Chancen und Potentiale von Energiemanagement-Systemen
Intelligentes Energiemanagement bedeutet - nicht der Speicher, sondern das System entscheidet.
Beim e5-Themenforum "Photovoltaik und Lastmanagement" referierte Gastredner Bastian Benda von Autom8 zum Thema "Chancen und Potentiale von Energiemanagement-Systemen (EMS). Demnach sei ein Batteriespeicher ist nicht automatisch wirtschaftlich. Entscheidend ist eine gute Vernetzung und Steuerung.
Mit einem Speicher können mehrere Ziele erreicht werden:
- Eigenverbrauch von PV-Strom erhöhen - durch zeitliche Verlagerung des Verbrauchs im Gebäude
- Reduktion des monatlichen Leistungspreises (ab 2027) - durch das Abfedern von kurzfristigen Leistungsspitzen
- Nutzung dynamischer Strompreise durch aktive Teilnahme am Strommarkt - indem man den Speicher günstig lädt und bei hohen Strompreisen wieder entlädt.
- Ab Oktober: Teilnahme am Regelenergiemarkt. Ab 1 Megawatt (im aktuellen ElWG-Gesetzentwurf) können Batteriespeicher netzdienlich betrieben werden und am Flexibilitätsmarkt teilnehmen. Dies könnte in Zukunft durch das Bündeln mehrerer Speicher möglich sein.
Ein großes Potential birgt laut Referent Bastian Benda Peak Shaving, also das Kappen von Lastspitzen, das stark an Bedeutung gewinnt. Hohe Leistungsspitzen, die durch den gleichzeitigen Betrieb mehrerer großer Verbraucher (Wärmepumpe, E-Ladebox, Lüftungs- und Klimaanlagen) entstehen, könnten demnach durch eine intelligente Steuerung oder einen Speicher recht einfach reduzieret werden, womit der künftig anfallende Leistungspreis gesenkt wird.
Intelligentes Energiemanagement
Dazu ist eine intelligente Steuerung der Speicher notwendig: Ein einfacher Speicher ladet PV-Überschüsse und entladet sie später wieder. Ein intelligentes Energiemanagement berücksichtigt zusätzlich Wetterprognosen, Strompreise, Lastprofile und Gebäudenutzung. Gerade Wetterdaten sind laut Bastian Benda wertvoll: So kann der Speicher bei einer sonnigen Wetterprognose Kapazität frei halten, um viel Strom laden zu können, bei kalter Prognose kann er die Bedarfe der Wärmepumpe einplanen oder bei der Vorhersage von Hitze, den Kühlbedarf.
Auch Gebäude würden in Zukunft von passiven Stromverbrauchern zu aktiven Teilnehmern im Energiesystem. Am einfachsten geht das durch Zeitsteuerung oder manuelles Ansteuern von Gebäudetechnik. Optimum sei aber die Vernetzung aller Komponenten: Die PV-Anlage, der Speicher, die Wärmepumpe, Wallboxen und weitere steuerbare Verbraucher müssten in einem gemeinsamen Energiemanagement zusammengeführt werden. Dann würden sich auch Wärmepumpe und PV übrigens gut ergänzen.
Gut geplantes, vernetztes und automatisisiertes System
Langfristig bieten vernetzte Speicher weitere Chancen. Wenn viele dezentrale Anlagen digital gebündelt werden, könnten sie als virtuelles Kraftwerk Flexibilität für Netz und Strommarkt bereitstellen. Für Gemeinden und Betriebe lautet die zentrale Botschaft daher: Nicht möglichst viele Einzelkomponenten schaffen den größten Nutzen, sondern ein gut geplantes, vernetztes und automatisiert gesteuertes Gesamtsystem.
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