Eigentlich war nur eine fixe Überdachung der Terrasse geplant. Bekanntlich enden Projekte, die mit „eigentlich“ beginnen, aber an einer anderen Stelle. Im Fall von Familie Seidel aus Höchst bei einem zusätzlichen Raum, der als Ess-, Lese-, Spiel- und Lümmelzimmer den kompakten Bestand ergänzt. Wir haben mit der Bauherrin ein paar Worte über ein Projekt gewechselt, in das vier Partnerbetriebe involviert waren.

Von der Überdachung zum neuen Raum, wie das?

Unser Zugang zum Neubau im Jahr 2007 war es, nur jene Dinge zu machen, von denen wir sicher gewusst haben, dass wir sie brauchen werden. Wir haben von der Fläche her eher klein gebaut, flexible Raumaufteilungen gewählt, die Haustechnik kompakt dimensioniert.

Eine fixe Überdachung der Terrasse haben wir damals auch nicht realisiert, was nachträglich betrachtet nicht so schlau war. Im Sommer mussten wir bei Regen ins Haus, obwohl es von der Temperatur her draußen sehr angenehm gewesen wäre. So entstand die Idee, einen Teil der Terrasse fix zu überdachen.

Mit dem Größerwerden der Kinder hat sich aber gleichzeitig herausgestellt, dass ein Raum zusätzlich zu den beiden Kinderzimmern und dem Wohn- und Essbereich sinnvoll wäre. Ein Raum, in dem die Kinder ungestört aber nicht abgeschieden ihre Hausaufgaben machen und Lernen können. Oder mit Freunden Zeit verbringen, lesen und so weiter.

Aber auch ein Raum, in dem Platz für Anlässe mit mehr Gästen herrscht, erschien uns günstig. Und außerdem wollte mein Mann gerne einen Raum mit noch mehr Holz und Lehm, als wir im restlichen Haus hatten.

Auch die Katze sollte sich im neuen Zubau wohlfühlen, für den die Partnerbetriebe Traumhaus Althaus in einer Koproduktion gesorgt hatten. Bild: privat

Das Ziel: mehr Holz, mehr Lehm. Damit sich Kinder und Katze im neuen Raum auch wirklich wohlfühlen.

Das sind ganz schön viele Anforderungen an einen Raum. Wie bringt man die unter einen Hut?

Mit einem guten Planer! Cord Erber (Erber Architekten) hat uns dabei geholfen, alle unsere Wünsche und Ideen – ein Sitzfenster war ein Muss! – auf kompaktem, leistbarem Raum umzusetzen. Schon nach einem kurzen Gespräch war er in der Lage, einen Entwurf zu gestalten, der schlussendlich so auch umgesetzt wurde.

Herausfordernd war sicher auch die Koordination einer solchen Baustelle, die sich von den Gewerken her ja nicht von einem ganzen Haus unterscheidet, oder?

Ja, da waren wir selbst ein wenig verblüfft. Aber es braucht tatsächlich alle Gewerke, vom Baumeister über den Zimmerer bis zum Dachdecker und vom Elektriker bis zum Installateur.

Einen Teil der Koordination hat der Zimmerer übernommen. Das war sehr hilfreich. Den Rest haben wir selbst koordiniert. Das ging auch ziemlich reibungslos. Wohl aber auch deshalb, weil wir keinen Zeitdruck hatten und ein paar Wochen plus oder minus keine Rolle spielten. Bei einem größeren Projekt würden wir auf alle Fälle auf eine gute Bauleitung durch Architektin oder Architekt oder einen professionellen Begleiter vor Ort setzen.

Natürlich lagen sowohl die Anschlüsse der Erdsonde als auch die Frischluftzufuhr der Komfortlüftung dort, wo der Zubau entstehen sollte und mussten verlegt werden. Das ging dank flexibler Handwerker erstaunlich reibungslos.

Das Bauen mit dem Bestand hat auch seine Tücken, wie ihr erfahren habt.

Es gab keine Überraschungen, weil das Haus ja noch jung ist und detaillierte Pläne vorhanden waren. Aber Arbeit zieht Arbeit nach sich, sagt man. Und da ist man dann froh, wenn man flexible Profis zur Hand hat. Unser Installateur Christoph Bereuter beispielsweise musste mehrfach anrücken, weil der Zubau natürlich genau dort hinkommen sollte, wo sowohl die Erdsonde der Wärmepumpe als auch die Zuluft der Komfortlüftung ins Haus führten. Das hieß, Leitungen umzulegen, Schächte neu zu setzen. Und das teils kurzfristig in Absprache mit dem Baumeister. Das hat reibungslos funktioniert.

Flexibel sein mussten auch andere Handwerker. Vor allem Dachdecker Stefan Hämmerle habt ihr gefordert, oder?

Ja, Stefan Hämmerle (Firma Dachi-Stefan Hämmerle) war auch mehrfach bei uns zu Gast. Vom Abdichten der Bodenplatte und der Fenster über das Setzen der Fensterbänke bis natürlich hin zum neuen Flachdach. Wir waren überrascht, um was sich der Dachdecker eigentlich alles kümmert. Von wegen nur Ziegel aufs Dach werfen! Trotz Arbeit über beide Ohren hat Stefan alle Terminzusagen strikt eingehalten. Das war natürlich sehr fein. Wie übrigens auch, dass sich insbesondere Stefan Hämmerle und der Zimmerer situativ über die jeweils beste Lösung ausgetauscht haben. Das hat sehr gut geklappt.

Partnerbetrieb Stefan Hämmerle (Dachi) lässt seine Kunden nicht im Regen stehen.

Partnerbetrieb Stefan Hämmerle (Dachi) lässt seine Kunden nicht im Regen stehen.

Du hast erwähnt, dass ihr beim Zubau noch stärker als im Haus auf ökologische Materialien geachtet habt. Wieso das?

Naja, wir haben schon im Haus ein bisschen auf die Materialien geschaut: einen Holzboden aus der Region, Lehmputz und möglichst schadstofffreie Farben an den Wänden und so. Beim aktuellen Projekt haben wir dann noch konsequenter auf natürliche Materialien gesetzt: einen trockenen Fußbodenaufbau, Holzfaser- und Flachsdämmung, Lehmputz von PÖZ (PÖZ Parkett & ökologischer Wohnbedarf) an den Wänden und Boden und Decke aus unbehandelter Weißtanne. Die Gründe dafür waren sicher einerseits, dass wir dem neuen Raum ein eigenes Gesicht geben wollten, das sich ein bisschen vom Rest des Hauses abhebt. Andererseits sind wir auch zehn Jahre älter und schlauer geworden und haben hier halt noch konsequenter jene Dinge umgesetzt, die uns vor zehn Jahren noch nicht wichtig genug erschienen.

Wir müssen das als Energieinstitut natürlich fragen: Wie schaut’s mit der Energieeffizienz aus?

Gut, finden wir! Weil der Raum die Oberfläche des Gebäudes im Verhältnis zur Wohnfläche überproportional vergrößert, war uns eine hohe Energieeffizienz wichtig. Der zusätzliche Wohnraum sollte keine spürbare Erhöhung der Heizkosten mit sich bringen – und das hat er auch nicht.

Klingt in Summe nach einem schönen und ziemlich reibungslosen Projekt. Was waren die wesentlichsten Dinge, die ihr dabei gelernt habt?

Ein paar Dinge, die vermutlich im Großen noch viel stärker gelten. Erstens: Wenn man sich über den Bedarf im Klaren ist und einen Planer findet, der den Bedarf klug und effizient in ein Gebäudekonzept gießen kann, hat man praktisch schon gewonnen.

Zweitens: In der Umsetzung haben wir eine gute Mischung aus Profis und Selbermachen gefunden. Das Ergebnis fühlt sich anders an, wenn man selbst an mehr oder weniger großen Bereichen Hand angelegt hat und wir sind froh, dass wir doch einiges selbst gemacht haben.

Drittens: Mein Mann hat sich beim Abschälen der Styropordämmung an der ehemaligen Außen- und nun Innenwand geschworen, wo immer möglich zu schrauben, statt zu kleben. Darum hat der Zubau auch eine hinterlüftete Fassade und ist mit Holzfasern gedämmt.

Und nicht zuletzt haben wir die Qualitäten und Fähigkeiten des regionalen Handwerks erneut zu schätzen gelernt. Vielleicht hatten wir Glück bei der Auswahl, vielleicht hat die Tatsache, dass einige Partnerbetriebe Traumhaus Althaus mit von der Partie waren, zum Gelingen beigetragen.

Die Kinder hatten ihren Spaß, der Papa eher nicht: Das Herunterschälen der Polystyrol-Dämmung von der Ex-Außen- und nun Innenwand veranlasste zum Schluss, künftig zu schrauben, statt zu kleben. Was beim Zubau auch ziemlich konsequent berücksichtigt wurde.

Lektion drei: Die Kinder hatten ihren Spaß, der Papa eher nicht. Das Herunterschälen der Polystyrol-Dämmung von der Ex-Außen- und nun Innenwand veranlasste zum Schluss, künftig zu schrauben, statt zu kleben. Was beim Zubau auch ziemlich konsequent berücksichtigt wurde.

 

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