“Auf die inneren Werte kommt es an”, heißt es. Dementsprechend ist der Inhalt unserer Veranstaltungen zumeist auf Konstruktionen, Bauteile und Baumaterialien sowie deren Optimierung ausgerichtet. Dem entgegengesetzt beschäftigten sich die Partnerbetriebe der Plattform Traumhaus Althaus beim 3. Sanierungsforum 2018 mit dem „Finish“ von Räumen und Gebäuden – dem wortwörtlich „Oberflächlichen“; dem, was zu guter Letzt für den Betrachter sichtbar ist und wirkt.

Der Gastgeber und Förderer unserer Plattform, die Firma Sto in Röthis, stellte dabei passenderweise nicht nur den örtlichen Rahmen zur Verfügung, sondern lieferte als Spezialist auch kompetenten Input zum Thema (mehr zu Sto und ihrem neuesten Produkt – der Klettfassade- im Interview mit Vertriebsleiter Gerard Kathan).

Farben und Oberflächenstrukturen haben eine entscheidende Bedeutung für die Erscheinung des fertigen Objekts und der Innenräume. Dabei geht es einerseits um verwendete Materialien und Techniken, die Wirkung auf das psychische Wohlbefinden und die Gesundheit darf aber auch nicht vergessen werden.

Ein weiteres Puzzleteil nicht nur bei der Wirkung von Oberflächen ist das Thema (künstliches) Licht. Es bringt einerseits Farben und Strukturen erst zur Geltung, die wichtigste Funktion jedoch ist die Wirkung auf uns Menschen in Hinblick auf Wohlfühlen, innere Uhr und Leistungsfähigkeit.

 

Auf den Punkt gebracht:

  • „Farbe und Oberflächenstrukturen – Wirkung, Neuheiten, Trends“
    Claudia Pritz, Sto GesmbH Österreich

    @ Farbe: Farbe in der Architektur hat Verantwortung, da sie nicht nur persönlich und im Privaten, sondern auch nach außen wirkt. Bei der Farbauswahl geben die drei Parameter Farbrichtung, Farbsättigung und Helligkeit eine Entscheidungshilfe. Der Trend in der Farbgestaltung geht momentan in Richtung Naturtöne (beige, braun, anthrazit). Im Innenraum wirken Farbe, Struktur und vor allem Materialität noch viel stärker auf das Wohlbefinden.

    @ Struktur: Der Wunsch nach einer authentischen und indiviuellen Fassade liegt im Trend. Die Mischung verschiedener Materialien unterstützt dabei diesen Wunsch. Putz hat hierbei auf Grund seiner Modellierbarkeit wieder stark an Bedeutung zugenommen. Die Oberflächengestaltung an der Fassade hat auch immer mit Handwerkskunst zu tun – sie ist sozusagen die Handschrift des Handwerkers.

    Tipp 1: Dunkle Farben an der Fassade heizen sich schneller auf, sie ist dadurch wesentlich anfälliger für Risse.
    Tipp 2:
    Achtung! Farben – nicht nur die an den Wänden, sondern auch der Decken und Böden – können Raumproportionen zum Positiven oder zum Negativen beeinflussen.
    Tipp 3: Über die Farbgestaltung kann man das Temperaturempfinden um bis zu 7°C verändern. Leicht überheizte Räume deshalb besser kühl einfärben.

     

  • „Lichtkonzepte – intelligente Lösungen für Mensch und Raum“
    Wolfgang Ponudic, Conceptlicht, Götzis

    Licht an sich ist nicht sichtbar – wir nehmen lediglich seine Reflexion war. Und es kann wiederum nur das Spektrum wahrgenommen werden, das in der Lichtquelle selbst steckt. Deswegen deckt “gutes Licht” möglichst alle Wellenlängenbereiche ab. Bei LEDs ist deshalb die Farbwiedergabe viel entscheidender als die Leistung.
    Licht steuert unsere innere Uhr und unseren Hormonspiegel (zirkadianer Rhythmus). Auf Grund dessen, dass wir uns immer mehr in Innenräumen aufhalten, bekommt dieser Aspekt eine immer größere Bedeutung. Biodynamisches Licht ist die Zukunft!

    Tipp 1: Eine Farbe ist immer nur so gut wie das Licht bzw. die Lichtqualität, die auf sie trifft. Ein Ra-Wert (Farbwiedergabeindex) bei LEDs von unter 80 ist deswegen ein “no go” im Wohnbereich und im Betreib.
    Tipp 2: Indirektes Licht nach oben schafft homogene Lichtverhältnisse und öffnet gleichzeitig den Raum nach oben.
    Tipp 3: Nicht immer ist mehr Licht besser und die Lichtrichtung ist abenfalls zu berücksichtigen. Es
    kann zu anstrengenden Blendungserscheinungen und kommen und im Außenbereich zu Lichtverschmutzung.

Fazit:
Farben und Strukturen bieten vielseitige Möglichkeiten der Individualisierung und des Ausdrucks. Sie entscheiden maßgeblich über die optische und psychologische Wirkung von Oberflächen. Gesundheitliche und Umweltaspekte dürfen dabei nicht vergessen werden, denn deren Wirkung ist vordergründig nicht spürbar. Dem Thema Licht muss nebst der optischen vor allem wegen seiner biologischen Wirkung wesentlich mehr Bedeutung zugemessen werden.

Stimmen:

 

“Licht hat viel mehr Auswirkungen auf die Gesundheit und Psyche als man glaubt.” Erich Willam, QCM

 

 

 “Das Thema war fachlich nicht mein Kerngebiet. Trotzdem ist es wichtig auch nach links und rechts zu schauen und sich weiterzubilden, um die Zusammenhänge bei einer Sanierung besser zu verstehen.” Marbod Lins, GF lins dach & fassade

 

 

“Gute Architektur schafft Differenzierung durch Form, Farbe und Struktur und muss ganzheitlich betrachet werden. Individualität ist das Stichwort” Claudia Pritz, Sto Villach

 

Gemeinsame Diskussionen und viel Platz für den Austausch unter den Mitgliedern wird in der Plattform übrigens großgeschrieben.

 

 

 

 

Diese Veranstaltung wird im Zuge von GreenSan durchgeführt. GreenSan ist ein Projekt von Energieinstitut Vorarlberg, Energie- und Umweltzentrum Allgäu (eza!), Klimaschutz- und Energieagentur Baden-Württemberg (KEA), Energieagentur Ravensburg, Energieagentur St. Gallen und der baubook gmbh. Es wird gefördert von der Europäischen Union im Rahmen von Interreg Alpenrhein-Bodensee-Hochrhein und der Energieautonomie Vorarlberg.

leiste_interreg_eu_ch_kantone_logo

 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
Zuletzt aktualisiert am 19. Oktober 2018