Lastmanagement in der Energiegemeinschaft Wälderstrom - Steuerung per Überschuss-Signal

Wie können PV-Überschüsse lokal besser genutzt werden? Michael Spiegel von ekarus zeigt dies am Beispiel der EEG Vorderwald.

Beim e5-Themenforum "Photovoltaik und Lastmanagement" zeigt Referent Michael Spiegel von ekarus anhand des Beispiels EEG Vorderwald, wie Lastmanagement in der Energiegemeinschaft Wälderstrom gehandhabt wird.

Strom beziehen, wenn er günstig ist

Bislang wurden 46 Prozent des in der EEG produzierten Stroms auch in der EEG verbraucht. 54 Prozent gehen ins Netz. In der EEG sind 162 PV-Anlagen installiert, 321 Verbraucher beziehen Strom aus der Gemeinschaft. Stromproduktion und -verbrauch werden zwar alle 15 Minuten ermittelt, aber nur einmal am Ende des Tages der Energiegemeinschaft übermittelt. Für ein Verschieben der Lasten ist es dann zu spät. Alle Geräte in Echtzeit zu steuern wäre aber teuer. Daher hat sich der Dienstleister energyshare entschieden, die Daten einiger weniger ausgewählter Wechselrichter abzurufen und deren Erzeugung, abzüglich der Grundlast, auf die gesamte Gemeinschaft hochzurechnen. Daraus erhält man ein laufend aktualisiertes Überschuss-Signal in Kilowatt, das den Verbrauchern zur Verfügung gestellt wird. Diese wissen dann, wann sie zu 100 Prozent günstigen Strom aus der EEG beziehen können. 

Lösung mit Überschuss-Signal

Das Überschuss-Signal basiert auf der Auswertung fünf repräsentativer, live gemessener Anlagen. Es kann über eine Web-Oberfläche verfolgt werden oder über eine API/JSON-Schnittstelle an Energiemanagementsysteme übergeben werden. Diese Lösung soll bestehende Infrastruktur nutzen und zusätzliche Hardwarekosten vermeiden. Seit zwölf Monaten wird das Signal erfolgreich genutzt. Im Mai gab es zum Beispiel täglich rund 15.000 kWh Verschiebepotenzial an Sonnentagen. Die ARA Lingenau, betriebliche E-Ladestationen und Wasserpumpen werden gezielt zu Zeiten hoher lokaler Solarerträgen versorgt. 

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veröffentlicht 07.07.2026 , zuletzt geändert 14.07.2026