Ist mein Haus fit für stärkere Unwetter? Die Frage des Monats an die Energieberatung.

Sehnlich erwarten wir ergiebige Niederschläge. Gleichzeit ist zu befürchten, dass sie dann heftiger ausfallen als üblich. Klimamodelle prognostizieren in Zukunft seltenere, geballte und dafür stärkere Regenfälle für Vorarlberg. In der Energieberatung werden wir immer öfter gefragt, wie man sein Gebäude dagegen rüsten kann.

Ob der Hitze dieses Sommers und der teils extremen Trockenheit kann schnell in Vergessenheit geraten, dass der nächste Regen sicher wieder kommt; die Frage ist wann und vor allem auch: In welcher Intensität?

Durch den Klimawandel nehmen vor allem die Extreme zu: Auf eine Hitzeperiode folgt eine ungewöhnliche Kälte, auf Trockenheit Starkregen. Den können die trockenen Böden nicht gut aufnehmen, weshalb das Wasser dann ungehindert über die Oberfläche abläuft. Die Folgen sind lokale Hochwasser und damit vollgelaufene Keller.

Die Frage "Wie schütze ich mein Haus vor Starkregen" beantwortet der Leiter unserer Energieberatung und Gruppenleiter bei der Freiwilligen Feuerwehr Lindenberg Michael Braun:

Wie schütze ich mein Haus vor Starkregen?

Die Beantwortung dieser Frage ist hängt - wie immer in der Energieberatung - von den Bedingungen vor Ort ab; also ob das Gebäude an einem Bachlauf oder am Hang steht, wie die anderer Bebauung und die Gefällesituation ist oder auch, ob das Gebäude einen Keller mit darin verbauten Abwasseranschlüssen hat.

Unser wichtigstes Instrument, um diese Frage zu beantworten, ist unsere Klimafit-Gebäudeberatung. Sie ist kostenlos und findet in der Regel immer vor Ort statt, um die Gegebenheiten besser beurteilen und somit auch passgenaue Hilfestellung und Ratschläge geben zu können.

Manche Strategien lassen sich aber auch verallgemeinern. Die wichtigste etwa, dass es hilfreich ist, das Wasser grundsätzlich vom Gebäude fernzuhalten. Das kann beispielsweise durch kleine Mauern erfolgen oder auch dadurch, dass das Gebäude nicht in einer Senke gebaut wird oder zumindest das Gefälle vom Gebäude wegführt. Im Bestand kann das Gebäude natürlich nicht mehr anders platziert oder abgehoben werden, aber durch gezielt Rückhalte- oder Versickerungsflächen auf dem Grundstück kann hier dem Wasser Einhalte geboten werden.

Nachbesserungen im Bestand

Ein typischer Eindringpunkt sind Lichtschächte, die im Bestand beispielsweise erhöhten werden können (hier reichen oft schon 10 cm aus) oder es werden wasserdruckfeste Kellerfenster verbaut. Andere Zutrittspunkte ins Gebäude sind auch Bodenabläufe und sonstige Abwasserleitungen, besonders wenn sie unterhalb der sogenannten Rückstaueben positioniert sind. Hier kann der nachträgliche Einbau von Rückstauklappen ein Zurückdrücken des Wassers verhindern.

Für den Fall, dass doch Wasser ins Gebäude bzw. den Keller kommt, können manche Maßnahmen zumindest dafür sorgen, dass der Schaden minimiert wird. Beispielsweise können Elektrogeräte wie Kühlschränke, Waschmaschinen, Trockner und der Gleichen im Keller erhöht aufgestellt werden, so dass 5 - 10 cm Wasser zu keinem Schaden an den teuren Geräten führen. Auch ist es hilfreich, gelagerte, wasserempfindliche Gegenstände nicht direkt auf dem Boden aufzubewahren, sondern etwas erhöht, z.B. in einem Regal.

Zu guter Letzt, kann auch mit einfachen Behelfsmaßnahmen beispielsweise Oberflächenwasser am Hang am Gebäude vorbeigeleitet werden. Ein paar Sandsäcke und ein paar Holzbretter oder Schaltafeln können hier schon Wunder wirken, ohne dass sie große Investitionskosten auslösen. Wichtig ist nur, dass sie auch griffbereit gelagert werden und vorhanden sind. Erst beim Platzregen in den Baumarkt zu fahren, ist zu spät. 

Weitere Informationen und hilfreiche Tipps mit Beispielbildern finden Sie in unserem Ratgeber Klimafittes Bauen. Und natürlich ist unsere Klimafit-Gebäudeberatung kostenlos für Sie verfügbar. Hier geht's zur Anmeldung.

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veröffentlicht 19.09.2026