Erneuerbare Energie Bregenzerwald (EEB): Regionaler Strom direkt vom Nachbarn
In Vorarlberg gibt es bereits 144 Energiegemeinschaften, in denen regional erzeugter erneuerbarer Strom innerhalb eines abgegrenzten regionalen Netzbereichs gemeinsam genutzt wird. Die e5-Gemeinde Bezau geht einen anderen Weg und betreibt ein sogenanntes Energy-Sharing-Modell auf Basis einer österreichweiten Plattform.

Die Erneuerbare Energie Bregenzerwald (EEB) entstand aus der 2022 gegründeten Energiegemeinschaft Bezau-Plus und ist ein gemeinnütziger Verein mit Sitz in Bezau. Diese ist keine klassische Energiegemeinschaft nach dem Erneuerbaren-Ausbau-Gesetz (EAG), sondern betreibt „energy sharing“ mit regional erzeugtem Strom über eine technische Anbieter-Plattform, die teilnehmende Haushalte und Betriebe miteinander verbindet. Die Teilnahme ist mit einer Vereinsmitgliedschaft verbunden, und für die Nutzung der App bzw. Plattform ist eine technische Zusatzausstattung mit eigener Hardware sowie ein Wechsel des bisherigen Reststromlieferanten nötig.
Energy-Sharing-Modell
Initiator des Vereins Erneuerbare Energie Bregenzerwald (EEB) ist Obmann Erich Reiner, der das System bereits seit 2022 nutzt. Bei diesem Modell wird regional erzeugter Ökostrom in Echtzeit zwischen den Mitgliedern verteilt und vermarktet. Die App zeigt, von wem Strom bezogen werden kann und wie viel regional erzeugte Energie genutzt wird. "Der Stromhandel passiert auf mehreren Ebenen. Von den Vereinsmitgliedern wird ein Basispreis demokratisch festgelegt. Zusätzlich hat jeder Teilnehmer die Möglichkeit für die eigene Familie oder besten Freunde individuelle Preise selbst zu bestimmen. Ziel ist eine möglichst hohe regionale Wertschöpfung und Unabhängigkeit“, erklärt Erich Reiner das Prinzip. Zudem gäbe es beim Strombezug keine regionalen Grenzen, da dieser nicht nur auf das Umspannwerk Andelsbuch beschränkt sei. So kann über das System ein bestimmter Nutzer als bevorzugter Empfänger ausgewählt oder sogar Strom verschenkt werden. Dafür müssen jedoch beide Teilnehmer Mitglieder sein. Der Strom, der nicht in der EEB im Bregenzerwald geteilt wird, kann österreichweit angeboten werden. Der verbleibende Reststrom wird von der Anbieter-Plattform zu eigenen Konditionen abgenommen.
Bereits 83 Mitglieder im Bregenzerwald
Nicht zuletzt förderte laut Reiner auch der einstimmige Beschluss der Gemeindevertretung Bezau zur Klimaneutralität mit dem Unterziel bis 2030 den gesamten Stromverbrauch der Bezauer Haushalte aus lokalen erneuerbaren Quellen zu decken, das Energie-Teilen-Modell im hinteren Bregenzerwald. Mittlerweile umfasst die Gemeinschaft bereits 83 Mitglieder mit 137 Zählpunkten, darunter Privatpersonen, die Gemeinden Bezau und Bizau, Landwirtschaftsbetriebe, Unternehmen, zwei Kleinwasserkraftwerke und die ARA-Bezau (Biogas).
Weitere Infos zur Erneuerbaren Energiegemeinschaft Bregenzerwald (EEB) unter: www.energie-bregenzerwald.at
Die Erneuerbare Energie Bregenzerwald (EEB) ist eine Energie-Sharing-Lösung mit einer eigenen technischen Plattform, aber keine klassische EEG nach dem Erneuerbaren-Ausbau-Gesetz (EAG). Eine Erneuerbare Energiegemeinschaft (EEG) ist ein gesetzlich definiertes Modell für die gemeinschaftliche Stromnutzung in einem lokalen oder regionalen Rahmen.
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Erneuerbare Energie Bregenzerwald (EEB) |
EEG nach dem Erneuerbaren-Ausbau-Gesetz (EAG) |
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Zweck |
Privates Stromhandelsmodell über eine österreichweite digitale Strom-Teilen-Plattform (konform mit dem Elektrizitätswirtschaftsgesetz (ElWG) |
Gesetzlich geregeltes Modell nach dem Erneuerbaren-Ausbau-Gesetz (EAG) und Elektrizitätswirtschaftsgesetz (ElWG) |
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Ziel |
Lokal erzeugter Ökostrom wird innerhalb des Vereins gemeinsam genutzt und direkt vermarktet. |
Strom von Erzeugern und Verbrauchern wird in einer Gemeinschaft geteilt, meist mit regionalem Fokus. |
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Reichweite |
Bregenzerwald, nicht auf bestimmte Umspannwerke beschränkt. Überschuss wird über die Plattform an andere Mitglieder verteilt, die Wahl eines bestimmten Nutzers/Empfängers ist möglich. |
Auf lokale oder regionale Netzbereiche begrenzt, also den Nahebereich bzw. Umspannwerk. Selbst produzierter Strom wird innerhalb der EEG geteilt – Stromüberschüsse können z. B. an die OeMAG verkauft werden. |
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Preisbildung |
Basispreis wird von den Vereinsmitgliedern 1x pro Jahr demokratisch festgelegt. Individuelle „family-first“ Tarife können selbstbestimmt gestaltet werden. Reststromtarif lt. Systemanbieter. Für Strombezug im Radius von <10 km erhalten die Teilnehmer*innen einen Nähebonus. |
Tarife werden gemeinsam mit den Teilnehmer*innen gestaltet. In lokalen und regionalen Modellen sind Vergünstigungen bei den Netzentgelten etabliert. Zusätzlich fallen für den innerhalb der EEG bezogenen Strom keine Elektrizitätsabgabe und kein Erneuerbaren-Förderbeitrag an. |
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Reststromlieferant |
Teilnahme ist mit einem Wechsel des Reststromlieferanten verbunden. |
Reststromlieferant ist getrennt vom Gemeinschaftsmodell mit freier Wahlmöglichkeit. |
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Technische Umsetzung |
Nutzung der Sharing-Plattform mit Echtzeit-Verteilung und Direktvermarktung. App bzw. spezielle Hardware ist Voraussetzung, kein Smart Meter nötig. |
Nutzung einer EEG-Struktur, oft mit Aufteilung je Viertelstunde per Smart Meter und vom Netzbetreiber abgewickelt. |