Lastgänge und Stromverbräuche in ausgewählten Kommunalgebäuden

Batteriespeicher in Gemeinden? Andreas Vonblon von illwerke vkw zeigt beim e5-Themenforum "Photovoltaik und Lastmanagement" auf, wie diese sinnvoll eingesetzt werden können.

Die Preise für Batteriespeicher sinken kontinuierlich, dennoch müsse die Wirtschaftlichkeit von Batteriespeichern aufgrund der niedrigen Strombezugspreise diffenziert betrachtet werden, so Andreas Vonblon, Produktmanager Photovoltaik bei illwerke vkw.

Leistungspreis ein wichtiger Kostenfaktor

Strom aus einem Batteriespeicher kostet im privaten Bereich derzeit etwa 15 bis 20 Cent pro Kilowattstunde, bei größeren Anlagen liegen die Kosten bei rund 10 bis 15 Cent. Solange der Netzstrombezug häufig unter 20 Cent pro Kilowattstunde liegt, amortisiert sich ein Speicher laut Vonblon nicht automatisch. Allerdings wird der Leistungspreis für Gemeinden ein wichtiger Kostenfaktor. Dieser wird voraussichtlich 2027 eingeführt: Nicht nur die bezogene Energiemenge, sondern auch die höchste innerhalb eines Monats gemessene 15-Minuten-Leistung wird dann verrechnet. Kurze gleichzeitige Lasten – etwa durch Wärmepumpen, E-Ladepunkte, Küchen- oder Lüftungsanlagen – können dann die Netzkosten eines ganzen Monats bestimmen.

Auf Netzebene 7 liegt der Leistungspreis derzeit bei rund 63,84 Euro pro Kilowatt und Jahr. Als „Grundgebühr“ werden immer mindestens 20 Prozent der vereinbarten maximalen Anschlussleistung verrechnet. Damit gewinnt das sogenannte Peak Shaving an Bedeutung. Dabei nutzt man Batteriespeicher, um Verbrauchsspitzen zu glätten. Dafür müssen Speicher schnell be- und entladen werden können. Entscheidendes Kriterium beim Speicherkauf sei laut Vonblon daher nicht nur die Speicherkapazität in Kilowattstunden, sondern auch die Lade- und Entladeleistung in Kilowatt.

Kürzere Amortisationszeit dank Peak Shaving

Anschaulich wird der Effekt von Peak-Shaving anhand des Beispiels der Volksschule Doren mit einer 100-kWp-PV-Anlage und einem Jahresstromverbrauch von rund 63 MWh. Die Anlage habe laut Vonblon im Mai und Juni diesen Jahres rund 16.000 kWh eingespeist und durch den dynamischen Tarif sogar Kosten von etwa 20 Euro verursacht. Um dies zu vermeiden, wäre eine Begrenzung der Einspeisung, ein höherer Verbrauch innerhalb einer Energiegemeinschaft, oder die Integration eines Speichers empfehlenswert. Für das genannte Beispiel simuliert Andreas Vonblon den Effekt eines Speicher mit 32 kWh Kapazität und 28 kW Lade- und Entladeleistung, der rund 15.000 Euro kostet. Ohne Peak Shaving läge die Amortisationszeit der Investition bei etwa 20 Jahren. Werde der Speicher aber gezielt zur Spitzenkappung eingesetzt, amortisiere sich dieser laut Vonblon schon in neun Jahren.

Speicher oder Erweiterung PV-Anlage?

Ein günstigerer 81-kWh-Speicher mit nur 20 kW Leistung und Kosten von rund 25.000 Euro sei trotz größerer Kapazität nicht automatisch wirtschaftlicher. Denn für die Spitzenkappung zähle, wie rasch der Speicher Leistung bereitstellen könne. Wer viel Strom einspeichern, diesen aber nicht schnell genug nutzen kann, reduziert seinen wirtschaftlichen Vorteil deutlich. 

Generell seien Speicherverluste nicht unwesentlich (typischerweise bis zu etwa 15 Prozent).
Ein ähnliches Bild zeige sich bei Kindergarten und Volksschule Nüziders: Bei einem sehr hohen Jahresverbrauch von rund 270 MWh und einer eher kleinen PV-Anlage mit 60 kWp liege die Amortisation eines 32-kWh-Speichers mit 28 kW Leistung ohne Spitzenkappung bei rund 19 Jahren, mit Peak Shaving bei etwa acht Jahren. Aufgrund des hohen Verbrauchs und der vergleichsweise kleinen PV-Anlage wäre dort zunächst eine Erweiterung der Photovoltaik sinnvoller.

Die zentrale Empfehlung lautet daher: Zuerst PV-Potentiale ausschöpfen und den Stromverbrauch möglichst in die Sonnenstunden verlagern. Speicher sind besonders dort interessant, wo hohe Leistungsspitzen, dynamische Tarife oder niedrige Einspeiseerlöse auftreten. Grundlage jeder Investitionsentscheidung sind daher reale Lastprofile. KI-gestützte Auswertungen können Lastgänge, Tarifentwicklungen und Speichergrößen gut kalkulieren. Für einen wirtschaftlichen Betrieb braucht es zudem eine automatische, intelligente Lade- und Entladesteuerung.

veröffentlicht 07.07.2026