5 Schlüsse aus 29 Sanierungsprojekten

Ein zentrales Element im heuer abgeschlossenen Projekt „GO Altbau“ war die Aktion „Haus des Monats“, bei der 29 vorbildliche Sanierungen in Bayern und Westösterreich ausgezeichnet und präsentiert wurden. Aus den gezeigten Projekten lassen sich fünf Schlüsse ziehen.

Sanierungsbeispiel Haus des Monats vorher - nachher

Diese grenzüberschreitende Sammlung demonstriert vielfältige Sanierungslösungen und zeigt den Mehrwert der regionsübergreifenden Zusammenarbeit: Kein Partner allein hätte alle Themen abdecken können, gemeinsam aber konnte man mehr Aufmerksamkeit erzielen und Synergien nutzen.

Vielfalt der Sanierungsobjekte und -maßnahmen


Die ausgewählten 29 Häuser des Monats decken ein breites Spektrum an Baualter, Typologie und Nutzung ab – vom über 500 Jahre alten Bauernhaus bis zum 1970er-Fertighaus, vom denkmalgeschützten Pfarrhaus bis zum Nachkriegseinfamilienhaus. Entsprechend unterschiedlich waren die Herausforderungen, doch alle Projekte einte das Ziel, Energieeffizienz, Wohnqualität und Nachhaltigkeit zu vereinen.

Trotz regionaler Unterschiede zeigen die Beispiele vergleichbare Lösungsansätze:
konsequente Wärmedämmung, Umstieg auf erneuerbare Heizsysteme, Nutzung von Solarenergie sowie kreative architektonische Konzepte, um Altes zu bewahren und Neues zu integrieren.

Die Kernbotschaft der GO Altbau-Initiative und ihrer 29 Häuser des Monats lautet:
Auch alte Häuser können eine energieeffiziente, klimafreundliche und komfortable Zukunft haben!
Aus den vielfältigen Beispielen lassen sich folgende Schlüsse ziehen:

  1. Altbausanierung zahlt sich aus
    Und zwar energetisch, wirtschaftlich und gesellschaftlich. Viele Objekte erreichten Passivhaus- oder Effizienzhaus-Standard, was ihren Energieverbrauch drastisch senkte und die Energiekosten minimierte. Gleichzeitig bleibt wertvolle Bausubstanz erhalten und dient weiter als Wohnraum, anstatt als Bauschutt zu enden.
  2. Erneuerbare Energien + Dämmung = Klimaschutz im Bestand
    Die Kombination aus guter Wärmedämmung, moderner Haustechnik und erneuerbarer Energieversorgung macht Gebäude beinahe klimaneutral – selbst wenn sie Jahrhunderte alt sind. PV-Anlagen und Wärmepumpen verwandelten Energiefresser in Energieproduzenten, was die CO₂-Emissionen vieler Häuser gegen Null brachte.
  3. Sanieren und Bewahren gehören zusammen
    Eine gelungene Sanierung respektiert die Geschichte eines Hauses und das Ortsbild. Die Projekte zeigen, dass Denkmalschutz und Energieeffizienz vereinbar sind. Wer mit Augenmaß vorgeht, kann historischen Charme, traditionelle Bauweise und moderne Wohnansprüche in Einklang bringen.
  4. Bedarfsgerechte Lösungen statt Einheitsbrei
    Jedes Haus ist anders – erfolgreiche Sanierungen orientierten sich an den spezifischen Gegebenheiten und Bewohner-Bedürfnissen. Ob mehr Platz für die Familie (Mehrgenerationenkonzepte), Barrierefreiheit fürs Alter oder Raum für Gemeinschaft (Kulturraum, Gemeindewohnungen).
  5. Know-how und Kooperation sind Erfolgsfaktoren
    Kaum ein Sanierungsprojekt gelang ohne fachliche Beratung oder Austausch.
    Viele Bauleute holten sich Energieberater*innen, Architektinnen und Architekten und erfahrene Handwerker*innen an Bord – oder nutzten oder nutzen das Angebot der Potenzialberatung in Vorarlberg. Der grenzüberschreitende Erfahrungsaustausch im Rahmen von GO Altbau verstärkte diesen Wissenstransfer noch.


Das Projekt hat gezeigt, dass Eigentümer und Eigentümerinnen durch Anschauungsbeispiele und professionelle Begleitung eher den Mut fassen, alte Häuser anzugehen – und dass sie dabei gemeinsam mehr erreichen, anstatt allein zu werkeln.
Beate Haiden, Projektleiterin GO Altbau - Partnerbetriebe Traumhaus Althaus

Lebendige Belege für gelungene Zusammenarbeit


Abschließend lässt sich feststellen: Die 29 vorgestellten Altbau-Sanierungen dienen als lebendige Belege für gelungene, grenzüberschreitende Zusammenarbeit im Klimaschutz. Sie demonstrieren der EU-Kommission und der Öffentlichkeit, wie durch Förderprogramme, wie Interreg, innovative Lösungen im Gebäudebestand verwirklicht werden können – mit messbaren energetischen Verbes-serungen, aber auch mit sozialem und kulturellem Mehrwert.

Jeder Altbau, so besonders er auch sein mag, kann mit genügend Mut zur Sanierung zu einem Vorzeigeprojekt werden – „fürs Klima, für den Geldbeutel, für die kommenden Generationen und fürs eigene Glück!“.

In diesem Sinne hat GO Altbau einen wichtigen Grundstein gelegt, der weit über die Projektlaufzeit hinaus wirken wird: Eine transnationale Gemeinschaft, die Tradition und Zukunft in unseren Häusern erfolgreich zusammenbringt.

Im Projekt GO Altbau haben wir zusammen mit Projektpartnern aus Bayern und Tirol vor allem Impulse gesetzt, um erfolgreiche Gebäudesanierungen aufzuzeigen. Das Projekt wurde von der EU im Rahmen von Interreg Bayern-Österreich und vom Land Vorarlberg gefördert.

Weitere Sanierungsbeispiele finden Sie unter www.sanierungsgalerie.at

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veröffentlicht 11.08.2026