arbeitgeber, die nicht Mitglied im Netzwerk Wirtschaft MOBIL sind, wird mit Unterstützung des Landes Vorarlberg eine breite Palette an Beratungsleistungen angeboten.

„Seit heuer gibt es ein kostenloses Mobilitätstelefon, das eine schnelle und unkomplizierte Erstberatung zu allen Mobilitätsfragen vermittelt“, empfiehlt Martin Reis. Oder den „Werkzeugkoffer Pendlermobilität“, der mit vielen praktischen Beispielen illustriert, welche Möglichkeiten im Bereich der Arbeitswege zur Verfügung stehen. Zudem hilft ein für KMUs geförderter Mobilitäts-Check bei der Ist-Analyse und Auswahl der richtigen Maßnahmen.

Mehr Informationen zum Netzwerk Wirtschaft MOBIL und zu Betrieblichem Mobilitätsmanagement finden Sie hier.