Energie Update 2026
Einmal jährlich folgen Vorarlbergs Installateurs-Betriebe der Einladung von der Fachgruppe in der Wirtschaftskammer Vorarlberg und Energieinstitut Vorarlberg zum „Energie Update“. Im Fokus standen der konsequente Ausbau erneuerbarer Heizsysteme, aktuelle Förderanpassungen, rechtliche Erleichterungen für Wärmepumpen sowie Einblicke in Qualitätssicherung, Sanierungslösungen und die Optimierung von Fernwärmeanlagen.
Eröffnet wurde das Energie Update von Innungsmeister Karl-Heinz Strehle, gefolgt von Grußworten von Energielandesrat Daniel Allgäuer.
Aktuelle energiepolitische Entwicklungen
„Die Antwort auf eine sichere, ausfallsichere Energieversorgung, leistbare Preise und den Erhalt unserer natürlichen Lebensgrundlage liegt im Ausbau erneuerbarer Energieträger.“
Christian Vögel (Amt der Vorarlberger Landesregierung)
Der Gebäudesektor bleibt dabei der größte Energieverbraucher. Zwar werden bereits rund 60 % des Energiebedarfs durch erneuerbare Systeme gedeckt, dennoch stammen weiterhin etwa 40 % aus fossilen Quellen Um die Wärmebereitstellung weiter in Richtung erneuerbare zu bringen, sollten bei jedem Heizungstausch erneuerbare Energieträger zum Normalfall werden.
Im Neubau ist dieser Schritt bereits umgesetzt: Zulässig sind ausschließlich erneuerbare Heizsysteme, etwa Wärmepumpen. Auch bei größeren Renovierungen gilt grundsätzlich das Gebot zum Einbau einer erneuerbaren Heizung. Nur in begründeten Ausnahmefällen kann ein alternatives System genehmigt werden. Entscheidend für die nächsten Jahre wird es sein, den Einbau solcher Systeme weiter zu vereinfachen und gezielt zu fördern.
Neuigkeiten zur Freistellung für leise Wärmepumpen
Künftig sollen Luft- oder Erdwärmepumpen unter bestimmten Voraussetzungen als freie Bauvorhaben eingestuft werden können. So hat das der Vorarlberger Landtag im „Gesetz über Erleichterungen der Energiewende“ im vergangenen Jahr beschlossen. Die zur konkreten Umsetzung notwendige Verordnung befindet sich nun auf dem Weg zur Verabschiedung. Darin werden unter anderem Mindestabstände und technische Anforderungen definiert, die erfüllt sein müssen, damit beispielsweise eine Luftwärmepumpe ohne gesondertes Ansuchen errichtet werden darf.
Neuerungen in der Heizungsförderung
Das Fördersystem des Landes bleibt grundsätzlich gleich. Dennoch gibt es zwei wichtige Anpassungen:
- Erneuerbare Heizsysteme werden nur noch in Gebäuden gefördert, die mindestens zehn Jahre alt sind, nicht mehr im Neubau (da sind sie ohnehin Standard).
- Die Förderungen für thermische Solaranlagen und Komfortlüftungsanlagen sind 2025 ausgelaufen. Aus Budgetgründen wurden zudem die Fördersätze leicht angepasst, die Landesförderung für ein erneuerbares Heizsystem beträgt 2.000,- Euro im EFH plus 1.000,- Euro „Raus aus Öl und Gas“-Bonus.
Alle energierelevanten Förderungen für Privatpersonen in Vorarlberg erhalten Sie hier auf einen Blick.
Qualitätssicherung von Heizanlagen
Im Jahr 2025 wurden bei der Qualitätssicherung im Rahmen der Energieförderung 71 Heizanlagen überprüft. Nur etwa 10% mussten noch nachbessern. Die Mängel reichten von fehlerhafte Wärmemengenzähler über fehlende Stromzähler bis zu nicht gedämmten Heizungsrohren. Rund 90 % davon erfüllten jedoch alle Anforderungen, die für den Erhalt einer Förderung notwendig sind – ein erfreuliches Ergebnis für Planung und Ausführung im Land.
Wärmepumpe in größeren Bestandsgebäuden und Heizen mit der Außenwand
Im Rahmen eines abgeschlossenen Sanierungsprojekts an zwei Mehrwohnungsgebäuden ohne hydraulisches Wärmeverteil- und -abgabesystem (Nachtspeicheröfen, elektrische Radiatoren, Infrarotpaneele und Einzelöfen) wurden zwei unterschiedliche nachträgliche Wärmeabgabesysteme umgesetzt und miteinander verglichen: die thermische Aktivierung der Außenwände sowie Niedertemperaturheizkörper.
Das Projekt zeigte dabei, wie ein integraler Sanierungsprozess – bei dem Gebäudehülle und Haustechnik ganzheitlich betrachtet und optimiert werden – die Grundlage für einen effizienten Betrieb einer Wärmepumpe im Bestandsgebäude ermöglicht.
Sekundärseitige Optimierung von Fernwärmeübergabestationen: RL-Temperatur und Leistungsspitzen
Eine aktuelle Studie der Universität Innsbruck beschäftigt sich derzeit mit der Optimierung von Fernwärmeübergabestationen. Ziel ist es, unnötige Mehrkosten durch überdimensionierte Anlagen zu vermeiden. Denn: zu hohe Leistungen verursachen nicht nur höhere einmalige Anschlussgebühren, sondern auch steigende jährliche Leistungsentgelte. Ein Hebel dazu ist etwa die Warmwasserbereitung. Diese kann auch mit geringerer Wärmeleistung in ausreichender Zeit durchgeführt werden.
Referent*innen beim Energie-Update 2026 waren:
- Christian Vögel (Amt der Vorarlberger Landesregierung)
- Martin Summer (Amt der Vorarlberger Landesregierung)
- Bernhard Widerin (Amt der Vorarlberger Landesregierung)
- Dieter Bischof (Energieinstitut Vorarlberg)
- Tobias Hatt (Energieinstitut Vorarlberg)
- Alexander Thür (Energieeffizientes Bauen, Universität Innsbruck)