Low-Tech_Logoleite_Fördergeber

 

Konzepte für energieeffiziente, klimaverträgliche “Low-Tech” Gebäude im Bodenseeraum

Das Projekt wurde von der Internationalen Bodenseekonferenz initiiert und die Skizze in Zusammenarbeit mit der Plattform Klimaschutz und Energie entwickelt.

Projektzeitraum               

1.12.2015 bis 30.11.2020

Gesamtkosten

Euro 750.000

Fördermittel

Euro 413.680

Projektpartner

 

 

  • Energieinstitut Vorarlberg (Lead)
  • Energie- und Umweltzentrum Allgäu
  • Energieagentur Ravensburg
  • Energieagentur St. Gallen
  • Universität Liechtenstein

Kerninhalte und Ziele:

Strategisches Ziel des Projekts ist die langfristige und nachhaltige Reduktion des Energieverbrauchs im Gebäudesektor in Neubau und Bestand, bei kritischer Auseinandersetzung mit Haustechnik und Steuerungskomponenten. Angestrebt werden klimaverträgliche Bauten mit hohem Komfort, geringem Energiebedarf und langfristig überdurchschnittlicher Werterhaltung durch an den Klimawandel angepasste Bauweise und hohe Robustheit im Betrieb.

Als bewusster Kontrapunkt zur immer stärkeren Technisierung von Gebäuden sollen im Projekt länderübergreifend und koordiniert „Low Tech“-Gebäudekonzepte analysiert und entwickelt werden, ohne auf hohe energetische Standards und weitgehende Reduktion von CO2-Emissionen zu verzichten. Unter Low-Tech-Gebäuden sind im Projektzusammenhang Bauten zu verstehen, die so konzipiert sind, dass ein möglichst geringer technischer, energetischer und finanzieller Input bei möglichst geringem Energieverbrauch im Betrieb erreicht wird. Betrachtet wird der gesamte Lebenszyklus der Bauten von Wohngebäuden, als auch von Nichtwohngebäuden.

Projektrelevanz:

In den vergangenen Jahren wurden die gesetzlichen Anforderungen an die energetische Bauqualität in allen Ländern erhöht. Dies führte bei Neubauten generell zu geringeren Wärmeübertragungen an der Gebäudehülle und bei der Lüftung. Außerdem ermöglichte die Entwicklung neuer Baumaterialien viele neue Bauformen. Jedoch wurden die Komfortansprüche der Nutzer hinsichtlich unterschiedlicher Temperaturanforderungen, sommerlichem Wärmeschutz und Regelbarkeit nicht immer ausreichend umgesetzt. Dieser Mangel wird häufig durch eine komplexe und vielschichtige Gebäudetechnik kompensiert. Viele technische Komponenten sind aufwändig zu steuern, verbrauchen bei der Herstellung vermehrt graue Energie und erhöhen sowohl die Baukosten, als auch den Endenergiebedarf der Gebäude. Damit stehen sie einem sinnvollen Klimaschutz entgegen.

Da bewegliche, elektrische und steuerungsintensive Bauteile die geringste Lebenserwartung haben und daher im Lebenszyklus eines Gebäudes mehrfach ausgetauscht und regelmäßig gewartet werden müssen, kann eine Reduzierung der Gebäudetechnik auf ein notwendiges und sinnvolles Maß einen relevanten Beitrag zur Diskussion über bezahlbares, energieeffizientes Bauen- und Wohnen leisten. Durch die gewonnenen Erkenntnisse in der Fachgruppe, den analysierten Bestandsgebäuden und den begleiteten Pilotgebäuden werden Low-Tech-Maßnahmen und Varianten gefunden, die mit reduziertem technischen Aufwand, den gleichen Nutzen stiften und dabei geringere Errichtungs- und Folgekosten produzieren.

Obwohl sich die gesetzlichen Rahmenbedingungen, die Fördermöglichkeiten und die Anforderungen an den Energieverbrauch in den Ländern um den Bodensee unterscheiden, gibt es große Überschneidungen bei den klimatischen Bedingungen, den kulturellen Wurzeln und den typischen Nutzern. Ein abgestimmtes Vorgehen um den Bodensee führt die Kompetenzen der Partner zusammen, vermeidet Parallelentwicklungen und dient der Herausarbeitung von gemeinsamen Lösungen.

Weitere Informationen zum Programm finden Sie unter: www.interreg.org