e5-Event 2026: Elf e5-Gemeinden für Klimaschutz und Energieeffizienz ausgezeichnet

Am Donnerstagabend, den 5. November 2026 wurden elf Vorarlberger Gemeinden in der Fachhochschule Dornbirn bei der jährlichen Zertifizierungsfeier für ihre Erfolge im Rahmen des Landesprogramm für energieeffiziente Gemeinden von Landesrat Markus Klien ausgezeichnet.

Matthias Rhomberg
Die Bürgermeister und Vertreter*innen der frisch re-zertifizierten e5-Gemeinden mit Energielandesrat Markus Klien, Martin Reis (Geschäftsführer Energieinstitut Vorarlberg) und Gregor Sellner (e5-Programmleitung).

Das 1998 gestartete Landesprogramm für energieeffiziente Gemeinden unterstützt die Vorarlberger Gemeinden seit 28 Jahren bei ihrer kontinuierlichen Arbeit für Energieeffizienz und Klimaschutz. Die e5-Gemeinden treiben die Energiewende maßgeblich voran. Sie setzen auf erneuerbare Energien, energieeffiziente Gebäude, klimafreundliche Mobilität und nicht zuletzt auf eine strategisch vorausschauende Gemeindeentwicklung. Das e5-Programm begleitet sie dabei, ihre Energie- und Klimaschutzziele systematisch zu verfolgen und die Ergebnisse regelmäßig zu überprüfen.

„e5-Gemeinden zeigen, wie die Energieautonomie Schritt für Schritt Realität wird. Das Land unterstützt dabei, die Energieautonomie gemeinsam voranzutreiben."
Energielandesrat Markus Klien

Zertifizierung macht Fortschritte sichtbar

Seit der Neuausrichtung des e5-Programms im Jahr 2025 mit neuen strengeren Bewertungskriterien liegt ein noch stärkerer Fokus auf der Wirkung der kommunalen Maßnahmen. Die Zertifizierung zeigt, was die e5-Gemeinden erreicht haben und welche Wirkung ihre Maßnahmen entfalten. Entscheidend ist dabei nicht nur, was umgesetzt wurde, sondern auch, welchen Beitrag die Projekte zu den Energie- und Klimaschutzzielen leisten. 

Ob Energieeffizienz, erneuerbare Energien oder elektrische Mobilität: Die e5-Gemeinden treiben den Klimaschutz mit vielfältigen Maßnahmen voran. Die aktuellen Audit-Ergebnisse machen Stärken und Potenziale sichtbar – und geben damit die Leitplanken für die energiepolitische Entwicklung der kommenden Jahre vor. 

Matthias Rhomberg

Dornbirn, Hittisau und Lustenau energieeffizienteste Gemeinden 2026

Beim diesjährigen Auditprozess im neuen Bewertungssystem des e5-Kriterienkatalogs konnten zehn von insgesamt elf zertifizierten e5-Gemeinden mit „4 e“ eine hervorragende Bewertung erzielen. Dornbirn, Hittisau und Lustenau führen dabei das e5-Ranking mit dem höchstem Umsetzungsgrad an.

„Das e5-Event würdigt nicht nur erreichte Bewertungsstufen, sondern rückt auch das langjährige Engagement der Menschen und die vielen einzelnen Schritte für konkrete Lösungen in den Mittelpunkt." 
Gregor Sellner, e5-Programmleitung

Konsequente Energie- und Klimapolitik in Dornbirn

Die Stadt Dornbirn verfolgt seit vielen Jahren eine konsequente Energie- und Klimapolitik. In den vergangenen vier Jahren hat die e5-Stadt wichtige Maßnahmen umgesetzt. Der konsequente Photovoltaik-Ausbau, die kontinuierliche Umstellung städtischer Gebäude und Anlagen auf erneuerbare Energieträger, die Elektrifizierung der gesamten Stadtbusflotte oder das Projekt VMOBIL Rad sind nur einige Beispiele dazu. Die strategischen Grundlagen wurden bereits vor dem Beitritt zum e5-Programm 2002 aufgebaut und sukzessive weiterentwickelt. Richtig Fahrt aufgenommen in Sachen Klimaschutz hat die größte Stadt Vorarlbergs mit der Erarbeitung eines Energiemasterplans und dem einstimmigen Beschluss der Stadtvertretung, die Klimaneutralität bis 2040 auf dem gesamten Gemeindegebiet zu erreichen. Als eine der zehn Pionier-Großstädten Österreichs mit der Mission „Klimaneutrale Stadt“, verfolgt Dornbirn das Motto „Ausprobieren statt Warten“, wodurch im gesamten Stadtgebiet Lern- und Experimentierräume entstehen. 

Prämierte Vorzeigeprojekte in Hittisau

Hittisau ist seit 2009 e5-Gemeinde und auch regional in der Klima- und Energie-Modellregion (KEM) und Klimawandelanpassungs-Modellregion (KLAR!) Vorderwald aktiv. Ein besonderes Vorzeigeobjekt ist die Generalsanierung und die Erweiterung des Schulcampus mit einem Neubau. Die Gebäude wurden nach energieeffizienten Low-Tech-Prinzipien geplant, die Wärmeversorgung erfolgt über ein Biomasse-Nahwärmenetz. Regionale Wertschöpfung mit der Frischeküche LOKAL, klimaaktiv Mustersanierung und Holzbauweise setzen weitere hohe Standards. Die Volksschule wurde 2024 unter anderem mit klimaaktiv Gold ausgezeichnet. Auch im Bereich der Mobilitätswende verfolgt Hittisau im ländlichen Raum ambitionierte Ziele. Für eine Signalwirkung und Bewusstseinsbildung sorgen zum Beispiel die 2024 eingeführte Parkraumbewirtschaftung im Zentrum, der 2026 fertiggestellte autofreie Dorfplatz sowie die Beruhigung der Landes- und Gemeindestraßen im Ortskern mit Begegnungszone und Tempo 30. Nicht zuletzt ist die 2022 mit den Nachbargemeinden gegründete Erneuerbare Energiegemeinschaft „Wälderstrom“ für eine selbstbestimmte nachhaltige und resiliente Energieversorgung im Vorderwald verantwortlich.

Energieeffizienz, nachhaltige Wärme und Klimaanpassung in Lustenau

Die Marktgemeinde Lustenau ist seit 2006 Teil des e5-Landesprogramm für energieeffiziente Gemeinden. Mit dem 2024 beschlossenen räumlichen Entwicklungsplan wurden wichtige Ziele für eine nachhaltige Siedlungsentwicklung, klimafreundliche Mobilität und Klimawandelanpassung festgelegt. Ein Schwerpunkt liegt auf der Senkung des Energieverbrauchs: Die Straßenbeleuchtung wird bereits schrittweise auf sensorgesteuerte LED-Technik umgestellt, mit dem Biomasse-Fernwärmenetz der Kelag Energie & Wärme entsteht eine nachhaltige erneuerbare Wärmeversorgung für kommunale Gebäude, Betriebe und Haushalte. Auch im Mobilitätsbereich setzt Lustenau auf sanfte Mobilität mit dem Ausbau des Radverkehrs, Tempo-30 und Begegnungszonen. Zudem forciert die Gemeinde Maßnahmen zur Klimawandelanpassung und Förderung der Naturvielfalt wie die verpflichtende Begrünung größerer Flachdächer bei Neubauten sowie Zu- und Umbauten. Der Campus Rotkreuz wurde durch Sanierung und Neubau zu einem modernen Bildungscampus entwickelt und mit einer regionalen Frischeküche der „Esskultur Lustenau“ ergänzt. Zudem wird die Bevölkerung mit Projekten wie die „Lustenauer Sonnenscheine“, zum Beispiel für die Finanzierung von Photovoltaikanlagen wie beim Reichshofstadion, aktiv eingebunden.

Egg gelingt der Sprung von zwei auf vier „e“

Die Marktgemeinde Egg konnte beim diesjährigen Zertifizierungsprozess im neuen Bewertungssystem von zwei „e“ auf vier „e“ deutliche Entwicklungsschritte erbringen. In den vergangenen Jahren wurden zahlreiche wichtige Maßnahmen umgesetzt. Dazu zählen der neue Busbahnhof als regionaler Mobilitätsknotenpunkt, die Verkehrsberuhigung im Ortszentrum mit Tempo 30, das neue Carsharing-Angebot sowie radfreundliche Projekte, darunter eine Fahrradstraße sowie Aktionen wie „RADschlag“ oder „Bike to Work“. Auch beim Ausbau der erneuerbaren Energien agiert die Gemeinde vorbildlich: Das erste Biomasse-Nahwärmenetz Vorarlbergs wurde in Egg bereits 1993 realisiert. Damit werden heute ein Großteil von Egg sowie 13 kommunale Gebäude mit klimafreundlicher Wärme versorgt. Ein zweites Nahwärme-Heizwerk folgte 2020 im Ortsteil Schetteregg. Nicht zuletzt sorgt die lokale erneuerbare Energiegemeinschaft dafür, dass der erzeugte PV-Strom von Volksschule und Schulzentrum dort verbraucht wird, wo und wann er benötigt wird, wie zum Beispiel zur Mittagszeit in der Schulküche im Sozialzentrum.

Factbox: Die Audit-Bewertungen 2026

Gemeinde 2026 % Umsetzungsgrad
Sulz 3 e 61 %
Frastanz 4 e 64 %
Bürs 4 e 66 %
Altach 4 e 66 %
Egg 4 e 66 %
Hörbranz 4 e 67 %
Göfis 4 e  67 %
Bregenz 4 e 68 %
Dornbirn 4 e 70 %
Hittisau 4 e 71 %
Lustenau  4 e 71 %

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veröffentlicht 06.11.2026