„Wir arbeiten mit Freude an umweltschonenden Lösungen“

Das ist einer von zehn Grundsätzen, zu denen sich die Mitglieder der Plattform Partnerbetriebe Traumhaus Althaus bekennen. Der Einsatz von ökologischen Baustoffen und Produkten hilft dabei, diesem Grundsatz gerecht zu werden. Was die Produkte wirklich können und was es braucht, damit sie tatsächlich zum Einsatz kommen, darüber wurde beim 2. Sanierungsforum 2016 (*) ausgiebig diskutiert.

Rund 15 Fachleute aus den verschiedensten Gewerken diskutierten beim gastgebenden Partnerbetrieb Farben Krista offen und wertschätzend darüber, wie sich Hanfdämmung, ökologische Lehm- und Kalkputze sowie diverse Alternativen zu Dichtungsschäumen auf der Baustelle bewähren und auf was bei der Verarbeitung zu achten ist. Alle Teilnehmenden konnten dabei vom großen Erfahrungs- und Wissensschatz der Anwesenden profitieren.

In vier anschaulichen Kurzpräsentationen wurden die Eigenschaften, Besonderheiten und Einsatzmöglichkeiten von Hanf, Lehm, Kalk und Schaumalternativen vorgestellt. In der anschließenden Diskussion wurde versucht zu eruieren, was eine schlussendliche Anwendung der Produkte oft verhindert und wie dagegen gesteuert werden kann.

Auf den Punkt gebracht:

  • Hanfdämmung (Alexander Krista, Farben Krista)
    Das komplett in Österreich gewachsene und hergestellte Produkt hat zwar etwas schlechtere Dämmwerte als Styropor, ist dafür aber CO2 bindend, natürlich abweisend gegenüber Schädlingen und besitzt hervorragende schalldämmende Eigenschaften. Ein Produkt, das der Umwelt und der heimischen Wirtschaft gut tut.
  • Lehmputz (Bruno Peter und Jessica Loretter, Firma pöz)
    Lehmputze wurde mittlerweile sehr stark weiterentwickelt, insbesondere im Hinblick auf ihre Abrieb- und Druckfestigkeit. Zertifikate, die gewisse Normen vorschreiben, garantieren diese Eigenschaften. Die ausgleichenden Eigenschaften für ein behagliches und gesundes Raumklima (feuchtigkeitsregulierend, schadstoffbindend) sind allseits bekannt. Die Verarbeitung ist einfach und kann selbst gemacht werden, Ausbesserungen oder Überarbeitungen sind jederzeit möglich.
  • Kalkputz (Emil Pfitscher, Firma Röfix)
    Auch Kalkputze wirken sich ähnlich wie Lehm regulierend und ausgleichend auf das Raumklima aus werden. Als einer der ältesten Baustoffe der Menschheit neben Lehm erlebt er gerade ein Revival. Er wirkt antistatisch, wodurch Wände länger weiß bleiben (im Gegensatz zu Dispersion).Durch seine hohe Alkalität (pH-Wert über 12) wirkt er außerdem hemmend gegenüber Bakterien und Schimmel. Ein weiterer Vorteil: kleine Ausbesserungsarbeiten sowohl im Innen- wie Außenbereich sind möglich. Bei einem Schaden muss nicht immer die gesamte Fassade saniert werden. Das spart Kosten.
  • Alternativen zu Dichtungsschäumen (Ökoberatung Gebhard Bertsch)
    Es gibt definitiv Alternativen zu den giftigen PU-Schäumen, die eigentlich mit Schutzanzug und Atemmaske verarbeitet werden müssten. Über die gesundheitsschädigende Wirkung braucht es aber immer noch Aufklärungsarbeit. Stopfwolle eignet sich zum Beispiel bestens zur Abdichtung von Fenstern und Türzargen; auch schlichtwegs andere Arbeitstechniken können den Einsatz von Schäumen ohne Mehraufwand überflüssig machen. Lässt sich der Gebrauch dennoch nicht verhindern, bieten sich Produkte am Markt an, die kein hochgiftiges Isocyanat enthalten.

Fazit:
Damit (neue) ökologische Baustoffe am Markt mehr Zuspruch finden, bedarf es gewisser Neuregelungen. Das kann einerseits eine gezielte Förderung sein, damit der Mehrpreis gegenüber unökologischen aber günstigeren Baustoffen kompensiert wird. Andererseits braucht es Änderungen im Normenwesen, dass so enge Grenzen setzt, dass hier kein Spielraum vorhanden ist. Aktuell sprechen meist Geld oder Angst vor Schäden gegen eine ökologische Umsetzungsvariante.

Stimmen:

Alexander Krista 

„Durch die neuen Produkte am Markt macht Handwerk wieder mehr Freude. Denn ihr Einsatz erfordert Können.“ (Alexander Krista)

Günter Giesinger 2
„Solange ein Bauträger 30 Jahre Haftung übernehmen muss, wird er sich hüten Baustoffe zu verwenden, von denen es diese Erfahrungswerte nicht gibt. Für Experimente, und schon gar nicht entgegen der geltenden Norm, ist da kein Spielraum, auch bei den besten Absichten nicht.“ (Günter Giesinger)

 

 

 

(*) Diese Veranstaltung wurde im Rahmen von GreenSan durchgeführt. GreenSan ist ein Projekt des Energieinstitut Vorarlberg gemeinsam mit dem Energie- und Umweltzentrum Allgäu (eza!), der Klimaschutz- und Energieagentur Baden-Württemberg (KEA), der Energieagentur Ravensburg, der Energieagentur St. Gallen und der baubook gmbh. Es wird gefördert von der Europäischen Union im Rahmen von Interreg Alpenrhein-Bodensee-Hochrhein und der Energieautonomie Vorarlberg.

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Zuletzt aktualisiert am 19. Oktober 2017