| 7 Blockbau, welcher vermutlich seit der keltischen Eisen-zeit angewendet wurde. Vor allem in Niederösterreich, der Steiermark und dem Burgenland war die Bauweise verbreitet und kann heute noch beispielsweise in Bad Tatzmannsdorf besichtigt werden.Stampflehm-Bauweise (Pisé)Der Stampflehmbau, auch Pisé-Bau genannt, ist Lehm-bau in einer sehr ursprünglichen Form. Im mediterranen Raum taucht diese Technik erstmals um 800 v. Chr. auf. Insbesondere Frankreich kann auf eine große Tradition dieser Bauweise zurückgreifen und weist im Umland der Städte Lyon, Reims, Grenoble, Toulouse und Avignon eine Vielzahl an Stampflehmbauten auf.Auch in der Schweiz fand die Pisé-Technik breite An-wendung. Kristallisationspunkt war die Ostschweiz, die durch ihre Textilproduktion in intensiven internationa-len Handelsbeziehungen stand. Über die Handelsrou-ten der Stoffe wurde auch die Stampflehmtechnik aus Frankreich importiert. Der Pisé-Bau galt in diesen Län-dern immer als qualitativ hochwertig und wurde im öffentlichen und gewerblichen Bau wie auch im priva-ten Wohnbau verwendet.» Im Ländle war Lehm als Baustoff sehr häufig in Verwendung, auch wenn es auf den ersten Blick nicht immer erkennbar ist. «Martin Rauch Lehm Ton Erde Baukunst, SchlinsAls bekanntes Beispiel des Stampflehmbaus gilt das Haus Hainallee (Pisé-Haus) in Weilburg. Es wurde zwi-schen 1825 und 1828 erbaut und ist mit sechs Stock-werken das höchste Stampflehmhaus Mitteleuropas. Aus dieser Zeit sind in Weilburg bis heute noch 19 wei-tere Häuser erhalten, die nach wie vor bewohnt sind.Auch in Vorarlberg war die Stampflehm-Bauweise im-mer in Verwendung. Da jedoch Holz und Stein als Bau-material ausreichend in der Region verfügbar war, hat sie nie die Bedeutung wie in Frankreich oder Deutsch-land erlangt. Lehm als Bindemittel und als Verputzwurde jedoch häufig verwendet und konnte in den Lehmgruben der Ortschaften für den Eigengebrauch frei entnommen werden. Durch die Industrialisierung im 19. Jahrhundert und die Verfügbarkeit fossiler Energie wurde das Bauen mit Lehm durch gebrannte Ziegel, Beton (Zement) und Stahl ersetzt. Ein Wiederaufleben des Lehmbaus setzte temporär während der Weltwirtschaftskrise in der Zwi-schenkriegszeit und für kurze Zeit nach dem zweiten Weltkrieg ein. Seit der Wiedereinführung von Regelwerken zum Bauen mit Lehm sowie der Einführung von Produktnormen für Lehmsteine, Lehmmauermörtel und Lehmputzmörtel ist die Akzeptanz und die Anwendung deutlich gestiegen. Breite Resonanz erfährt Lehm überdies, seit Pioniere mit dem Baustoff die bautechnischen und architektoni-schen Anwendungsmöglichkeiten erweitert haben und damit die vielen Vorteile und den Facettenreichtum von Lehm sichtbar machen.» Fast 200 Jahre alt und sechsstöckig ist das höchste Stampflehmhaus Mitteleuropas in Weilburg (D). Lehmbau im Rückblick • Bis 1930 einer der wichtigsten Baustoffe weltweit • Im Burgenland sind Lehm-Holzblockbauten aus der keltischen Eisenzeit erhalten. In Weilburg Stampflehmhäuser, die nach wie vor bewohnt sind. • In Vorarlberg wurde Lehm hauptsächlich im Holz-Fachwerkbau verwendet. Er konnte aus Lehmgruben für den Eigengebrauch frei entnommen werden.
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