EEG Wälderstrom: Regionaler Strom gemeinsam genutzt

Bereits zehn Gemeinden und über 200 Mitglieder produzieren und verbrauchen regionalen Strom aus erneuerbaren Energien im Netzgebiet Vorderwald. Jüngstes Mitglied der Erneuerbaren Energiegemeinschaft EEG Vorderwald ist die Gemeinde Alberschwende.

Im Jahr 2021 wurde von den Vorderwälder Gemeinden Langenegg, Hittisau und Sibratsgfäll die Gründung einer erneuerbaren Energiegemeinschaft initiiert. Ziel war es, den Ökostromausbau in der Region zu erhöhen. Bereits ein Jahr später wurde der Verein "EEG Vorderwald" mit den neun Gemeinden der Energieregion Vorderwald ins Leben gerufen. Seither hat sich die Energiegemeinschaft schrittweise von einem kommunalen Pionierprojekt zu einem breiter getragenen Modell für die Region entwickelt.

Bereits über 200 Mitglieder und 500 Zählpunkte

In den vergangenen Jahren wurden die organisatorischen und technischen Grundlagen dafür geschaffen, die EEG für alle Interessierten aus dem Netzgebiet des Umspannwerks Vorderwald zu öffnen. Mittlerweile hat sich die EEG Vorderwald unter der Marke „Wälderstrom“ als wichtiges Instrument zum Stromteilen in der Energieregion Vorderwald etabliert. Seit Februar 2025 steht die Teilnahme allen Interessierten aus dem Netzgebiet des Umspannwerks Vorderwald offen.

Inzwischen zählt die Gemeinschaft über 200 Mitglieder mit 500 Zählpunkten. Neben den beteiligten Gemeinden sind auch Privatpersonen, Unternehmen, landwirtschaftliche Betriebe, Gastwirte, Genossenschaften und sogar eine Pfarre Teil der Wälderstrom-Gemeinschaft. Aus Sicht der Gemeinden zeigt diese breite Beteiligung, dass Energiegemeinschaften nicht nur ein technisches Strommodell sind, sondern auch ein Werkzeug für regionale Zusammenarbeit, Bewusstseinsbildung und lokale Wertschöpfung.

Neues Mitglied Alberschwende

Jüngstes Mitglied ist die Gemeinde Alberschwende.  Damit möglichst viel produzierter Strom direkt innerhalb der Wälderstrom-Gemeinschaft verbraucht wird, arbeitet die EEG Vorderwald auch an praktischen Lösungen zur besseren Abstimmung von Erzeugung und Verbrauch. Als Pilotprojekt wurde beim Trinkwasserpumpwerk Lingenau ein erstes Lastmanagement gestartet. Stromverbraucher sollen künftig möglichst dann zugeschaltet werden, wenn innerhalb der Gemeinschaft ein Stromüberschuss vorhanden ist. Gerade für Gemeinden ist dieser Ansatz interessant, weil kommunale Anlagen wie Pumpwerke, Gebäude oder andere steuerbare Verbraucher helfen können, regional erzeugten Strom besser vor Ort zu nutzen.

Erstes Kleinwasserkraftwerk produziert Wälderstrom

Bis vor kurzem produzierten ausschließlich Photovoltaikanlagen Strom in der EEG Vorderwald. Mit dem Beitritt des ersten Kleinwasserkraftwerks wird nun auch dann Wälderstrom erzeugt, wenn die Sonne nicht scheint. Das erhöht die Vielfalt der Erzeugungsanlagen und kann dazu beitragen, die Strombereitstellung innerhalb der Gemeinschaft gleichmäßiger zu gestalten.

Auch die Mitglieder selbst können dazu beitragen, regional erzeugten Strom besser zu nutzen, indem sie ihren Verbrauch stärker an die Erzeugung anpassen. Dazu zählt etwa, Haushaltsgeräte dann einzuschalten oder Elektroautos dann zu laden, wenn besonders viel regionaler Strom verfügbar ist.

Die Entwicklung der EEG Vorderwald zeigt beispielhaft, wie eine Energiegemeinschaft schrittweise wachsen und unterschiedliche Akteure einbinden kann – von Gemeinden über Betriebe und landwirtschaftliche Erzeuger bis hin zu privaten Haushalten. Für Gemeinden entstehen dabei praktische Erfahrungen, wie erneuerbare Stromerzeugung, kommunale Infrastruktur und regionaler Verbrauch besser aufeinander abgestimmt werden können.

Weitere Infos über die EEG Wälderstrom: www.waelderstrom.at

Über Erneuerbare Energiegemeinschaften (EEG)

Erneuerbare Energieemeinschaften ermöglichen es ihren Mitgliedern, innerhalb eines gesetzlich definierten lokalen oder regionalen Netzbereichs gemeinsam erneuerbaren Strom zu nutzen. Der in der EEG erzeugte und aktuell verfügbare Strom wird den teilnehmenden Zählpunkten zugeordnet; reicht dieser Anteil etwa nachts oder bei geringer PV-Erzeugung nicht aus, wird der restliche Bedarf über den jeweiligen Stromlieferanten gedeckt. Bei der Teilnahme an einer Erneuerbaren Energiegemeinschaft bleibt die Wahl des Stromlieferanten  erhalten. Für den aus der EEG bezogenen Strom gelten reduzierte arbeitsbezogene Netzentgelte. Zusätzlich fallen für den innerhalb der EEG bezogenen Strom keine Elektrizitätsabgabe und kein Erneuerbaren-Förderbeitrag an.

veröffentlicht 08.07.2026 , zuletzt geändert 14.07.2026