07Live im BetriebBlum mit Weitblick auf der ÜberholspurDer Einsatz einer thermischen Solaranlage im 80 °C Industrieprozess löste bei den interessierten Besuchern Erstaunen aus.„Live im Betrieb“ ist eine bewährte Veranstaltungsreihe vom Energieinstitut Vorarlberg. Engagierte und vorbildliche Vorarlberger Unternehmen und Gemeinden informieren über ihren innovativen Beitrag zu einer energieeffizienten und nachhaltigen Ökonomie. Sie teilen uns ihre Erfolgsrezepte und Erfahrungen mit, die sie selbst mit einer beispielhaften Umsetzung im Bereich Energieeffizienz gemacht haben. Bei „Live im Betrieb“ im Gaißauer Werk von Blum erhielten die anwesenden Unternehmer einen tiefen Blick hinter die Kulissen.„In der Industrie ist zumeist eine höhere Systemtemperatur gefordert, als mit Solarthermie erreicht werden kann – und somit selten Thema. Die Einsatzmöglichkeiten bei Blum überzeugen aber auf ganzer Linie“, wissen die beiden Teilnehmer Christoph Zech und Ando Lastro (BHM Ingenieure) aus ihrer Erfahrung zu berichten. Und tatsächlich: Der Beschlägehersteller betreibt in seinem Werk 6 die aktuell ertragreichste Solaranlage in Vorarlberg. Die beeindruckenden Zahlen: Die Solaran lage hat eine Größe von 460 m2, eine maximale Leistung von 330 kW – und verspricht eine jährliche Energieausbeute von 230.000 kWh. Das entspricht dem jährlichen Heizwärmebedarf von rund 15 Einfamilienhäusern – oder bei Blum der Einsparung von 22.000 m3 Gas.Wasser statt FrostschutzKonkret erzeugt die Solaranlage das Warmwasser für die Reinigung der beschichteten Metallteile. Für diesen Prozess ist eine Systemtemperatur von 80 °C erforderlich. „Wir haben relativ lange nach einem für uns passenden System gesucht“, erklärte Dietmar Plankensteiner, Leiter des Werk 6 der Julius Blum GmbH. Das Besondere am installierten „Aqua Solar System“: Durch den Einsatz hocheffizienter Vakuumröhrenkollektoren mit CPCSpiegel erreicht die Anlage einen hohen Ertrag. Hinzu kommt, dass auf Frostschutzmittel zugunsten von herkömmlichem Wasser vollständig verzichtet wird, eine intelligente Regelung verhindert das Einfrieren der Leitungen im Winter. Der Verzicht auf Frostschutzmittel bringt einen höheren Jahresertrag und schont Umwelt und Betriebskosten, da auf einen zyklischen Tausch des Frostschutzes verzichtet werden kann.Blum mit vorausschauender StrategieDie rund 250.000 Euro teure Solaranlage auf dem Dach von Werk 6 in Gaißau ist seit knapp vier Jahren in Betrieb und soll sich, konservativ gerechnet, in 13 Jahren bezahlt gemacht haben. „Wir sind in der privilegierten Situation, dass unsere Geschäftsführung Ent scheidungen nicht ausschließlich aus wirtschaftlicher Perspektive fällt“, weiß Plankensteiner. Hinzu komme, dass Investitionen wie diese einer klaren Unternehmensstrategie geschuldet seien. „Die Energiekosten werden steigen. Und wir wollen darauf vorbereitet sein.“Ein Ansatz, den auch andere vorausschauende Unternehmen in Vorarlberg verfolgen. Wolfgang Knop, Umwelt und Sicherheitsbeauftragter bei Carini Etiketten in Lustenau, besucht genau aus diesem Grund Veranstaltungen wie „Live im Betrieb“: „Die Themen Energieeinsparung und Effizienzsteigerung sind uns ausgesprochen wichtig, wir setzen in dieser Hinsicht bereits sehr viele Akzente – wollen aber noch mehr tun. Ich will von anderen lernen und inspiriert werden.“ Mit „Live im Betrieb“ habe er das dafür richtige Format gefunden.Sie wollen zu den nächsten Terminen eingeladen werden? Anmeldung unter edith.haemmerle@energieinstitut.atAm Dach lernt man wie es wirklich geht – „Live im Betrieb“. von Markus KaufmannUnternehmenmarkus.kaufmann@energieinstitut.at
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