Nachhaltigkeit ist kein Kostennachteil

Beim e5-Themenforum "Haushalt mit Zukunft - Klimaschutz im Gemeindebudget" Ende Februar 2026 wurde aufgezeigt, wie nachhaltiges Bauen im Gemeindebudget funktionieren kann. Nachhaltiges Bauen ist nachweislich kein Kostentreiber für Gemeinden, sondern fördert interdisziplinäre Zusammenarbeit, unterstützt wirtschaftliche Entscheidungen und spart langfristig Kosten ein.

Carolin Begle
Nachhaltiges Bauen ist kein Kostentreiber

Nachhaltiges Bauen gilt vielerorts noch immer als Kostentreiber. In ihrem Vortrag beim e5-Themenforum „Haushalt mit Zukunft – Klimaschutz im Gemeindebudget" zeigt Architektin Sabine Erber, Expertin aus dem Fachbereich Bauen und Sanieren, dass zwischen den Baukosten und der erreichten Punktezahl im Kommunalgebäudeausweis (KGA) kein Zusammenhang besteht.

Ein Vergleich - Bauen mit dem Kommunalen Gebäudeausweis (KGA)

Eine aktuelle Auswertung von realisierten Projekten kommunaler Gebäude (Volksschulen, Kindergärten, Gemeindehäuser) zeigt deutlich, dass hohe Nachhaltigkeitspunkte unabhängig von den Errichtungskosten erreicht wurden.

Energieinstitut Vorarlberg

Für e5-Gemeinden sind diese Ergebnisse zentral: Nachhaltigkeit ist keine Budgetfrage – sondern eine Frage der Planungsqualität. Laut Sabine Erber gibt es 10 Grundregeln, um die Kosten kommunaler Gebäude zu reduzieren: 

10 Grundregeln für kosteneffiziente nachhaltige kommunale Gebäude

  1. So wenig, wie möglich bauen
    Überdimensionierte Raumprogramme verursachen im gesamten Lebenszyklus Heiz-, Reinigungs- und Renovierungskosten.
  2. Lebenszyklusorientierung
    Sanierung, Reinigung und Instandhaltung sind wichtige Kostenfaktoren. Wer weniger Glasflächen oder andere aufwändig zu reinigende Flächen hat, reduziert die Lebenszykluskosten erheblich.
  3. Ziele früh festlegen
    Realistische, an das Budget angepasste Ziele definieren, Umplanungen vermeiden.
  4. Kostenbegrenzung im Auftrag festschreiben
  5. Stufenweise Beauftragung der Architekten
    Bei Problemen kann der Auftrag weitergegeben werden und bei Beendigung des Vorhabens bleibt die Gemeinde nicht auf den Planungskosten sitzen.
  6. Kompakt bauen
    Reduziert Flächenverbrauch, Material- und Wartungskosten
  7. Low-Tech bauen
    Wenn die Gebäudehülle viel kann, muss die Haustechnik nicht viel können.
  8. Wer zahlt, schafft an…
    Die Bauherrenschaft bestimmt, was umgesetzt wird.
  9. Bauteil für Bauteil Kosten kontrollieren
  10. Nachhaltigkeit hat keinen Kostennachteil
    Die KGA-Punktezahl eines Projekts ist unabhängig von den Baukosten, denn Nachhaltigkeit hat Kostenvorteile, wie Kompaktheit, Langlebigkeit und Alterungsfähigkeit.

Nachhaltigkeit steht demnach nicht im Widerspruch zur Wirtschaftlichkeit. Im Gegenteil: Kompaktheit, Effizienz, Langlebigkeit und einfache Systeme führen zu stabilen Bau- und Betriebskosten. Für kommunale Entscheidungsträger*innen bedeutet das: Nachhaltigkeit ist kein Kostennachteil – sondern ein Instrument zur langfristigen Absicherung des Gemeindebudgets.

Vorträge der Referenten 

Die weiteren Vorträge des e5-Themenforums "Haushalt mit Zukunft - Klimaschutz im Gemeindebudget" finden Sie hier als mp4:

veröffentlicht 30.03.2026 , zuletzt geändert 01.04.2026