Ausgewählte Fragen zur PV, die in letzter Zeit bei uns eingetrudelt sind

Der Stand der Dinge zur PV beschäftigt derzeit viele - Besitzerinnen und Besitzer von PV-Anlagen gleichermaßen wie jene, die über die Anschaffung nachdenken. Wir beantworten im Folgenden ein paar ausgewählte Fragen, die uns in letzter Zeit gestellt wurden.

Hat sich der heiße und durchgehend sonnige Sommer auf die Eigenversorgung mit PV-Strom ausgewirkt?

Ein typischer Haushalt produziert schon an einem nur halbwegs sonnigen Sommertag grundsätzlich mehr Strom als er verbraucht. Das Mehr an Sonnenstunden in diesem Sommer schlägt sich daher zwar in einer gestiegenen PV-Produktion nieder, erhöht aber nicht automatisch den Grad an Eigendeckung. Denn die Mehrproduktion wird in den meisten Fällen ins Netz eingespeist.

Was hat das mit den neuen (flexibleren) PV-Einspeisetarifen zu tun?

Strom verliert in den Sommermonaten zu Mittag aufgrund des großen Angebots aus PV-Strom tendenziell an Wert und wird abends/in der Nacht und dann vor allem im Winter im Gegenzug teurer. Das wird sich auch in den Stromtarifen und in den PV-Einspeisetarifen widerspiegeln. Daher ist dann klar im Vorteil, wer Flexibilitäten aufweist.

Woher nehme ich die notwendige Flexibilität?

Dazu gibt es zwei Möglichkeiten:

  1. Den Verbrauch zeitlich an die Erzeugung angleichen, sprich: dann Strom verbrauchen, wenn er von der eigenen PV-Anlage erzeugt wird. Besonders spannend sind dabei jene Anwendungen, die prinzipiell gut gesteuert werden können – und die „große“ Lasten verschieben: die Warmwasserbereitung, eine vorhandene Klimaanlage/Wärmepumpe zur Kühlung oder das Laden eines Elektroautos.

    Ein Energiemanagementsystem hilft dabei, die unterschiedlichen Verbraucher klug und abhängig von der zu erwartenden PV-Produktion zu steuern. Aber auch „Low-tech“-Ansätze helfen, zum Beispiel das Ansteuern des Warmwasser-Speichers mit einer Zeitschaltuhr am Mittag statt wie bisher nachts.

  2. Die Verfügbarkeit an den Verbrauch anpassen: Wenn sich der Verbrauch nicht an die Erzeugung anpassen lässt (z. B. wenn tagsüber das Elektroauto zum Laden nicht daheim ist oder tagsüber nicht gekocht wird), hilft ein Stromspeicher. Der tagsüber nicht benötigte PV-Storm wird in einer Batterie gespeichert und steht dann am Abend und über Nacht bereit.

    So kann der günstige eigene PV-Strom auch dann genutzt werden, wenn die Sonne nicht scheint – und der teure(re) Netzbezug wird vermieden.

Neben dem eigenen Verbrauch gibt es mit der Energiegemeinschaft eine Möglichkeit, Strom im eigenen Umfeld zu handeln, bevor er an den Stromhändler verkauft wird. In Vorarlberg gibt’s schon einige solcher Energiegemeinschaften. Ob man im Einzugsgebiet einer EEG liegt, kann man hier herausfinden.

sommart - strock.adobe.com

Soll ich also einen Stromspeicher anschaffen?

Die Gründe und Anreize für Stromspeicher nehmen zu, während die Speicherpreise sinken. Die Anschaffung von Stromspeichern wird zudem gefördert. Wichtige Überlegungen: Was soll der Stromspeicher können und welche Speichergröße ist sinnvoll? Hierzu eine kleine Faustformel aus der Energieberatung.

Ein Stromspeicher sollte ungefähr gleich viel Speicherkapazität in kWh haben wie die Leistung der PV-Anlage in kWp. Bei einer 7 kWp Anlage empfehlen wir daher, bei den Überlegungen von einem rund 7 kWh großen Speicher auszugehen. Je nach Verbrauch und Anlagenkonfiguration kann die sinnvolle Größe aber auch deutlich abweichen. Generell gilt: Eine höhere Speicherkapazität bedeutet nicht zwangsläufig auch eine höhere Eigenversorgung bzw. einen höheren Eigenverbrauch.

Aktion zur Nachrüstung von Stromspeichern im Herbst

Wer konkretere Überlegungen zur Nachrüstung eines Stromspeichers wälzt, wird hiermit eine Freude haben: Ab Ende Oktober gibt's eine Aktion zur Nachrüstung von Stromspeichern. Die Termine für die ersten Infoveranstaltungen stehen in unserem Veranstaltungskalender.

Die schnelle Übersicht

  • Die Stromwelt wird dynamischer und erfordert mehr Flexibilität.
  • Einspeisevergütungen für den eigenen PV-Strom richten sich nach Angebot und Nachfrage – im Sommer und tagsüber wird der Strom günstiger, abends/nachts und im Winter teurer.
  • Wer Verbrauch und Einspeisung steuern kann, ist langfristig gut auf dynamische Strompreise, Netzkosten und PV-Einspeisetarife eingestellt.
  • Wer keinen Einfluss auf Verbrauch und Einspeisung hat, hat noch bis Ende 2027 Zeit, sich etwas zu überlegen. So lange gibt’s von der illwerke vkw einen fixen PV-Einspeisetarif für ältere Bestandsanlagen (die betroffenen Kundinnen und Kunden wurden im Juni informiert).
  • Der Einsatz von Batteriespeicher und Energiemanagementsystem ist langfristig maßgeblich dafür, Stromkosten zu optimieren.
  • Eine Energiegemeinschaft (EEG) kann eine zusätzliche Möglichkeit bieten, überschüssigen PV-Strom mit anderen zu teilen. Es gibt schon zahlreiche EEGs in Vorarlberg, an denen man sich anschließen kann. Ab Herbst soll zudem die Gründung von kleinen EEGs mit Nachbarn oder Freunden einfacher werden.
  • Viele Fragen zu PV und Stromspeichern beantworten wir hier für Sie.
veröffentlicht 19.09.2026