Innenräume kühlen und kühl halten: erste Hilfe und nachhaltige Maßnahmen

Es ist heiß. Was erfreulich ist, solange man kühle Rückzugsorte findet. Wie Sie Haus und Wohnung kurzfristig und nachhaltig kühl halten, haben wir hier für Sie zusammengefasst.

Damit Haus und Wohnung an heißen Tagen kühlende Rückzugsorte bieten, gibt es grundsätzlich zwei Strategien: Hitzeeinträge vermeiden und Wärme aus dem Gebäude abführen. Was im Detail dahintersteckt, schauen wir uns in den folgenden vier Punkten an:

  1. Den Eintrag von Wärme durch angepasstes Verhalten vermeiden
  2. Wärmeeinträge durch bauliche Maßnahmen vermeiden
  3. Wärme durch natürliche Kühlung abführen: gut lüften
  4. Die technische Lösung: Kühlen mit Wärmepumpe oder Klimaanlage

1. Den Eintrag von Wärme durch angepasstes Verhalten vermeiden

Quasi Teil eins der ersten Hilfe zur heißen Jahreszeit ist es, unnötigen Wärmeeintrag ins Gebäude zu vermeiden. Das beinhaltet

  • Fenster und Türen möglichst geschlossen halten
  • Rollos, Jalousien usf. tagsüber schließen
  • Tätigkeiten reduzieren oder ganz vermeiden, die viel Wärme eintragen (backen, kochen, bügeln, Haare föhnen usf.).
  • Auch der Einsatz von Elektrogeräten produziert Abwärme, angefangen vom Fernseher bis zum WLAN-Router. Was abgeschaltet werden kann, hilft dabei, Wärmeeinträge zu vermeiden.


Fast alle dieser Punkte fallen einzeln für sich genommen nicht stark ins Gewicht – aber sie summieren sich schnell auf. Und bereits ein Grad plus an Raumtemperatur kann den Unterschied zwischen „geht noch“ und „unangenehm warm“ machen.

2. Wärmeeinträge durch bauliche Maßnahmen vermeiden

Wenn das Gebäude baulich nicht gut gegen Hitze gerüstet ist, kann auch das durchdachteste Verhalten wenig ausrichten. Wer keine außenliegende Verschattung hat, tut sich schwer, die Wärme draußen zu halten.

Dämmen, dämmen, dämmen

Durch schlecht gedämmte Wände und Dachbodendecken und durch undichte Fenster drückt es die Wärme im Sommer quasi ins Haus.

Im Sommer wird’s vor allem im Dachboden heiß, was die Decke im Obergeschoß schnell zur Heizdecke werden lässt. Da die Schlafzimmer meist im Obergeschoß liegen, ist der Effekt dort besonders lästig.

Die nachträgliche Dämmung der Decke im Dachboden kann Abhilfe schaffen, und lässt sich auch ohne Generalsanierung des Hauses mit überschaubarem Aufwand bewerkstelligen. Mit etwas handwerklichem Geschick kann man das auch selber machen. Tipps dazu gibt’s hier: www.einfach-daemmen.at.

Screenshot ORF ON
Ein gedämmter Dachboden hält nicht nur die Wärme im Winter drin, sondern auch im Sommer draußen.

Verschatten, verschatten, verschatten

Am meisten heizt sich ein Gebäude auf, wenn Sonnenstrahlen ungehindert ins Haus treffen. Das zu vermeiden, ist daher die wichtigste Maßnahme. Das sind die effektivsten Strategien:

  • Außenliegende Verschattungen wie Jalousien oder Rollläden nutzen (oder ggfs. nachrüsten). Beide haben Vor- und Nachteile, die man individuell für sich abwägen muss.
  • Verschattung durch Markisen: Bei Terassentüren kann ein Rollladen oder eine Jalousie natürlich nicht immer geschlossen bleiben. Hier ist es besonders wichtig, den Türbereich selbst zu verschatten. Entweder mit einer Markise oder durch ein Vordach. Das kann so ausgeführt werden, dass die steilstehende Sonne im Sommer nicht ins Haus gelangt, die flachstehende im Winter aber schon.
  • Verschattung durch bauliche Maßnahmen wie Vor- oder Rücksprünge am Gebäude realisieren.
  • Verschatten durch Pflanzen: Ein Baum im Garten, der Türen, Fenster oder die Hauswand verschattet, Kletterpflanzen an einer Pergola oder an der Hauswand reduzieren den Wärmeeintrag ins Haus auf natürliche Weise. Und lassen im Winter die Sonne durch, wenn sie kein Laub tragen.


Tipps zu baulichen Maßnahmen bei Neubau und Sanierung gibt’s mit unserer „Klimafit Gebäudeberatung“. Details und Anmeldung hier.

Erber Architekten
Eine fixe Überdachung mit Pergola ist eine robuste und effektive Möglichkeit, ein Gebäude zu verschatten.

3. Wärme durch natürliche Kühlung abführen: gut lüften

Richtiges Lüften ist eine effektive Möglichkeit, Wärme aus dem Gebäude zu bekommen – zumindest außerhalb von stark erwärmten Innenstädten, in denen auch nachts die Temperatur hoch bleibt.

Dazu nachts und/oder am frühen Morgen (je früher, desto besser) möglichst viele Fenster öffnen, im Haus idealerweise in allen Stockwerken, um einen vertikalen Zug herzustellen, der die Wärme besser abführt.

Natürlich die Fenster wieder schließen, sobald es draußen wärmer wird als drinnen. Und auch beim Lüften gilt: nach Möglichkeit die Sonne draußen halten.

Übrigens: Bewegte Luft fühlt sich kühler an, als stehende. Klug positionierte Ventilatoren können also Abhilfe bei Hitze schaffen, ohne dass sie effektiv kühlen.

Calek - stock.adobe.com
Bewegte Luft fühlt sich kühler an als stehende. Klug platzierte Ventilatoren können energieeffiziente Alternativen zur Klimaanlage sein.

4. Die technische Lösung: Kühlen mit Wärmepumpe oder Klimaanlage

Wer mit den oben genannten Maßnahmen Haus oder Wohnung nicht ausreichend kühlen kann, dem bleiben noch technische Maßnahmen:

  • Wer eine neue Wärmepumpe anschafft, kann diese auch mit Kühlfunktion bestellen. Das bedeutet, dass die Wärmepumpe das Wasser im Heizkreis des Hauses und damit Fußboden oder Wandflächen ankühlen kann. Der Effekt ist allerdings begrenzt, denn werden Wand- oder Bodenflächen zu stark gekühlt, bildet sich Kondensat, was Bauschäden verursachen würde.

    Die Kühlung durch die Wärmepumpe kann unter bestimmten Voraussetzungen als „free cooling“ sogar ohne Kompressorbetrieb und damit besonders energieeffizient erfolgen.
  • Und wenn alles andere nichts nützt, muss ein Klimagerät zum Einsatz kommen – also eine klassische Klimaanlage. Auf der klimaaktiv-Website finden Sie Tipps zur Anschaffung und die effizientesten Geräte im Vergleich (mobile Geräte hier und fix installierte Splitgeräte hier)


Weiterführende Infos

  • Unseren Ratgeber "Klimafittes Bauen und Wohnen" mit Tipps und Hinweisen für Neubau und Sanierung können Sie hier kostenlos bestellen oder online durchblättern.
  • Unsere "Klimafit Gebäudeberatung" hilft dabei, langfristig wirksame Maßnahmen gegen die sommerliche Überhitzung Ihres Wohnhauses zu finden. Alle Infos zur Beratung finden Sie hier.
  • Je energieeffizienter ein Elektrogerät, umso weniger Abwärme produziert es. Gleiches gilt für die Beleuchtung. Tipps zur Anschaffung von energieeffizienten Elektrogeräten finden Sie auf der klimaaktiv-Website.

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veröffentlicht 22.06.2026