Das ist einer von zehn Punkten zu denen sich die rund 60 Mitglieder der Plattform Partnerbetriebe Traumhaus Althaus bekennen. Doch was bedeutet das genau und welchen Herausforderungen müssen sich Fachleute und Bauherren stellen, um diesem Grundsatz gerecht zu werden?

Susanna Ajkovic, Leiterin der Plattform Traumhaus Althaus hat mit  Paul Gächter, Inhaber des Partnerbetriebes ROWA Raumausstattung in Altach, darüber gesprochen.

Als die Plattform Partnerbetriebe Traumhaus Althaus vor über 15 Jahren gegründet wurde, suchten wir nach einer Möglichkeit, die gemeinsame Philosophie und Haltung unserer Mitglieder aufzuzeigen. Dabei entstand ein Ehrenkodex mit zehn Punkten zu dem sich heute alle Mitglieder der Plattform bekennen. Was bedeutet dieser für dich?
P. Gächter: Natürlich stehen wir hinter allen zehn Punkten. Allerdings konnten wir uns von Beginn an mit einem der Grundsätze besonders stark identifizieren: „Die Freude an der Arbeit mit umweltschonenden Lösungen“ ist ein wesentlicher Teil unserer Unternehmenskultur. Die laufende Umsetzung ist somit eine logische Konsequenz und für alle – so hoffe ich – spürbar.

Paul Gächter und sa, ROWA

Paul Gächter (ROWA) im Gespräch mit Susanna Ajkovic, Plattformleiterin Partnerbetriebe Traumhaus Althaus

Paul, du hast dein Unternehmen vor über 30 Jahren gegründet. „Umweltschonende Lösungen“ waren zu dieser Zeit in eurer Branche nicht gerade an der Tagesordnung. Warum wolltest du es anders machen? 
P. Gächter: Du hast recht. Ökologische Lösungen waren damals in der Raumausstattung keinesfalls Standard und auch um die Qualität war es oft nicht gut bestellt. Im Gegenteil – krebserregende Klebestoffe wie in etwa PVA-Kleister waren allgegenwärtig und die damals gängigen Tapeten nutzten sich sehr rasch ab und zogen Schmutz regelrecht an.

Damit wolltest du dich nicht zufrieden geben, oder?
P. Gächter:
Ganz genau – ich war der Überzeugung, dass es noch etwas anderes geben musste. Neben den gesundheitlichen und ökologischen Aspekten wollte ich auch qualitative und nicht ausschließlich dekorative Lösungen für meine Kundinnen und Kunden finden. Also begann ich zu recherchieren – und stieß dabei auf das Material Zellulose.

Hm, das  klingt jetzt eigentlich nicht wirklich neuartig. Zellulose an sich ist ja doch schon recht lange bekannt.
P. Gächter: Ja, aber im Baubereich bzw. in der Raumausstattung hatte man bis dahin – es war Ende der 1980er Jahre –  noch nie damit gearbeitet. Dabei hat das Material ganz besondere Eigenschaften. Zellulose basiert auf ökologischen Inhaltstoffen, kann absolut dekorativ verarbeitet werden und sie hat noch einen ganz besonderen Effekt – sie sorgt für eine optimale Raumakustik.

Nachdem du das Material für dich entdeckt hast – wie ging es dann weiter?
P. Gächter: Wir waren vom Material und seinen Eigenschaften so überzeugt, dass wir schon damals unser Hauptprodukt entwickelten. Den ROWA ÖKOPUTZ.  Individuelle Gestaltungsmöglichkeiten sowie ein gesundes und angenehmes Raumklima sind damit möglich. Besonders begeistert hat uns die Fähigkeit des Materials auf die Raumakustik Einfluss zu nehmen. Damit haben wir uns sehr intensiv auseinandergesetzt. Mittlerweile verfügen wir hier über sehr viel Erfahrung und können unseren Kunden  ein breites Spektrum an individuellen Akustik-Lösungen anbieten. Im Laufe der Zeit haben wir dann alle unsere Produkte an die Unternehmensphilosophie der „laufenden Weiterentwicklung von ökologischen und qualitativ hochwertigen Lösungen“ angepasst.

Du warst demnach ein richtiger Öko-Pionier?  
P. Gächter
(lacht): Ja – wenn man es so sehen will ja. Im Grunde war ich vom Produkt voll überzeugt. Aber am Markt mussten wir uns erst beweisen. Wörter und Werte wie „bio“, „öko“ oder „nachhaltig“ waren damals nicht wirklich „in“. Man galt damit schnell als „Spinner“, „Öko“ oder „Fundi“ – für die Anerkennung als seriöser, verlässlicher und qualitativer Handwerker musste man kämpfen. Daher haben wir beim Firmennamen ein wenig „getrickst”. Mir war wichtig, dass sich meine Philosophie im Namen wiederspiegelt – doch mit „Naturwaren oder Ökoprodukten kam man nicht weit. Wir wurden kreativ: ROWA steht für Rohware – und das ist ja nichts anderes als ein Naturprodukt – nur halt nicht so „öko“.

Eine gute Geschichte. Hat sich der Markt mittlerweile geändert?
P. Gächter:
Das Bewusstsein für ökologische, nachhaltige und qualitative Produkte – auch am Bau – ist sicherlich gestiegen. Dazu haben sicher engagierte Unternehmen in der Branche – wie die Partnerbetriebe – beigetragen. Dennoch ist immer noch viel Informationsarbeit in Richtung der eigenen Branche sowie auch den Kunden notwendig.

Wo genau braucht es noch Überzeugungsarbeit?
P. Gächter:
Wie schon gesagt, die Kunden sind heute sicher offener als noch vor 30 Jahren. Die Kosten sind allerdings heute wie damals immer noch bei vielen – verständlicherweise – ein Thema. Aber wenn jemanden positive Aspekte, wie z.B. Wohngesundheit, wichtig sind dann klappt es auch. Davon bin ich seit 30 Jahren überzeugt.

Vielen Dank für das Gespräch.

Factbox

Firma ROWA, Emme 4, 6844 Altach
Inhaber Paul Gächter
Branche Raumausstattung, Baunebengewerbe
Stärke Ökologische Lösungen in der Raumausstattung mit besonderem Augenmerk auf Akustiklösungen
Firmenmotto Ökologische und qualitative hochwertige Lösungen ständig weiter entwickeln
Partnerbetrieb seit 2003

 

Unterstützt durch Mag.a Julia Weger, WEGWEISER – Büro für gute Ideen, Schwarzenberg