Rückblick 1. Sanierungsforum 2016

Dächer und ihre Anschlüsse sind vor allem in der Sanierung immer wieder eine große Herausforderungen. Passend zu den Gegebenheiten vor Ort gilt es Lösung zu finden, die möglichst energieeffizient sind und dabei bauphysikalisch einwandfrei funktionieren. Die Auswahl von einer Vielzahl an Konstruktionen und Materialien mit unterschiedlichen Eigenschaften erleichtert die Arbeit dabei nicht.

Die Mitglieder der Plattform Partnerbetrieb Traumhaus Althaus trafen sich beim Sanierungsforum zum Austauschen und Fachsimpeln. Bei welcher Lösung liege ich bauphysikalisch auf der sicheren Seite? Bietet sich eher eine dampfdiffusionsoffene oder –geschlossene Konstruktion an? Wenn ich die dichte Konstruktion wähle, wie bekomme ich die Anschlüsse tatsächlich dicht?

Der reiche Erfahrungsschatz innerhalb der Plattform zeigte sich bereits bei den Kurzvorträgen von Sachverständiger Erich Reiner zur Bauphysik, Marbod Lins (lins dach & fassade) zu Steildächern und dem Gastgeber Joachim Entner (Entner Dach) zu Flachdächern.

Der Erfahrungsaustausch im Anschluss über praxiserprobten Lösungen, knifflige Fälle und Best Practice Lösungen war intensiv und lehrreich für alle.

Die wichtigsten Ergebnisse können folgender Maßen zusammengefasst werden:

  • Das wichtigste bei der Dachsanierung ist, den Bestand sauber aufzunehmen. Die Kenntnis über den Konstruktionsaufbau ist essentiell für die Wahl der richtigen Lösung und eine anschließend fehlerfreie Ausführung. Hier ist Fachkompetenz gefragt.
  • Lösungen und Anschlussstellen werden am besten mit allen beteiligten Gewerken besprochen, damit alle entsprechend informiert sind. Außerdem lassen sich gerade im Altbau optimale Umsetzungen am besten vor Ort klären.

Und hier noch ein paar Tipps unserer Profis aus der Praxis:

  • Die Hinterlüftung immer genügend hoch dimensionieren und passende Ein- und Austrittsöffnungen vorsehen.
  • Das Ausmauern der Giebelwand ist bauphysikalisch und energietechnisch bedenklich. Hierdurch entstehen nichts anderes wie „Kühltürme“. Leider kommt dies noch viel zu häufig zur Anwendung.
  • Zellulose als Problemlöser: sie wird bei korrektem Einblasen praktisch luftdicht, Feuchtigkeit wird gleichmäßig in der Dämmschicht verteilt. Dadurch ist eine dampfdiffusionsoffene Konstruktion ohne Folien und Schäume möglich.
  • Problem EPS bei Flachdächern: EPS weist über die Jahre einen nicht zu vernachlässigenden Schwund von bis zu 12 cm auf. Die darüber liegende Folie zieht es dabei einfach mit und das Dach wird undicht. Empfehlung: als letzte Lage 6-8 cm Mineralwolle oder PUR-Platten verwenden. Die durch den Schwund entstehende Luftschicht dämmt nach wie vor und gleichzeitig hat man so einen Flämmschutz.

Stimmen zum Sanierungsforum:

Erich Reiner_2
Erich Reiner, Ingenieurbüro für Holzwirtschaft und Bauphysik:
“Ich schätze den gewerkübergreifenden Austausch zwischen den Theoretikern und Praktikern. Diese Gelegenheiten gibt es sonst kaum.”

Thomas Capelli

Thomas Capelli, Tischlerei Alfred Feuerstein:
“Es ist toll, wenn wir Jungen von den Erfahrungen der ‘alten Hasen’ lernen können.”

Stefan Küng
Stefan Küng, Sanierungsberater:
“Problemstellungen sind immer spannend. Beim Erfahrungsaustausch dazu lernt man am meisten.”


Thomas Fussenegger, Sanierungsberater: Thomas Fussenegger_2
“Ich verlasse mich sonst auf die Bauphysik-Berechnungen. Außer beim Dach – da verlass ich mich auf die Erfahrung guter Handwerker.”

 

 

 

*Diese Veranstaltung wurde im Rahmen von GreenSan durchgeführt. GreenSan ist ein Projekt des Energieinstitut Vorarlberg gemeinsam mit dem Energie- und Umweltzentrum Allgäu (eza!), der Klimaschutz- und Energieagentur Baden-Württemberg (KEA), der Energieagentur Ravensburg, der Energieagentur St. Gallen und der baubook gmbh. Es wird gefördert von der Europäischen Union im Rahmen von Interreg Alpenrhein-Bodensee-Hochrhein und der Energieautonomie Vorarlberg.

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Zuletzt aktualisiert am 19. Oktober 2017