Das Energieinstitut Vorarlberg beabsichtigt im Rahmen des Interreg Projekts EIVRIG die Vergabe folgender Leistungen:

Grobstudien zur Realisierbarkeit von Anergie-Netzen in Vorarlberg

Ausgangslage

 Das Thema Abwärme bzw. Abwärme-Nutzung wird in Vorarlberg bereits seit vielen Jahren immer wieder thematisiert. Im Zuge einer Fachexkursion im Frühling 2012 in die Schweiz wurden drei in Realisierung befindliche Anergie-Netze besichtigt, deren Konzeption in Vorarlberg in Situationen interessant sein könnte, in denen sich größere Abwärmequellen (mit Kühlbedarf im Sommer) in relativer Nähe von Wohngebieten mit einer gewissen Dichte (mit Wärmebedarf im Winter) befinden.
Als Anergie-Netze werden in der Schweiz Niedertemperatur-Netze (8° – 20°C) bezeichnet, die meistens mit saisonalen Pufferspeichern ausgestattet sind und aus denen mittels Wärmepumpen Energie für Raumwärme und Warmwasser bereitgestellt sowie Kälteanlagen betrieben werden.

 Projektziel

Durchführung einer vertieften Potentialprüfung von Anergienetzen an drei konkreten Vorarlberger Fallbeispielen. Anhand konkreter Projekte sollen die wirtschaftlichen und technischen Eckpunkte solcher Investitionen beleuchtet und geprüft werden, inwieweit solche Projekte auch unter österreichischen Rahmenbedingungen interessant sein könnten.

 Gesucht

Gesucht wird ein Ingenieurbüro, das die Potentialprüfung an drei Standorten in Vorarlberg durchführt. Es sind Skizzen der möglichen Anergienetze (Leitungstrassen, Übergabestationen, Erdspeicher,….) anzufertigen. Weiters sind überschlägige Wirtschaftlichkeitsberechnungen anzustellen. Die Standorte (S) sind im unteren Rheintal.

S1: Abwärme aus Industriebetrieb, Versorgung eines Neubaugebietes von 3ha Größe. Die Anknüpfung an ein bestehendes Nahwärmenetz ist zu prüfen. Dieses bestehende Nahwärmenetz wird von einem Biomasse -Heizwerk und einem weiteren Industriebetrieb gespeist.

 S2: Abwärme einer großen Kälteanlage für die Versorgung des umgebenden Gebietes (Hotel, Schule, Einfamilienhäuser, Sport- und Freizeitanlagen). Die Ankopplung eines weiteren Gewerbebetriebes als Wärmelieferant ist zu prüfen.

S3: Abwärme aus mehreren Industriebetrieben eines Industriegebietes für die Versorgung eines großen Gebietes bebaut mit Einfamilien- und Mehrwohnungsbauten.

Neben den drei technischen Untersuchungen ist vom Ingenieurbüro die Projektabwicklung mit den involvierten Parteien (Gemeinden, Wärmequellen und –senken) zu koordinieren.

 Ein ganztägiger Startworkshop mit allen involvierten Teilnehmern ist vorzubereiten und abzuhalten. Inhalt: Sequentielle Besprechung aller drei Standorte mit den jeweiligen Projektpartnern, Klärung der Ausgangslagen (bekannte Daten, bereits vorhandene Untersuchungen?), Festlegung, welche Daten und Fakten für die Potentialprüfung durch wen erhoben werden sollen.

Nach den erfolgten technischen Untersuchungen ist ein ganztägiger Präsentations- und Diskussionsworkshop mit allen Teilnehmern vorzubereiten und abzuhalten. Inhalt: Vorstellung und Diskussion der Ausarbeitungen, Diskussion von Möglichkeiten und Sinnhaftigkeit einer weiteren Projektvertiefung.

 Voraussetzungen

Es werden nur Ingenieurbüros mit Erfahrungen für Planung und Ausführung im Themenfeld der Anergienetze berücksichtigt. Diese Erfahrungen sind im Angebot zu dokumentieren.
Im Angebot ist die Aufschlüsselung der einzelnen Leistungspakete incl. Arbeitszeiten und Kosten darzustellen.

Angebot

Allfällige Interessensbekundungen zur Ausführung des Auftrages sind bis längstens 4 Wochen nach Erscheinen in Form eines Angebotes an das Energieinstitut Vorarlberg, Herrn Martin Reis, Stadtstrasse 33, A-6850 Dornbirn, martin.reis@energieinstitut.at, +43 5572 31202/79 zu richten. Nachfragen sind ebenso an Herrn Reis zu stellen.