Forschungsfrage

In der Ökobilanz eines Gebäudes spielen zwei Phasen eine wesentliche Rolle: die Herstellung der Baumaterialien für Errichtung und Erneuerung auf der einen Seite und der Betrieb des Gebäudes auf der anderen Seite. Im Projekt sollte eine Methode entwickelt werden, beide Phasen gemeinsam zu betrachten.

Die Bewertung der Gebäudeerrichtung mit der Methode des Oekoindex (www.baubook.info/oekoindex) ist in Österreich weit verbreitet. Allerdings werden dabei vor allem thermisch relevanten Bauteile (OI Bilanzgrenze BG0 bzw. BG1) erfasst und bewertet. Darüberhinausgehende Gebäudeteile bleiben aufgrund des hohen Erfassungsaufwandes meist unberücksichtigt.

Fazit

  • Gut zu Dämmen ist hocheffizient. Die Einsparungen im Gebäudebetrieb überwiegen den Aufwand für die Herstellung deutlich.
  • Sollen unterschiedliche Gebäude miteinander verglichen werden, ist eine getrennte Betrachtung von Gebäudebetrieb und -errichtung mit den jeweils dafür sinnvollen Bezugsflächen empfehlenswert.
  • Mit dem entwickelten vereinfachten Berechnungsverfahren können Gebäudeteile, die über den Energieausweis hinausgehen, mit wenig Mehraufwand erfasst und bewertet werden.

Ergebnisse

Durch die bisher im Rahmen der OI Berechnung verwendeten, einfach zu erfassenden Bilanzgrenzen BG0 und BG1 wird im Mittel ca. 50% des ökologischen Gesamtaufwandes (ohne Haustechnik) berücksichtigt. Die Bilanzgrenze BG3 erfasst den ökologischen Aufwand im Mittel bereits zu 85%. Dennoch kann die Berücksichtigung von bisher nicht erfassten Gebäudeteilen einen entscheidenden Einfluss auf die Gesamtbewertung der Gebäude haben. Zudem scheinen gerade die bisher nicht erfassten Gebäudeteile ein erhebliches Optimierungspotential aufzuweisen. Das im Rahmen des Projektes untersuchte vereinfachte Nutzungsdauermodell führt hingegen zu keiner gravierenden Änderung in der ökologischen Gebäudebewertung.

Durch die im Projekt entwickelten vereinfachten Berechnungsmethoden und Defaultbauteile für nicht im Energieausweis zu erfassende Gebäudeteile wird die ganzheitliche Bewertung von Gebäuden wesentlich vereinfacht.

Es hat sich gezeigt, dass für eine gemeinsame Betrachtung von Betrieb und Errichtung keine relativen (flächenbezogenen), sondern absolute Werte verwendet werden sollen. Dies gilt insbesondere dann, wenn auch über den Energieausweis hinausgehende Gebäudeteile erfasst werden sollen. Sollen Gebäude unterschiedlicher Größe und Kubatur untereinander verglichen werden (z.B. im Rahmen der ökologischen Gebäudezertifizierung) scheint eine getrennte Betrachtung von Betrieb und Errichtung mit der jeweils dafür sinnvollen Bezugsfläche besser geeignet.

Informationen zur Förderung

  • Förderprogramm: 1. Ausschreibung “Stadt der Zukunft”
  • Programmeigentümer/Geldgeber: Bundesministerium für Verkehr, Innovation und Technologie (BMVIT)
  • Projektzeitraum: 01.11.2014 bis 30.09.2017
  • Gesamtkosten: 384.000 €
  • Fördermittel: 224.000 €

Partner

Der Endbericht des Forschungsprojektes wird demnächst auf der Webseite www.nachhaltigwirtschaften.at verfügbar sein.

 

Das Projekt wurde gefördert von:

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