08Energieeffizienz von Sabine ErberEnergieeffizientes und ökologisches Bauensabine.erber@energieinstitut.atTechnik einsparen durch Low-Tech-ElementeAuf dem Klimaschutz-kongress der Internationalen Bodenseekonferenz (IBK) bei Zürich wurden die Definition und eine Übersicht der Bestandsgebäude der Partner mit ihren Low-Tech-Komponenten präsentiert.Im Gegensatz zu High-Tech-Gebäuden, wie das Centre Pompidou in Paris oder das Klinikum in Aachen, die eine eigene Architekturrichtung prägten, indem sie Technik am Gebäude sichtbar machten, wurde der Begriff Low-Tech bisher nicht genauer gefasst. Daher war es eine der ersten Aufgaben der Projektpartner, sich auf eine Definition des Begriffes zu einigen. Das Anliegen der Partner ist, auf nicht notwendige elektrische und bewegliche Teile in Gebäuden zu ver-zichten. Die im September vorgestellte Definition lautet daher: „Low-Tech-Gebäude sind energie-effizient, ressourcenschonend und wirt-schaftlich. Sie sind robust und auf eine lange Lebensdauer ausgelegt. Ihre Bau-konstruktion ist entsprechend geplant und ausgeführt und bietet dem Nutzer Behaglichkeit im gesamten Jahres-verlauf. Die noch notwendige, reduziert eingesetzte Gebäudetechnik ist einfach in Bedienung und Instandhaltung.“Passend zu dieser Definition wurden daraufhin Bestandsgebäude gesucht, die in mehreren baulichen Komponen-ten dieser Definition entsprechen. Da-runter sind bekannte Gebäude, wie das Bürogebäude 2226 in Lustenau von Eberle Baumschlager, der Kindergarten Muntlix von Matthias Hein (Staatspreis für Architektur und Nachhaltigkeit) oder das Kunstmuseum in Ravensburg des Stuttgarter Architekturbüros Lederer + Ragnarsdóttir + Oei (Deutscher Archi-tekturpreis), außerdem Gewerbe- und Wohngebäude des Schweizer Architek-ten Andrea Rüedi, eine Schule des deutschen Architekten Martin Endhard und weitere interessante Gebäude. Low-Tech-KomponentenGemeinsam ist den ausgewählten Ge-bäuden eine sehr gut gedämmte Hülle, die eine Heizung ganz oder in Teilen verzichtbar macht, bewusst geplante Fenstergrößen, die solare Gewinne maximieren, aber keine Überhitzung im Sommer zulassen, sowie der planeri-sche Umgang mit Gebäudemassen, die zur Verzögerung von Auskühlung oder Überhitzung führen. Außerdem in eini-gen Gebäuden eine dramatische Redu-zierung der aufgewandten grauen Ener-gie für die Errichtung des Gebäudes durch die Verwendung von Stroh, Holz oder Lehm als überwiegenden Baustoff. Als Beispiel steht hier stellvertretend das lastabtragende Strohhaus des Architekten Georg Bechter. Auch baulicher Sonnenschutz, der im Sommer direkte Sonneneinstrahlung verhindert und damit den Einsatz von Elektromotoren für Raffstores vermin-dert, ist eine sinnvolle Low-Tech-Kompo-nente. Ein schönes Beispiel dafür ist der Brise Soleil des neuen Bürogebäudes der i+R Gruppe in Lauterach von den Kunstmuseum RavensburgUnterschiedlicher Lichteinfall bei StrohballenhausSommerWinter
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