8 |Mit dem entstandenen Umweltbewusstsein in den Acht-zigerjahren des 20. Jahrhunderts wurde auch Lehm als Baustoff wiederentdeckt. Seither lässt sich in Öster-reich wie in vielen anderen Ländern eine Besinnung auf energiesparendes, ressourcen- und umweltschonendes Bauen mit gesundheitlich unbedenklichen und wieder-verwendbaren Baustoffen ausmachen. So sind allein in Vorarlberg in den letzten Jahren mehr als 500 Bauten entstanden, bei denen Lehm in unterschiedlichen Grö-ßenordnungen und Ausführungen zum Einsatz kam. Neben Gemeinden und Firmen sind es auch Privat-personen, die den Trend des ökologisch nachhaltigen Bauens vorantreiben. Im Folgenden werden einige Anwendungsmöglichkeiten des Baustoff Lehm anhand von gebauten Objekten aufgezeigt. Wohlwissend, dass diese Auswahl keine vollständige Übersicht über alle möglichen Anwendungen bieten kann. Landeskrankenhaus, FeldkirchArchitektur: Anton Kuthan | Günter Graß Erich Gutmorgeth | Martin RauchLehmbau: Lehm Ton Erde BaukunstDie 180 Meter lange und sechs Meter hohe gebogene Stampflehmwand kann als Schlüsselprojekt mit großer Signalwirkung über Vorarlberg hinaus gesehen werden. Das Projekt setzte sowohl hinsichtlich Umfang als auch Logistik neue Maßstäbe und hat dazu beigetragen, dass die Nachfrage nach dem Baustoff Lehm gestiegen ist. Im Hauptzugang, der auch als Wandelhalle dient, Lehmbau in der Gegenwartwirkt die sechs Meter hohe Stampflehmwand klimare-gulierend und als gestalterischer Kontrast zu der nach Süden ausschwingenden Schrägverglasung. Der 1993 fertiggestellte Mehrzwecktrakt formte einen neuen Eingang zum Landeskrankenhaus und verknüpft es seither mit den flach ins Gelände eingebetteten Gara-gendecks im Süden sowie mit der Rotkreuzstation, dem Labor- und dem Bürotrakt im Norden. Energietechnisch wirkt die Wandelhalle als riesiger Wintergarten. Noch während der Bauplanung wurde ein Wettbewerb zur künstlerischen Ausgestaltung der Halle durchgeführt, den Martin Rauch für sich entschied. Kunstwerk und funktionale Ergänzung der Architektur bilden eine perfekte Synthese.Vorarlberg Museum, BregenzArchitektur: Cukrowicz Nachbaur ArchitektenLehmbau: Preite Verputz & TrockenbauVielseitig, einfach und funktional – so kann man den Baustoff Lehm bezeichnen. Veranschaulichen lässt sich das am Vorarlberg Museum in Bregenz. Der denkmal-geschützte Bestand wurde nahezu vollständig erhalten und in einen modernen Neubau integriert. Lehm wurde dabei sowohl als Untergrund als auch als ästhetische Oberfläche eingesetzt. Im Zuge der Sanierung entstand eine mit einem einzigartig geglätteten und fugenlosen Lehmputz formvollendete Oberfläche, die auch das drei Stockwerke hohe Atrium umhüllt. Für die Architekten spielte der Baustoff vom Entwurf an eine entschei-dende Rolle. » Die wohl bekannteste Stampflehmwand Vorarlbergs ist 180 Meter lang, 6 Meter hoch und befindet sich im Landeskrankenhaus Feldkirch.
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