| 9 16.500 m² hochwertig geglättete Lehmflächen entfalten nun ihre edle Wirkung. Je nach Lichteinfall changiert der Lehmputz in hellen und warmen Grautönen. Dabei wurde eine vielschichtige mineralische Farbigkeit des Lehm- Edelputzes eingesetzt, die eigens für das Museum ent-wickelt wurde. Als Zwischenlage vor dem Edelputz wurde ein brauner Feinputz auf den Unterputz aufgezogen. Der denkmalgeschützte Bestand wurde mit Lehmplatten verkleidet, die mit Wandheizungen belegt sind.» Der Baustoff Lehm hat unser architektonisches Konzept ideal ergänzt. «Andreas Cukrowicz Cukrowicz Nachbaur Architekten, Bregenz Statt auf eine Vollklimatisierung setzte man auf die sorptiven Eigenschaften des Naturmaterials. Die dicken Lehmputze im Museum puffern Feuchtigkeitsspitzen. Vom Lehm wird die Feuchtigkeit absorbiert, zwischen-gespeichert und wieder abgegeben, sobald die Luft-feuchtigkeit im Raum sinkt. Dank Lehm kann die Anfor-derung des Museums nach maximal 3 % Schwankung der Luftfeuchtigkeit mit einer kleineren Lüftungsanlage bewerkstelligt werden. Ein Drittel der Haustechnik im Lüftungsbereich wird damit eingespart, was in geringe-ren Investitionen für die Haustechnik und geringerem Energieverbrauch derselben resultiert. Das Ergebnis kann sich mehr als sehen lassen: Die Kombination aus Funktionalität, ökologischer Nachhaltigkeit und der einzigartigen Optik bringen die Vorzüge des Baustoffs deutlich zum Vorschein.Kapelle der Versöhnung, BerlinArchitektur: Rudolf Reitermann | Peter SassenrothLehmbau: Lehm Ton Erde BaukunstDie Kapelle der Versöhnung wurde als Stampflehm-bau auf dem ehemaligen Mauerstreifen in Berlin Mitte errichtet und auf den Fundamenten einer 1985 von den DDR-Grenztruppen gesprengten Kirche gegründet. Die Kapelle entstand zum zehnten Jahrestag des Falls der Berliner Mauer und war zugleich der erste tragende Lehmbau in Deutschland seit hundert Jahren.» Kapelle der Versöhnung mit Stampflehmwand, -boden und -altar» ...die halten, was die spektakuläre Fassade schon außen verspricht.» Im Vorarlberg Museum beeindrucken Oberflächen aus Lehm... Beim Bau des sieben Meter hohen Ovals wurden 400 Tonnen Lehm verwendet, die mit Ziegelschutt der ehe-maligen Kirche vermischt wurden. Die 60 Zentimeter dicken Lehmwände fungieren als tragende und aus-steifende Konstruktion. Das Projekt war ein Wagnis, da die Architekten eine Konstruktion aus den „modernen“ Materialien Beton und Glas vorgeschlagen hatten. Das akzeptierte die Gemeinde Berlin Mitte nicht. Ein Bau mit Respekt vor den Spuren, aber ohne Rekonstruktion von Verlorenem wurde ins Auge gefasst. Lehm stellte für die Bauherrschaft den idealen Baustoff dar, da dieser regional entnommen, wiederverwendet und nie gänzlich zerstört werden kann. Mit der Ausführung gelang eine Pionierleistung, die viel Anerkennung fand.
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