Wie verhindert man Schimmel und Feuchteschäden beim Überwintern eines leerstehenden Hauses?
Wer ein unsaniertes Haus ohne Feuchteschäden oder Schimmel durch den Winter bringen will, findet hier ein Paar Tipps von unserer Energieberatung dazu.
Ein Ratsuchender fragte uns kürzlich, wie er ein ungedämmtes und derzeit leerstehendes Haus ohne Schäden durch Feuchtigkeit oder Schimmel und zugleich wirtschaftlich überwintern kann. Unsere Energieberatung hat ein paar Aspekte dazu zusammengetragen.
Welche Raumtemperatur sollte bei einem leerstehenden älteren Gebäude im Winter mindestens eingehalten werden, um Frost-, Feuchtigkeits- und Schimmelschäden zu vermeiden?
Frostschutz wird wichtig bei Temperaturen von 5 °C und darunter. Oft gibt’s eine Frostschutzeinstellung (beim Heizkörper-Thermostat ist das mit einer Schneeflocke gekennzeichnet), die genau dann reagiert und zu heizen beginnt. Wenn sich Wasserleitungen in ungedämmten Außenwänden befinden, sollte die Innenraumtemperatur eher 10-12°C betragen. Grundsätzlich gilt: Den Wasser-Haupthahn abdrehen und Wasserleitungen sowie Wassertanks entleeren.
Neben dem Frostschutz ist der Schutz vor übermäßiger Feuchte wichtig. Denn sie führt unweigerlich zu Schimmel. Im wesentlichen muss verhindert werden, dass die relative Luftfeuchtigkeit an kalten Oberflächen auf mehr als 70-80% ansteigt. Denn das führt häufig zu Kondensation und es bildet sich Schimmel. Messen kann man das mit Hygrometern, die man möglichst an den empfindlichsten, also den kältesten Stellen, aufstellt.
Dabei gilt: Je wärmer die Luft ist, desto mehr Feuchtigkeit kann sie aufnehmen. Wird kalte Luft erwärmt, sinkt die relative Feuchtigkeit, die Luft wird trockener. Gleiches gilt für Oberflächen: Sind die kälter als die Luft, kühlen sie die Luft ab, Feuchtigkeit kann austreten und sich an der Oberfläche niederschlagen. Das lässt sich deutlich an älteren Fensterscheiben beobachten.
Die empfohlenen Innenraumtemperaturen hängen daher vom Feuchteeintrag und von den Oberflächentemperaturen ab. Hauptquelle für den Eintrag von Feuchte sind Personen im Haus. Ist es unbewohnt, lohnt sich noch der Blick auf das Mauerwerk: Gibt es da aufsteigende Feuchte? Gibt es keine nennenswerten Wassereinträge, ist das Risiko relativ gering. Wenn regelmäßig viel Feuchtigkeit anfällt, wäre jedenfalls zu klären, woher sie kommt. Mitunter wäre dann gezieltes Lüften oder sogar eine aktive Entfeuchtung zu empfehlen.
Sollten Fenster und Außentüren möglichst dicht abgedichtet werden oder ist bei einem solchen Gebäude ein gewisser Luftaustausch sinnvoll?
Die Fenster sollten tatsächlich möglichst dicht und geschlossen sein, damit von außen keine Feuchtigkeit eindringen kann.
·Wie sollte richtig gelüftet bzw. für ausreichenden Luftaustausch gesorgt werden?
Gezieltes Lüften: Es wird nur gelüftet, wenn die Außenluft trockener ist als Innenluft. Da keine Personen anwesend sind, müsste das vermutlich automatisiert passieren und würde eine Taupunkt gesteuerte Lüftung benötigen (bspw. ein Pendellüfter). Wenn Feuchtigkeit kein großes Thema ist, dann reicht es bei einer relativen Feuchtigkeit von rund 65% einmal gut quer zu lüften.
Ist eine Untersuchung mit einer Wärmebildkamera sinnvoll, um besonders große Wärmeverluste bzw. Schwachstellen festzustellen?
Das kann durchaus sinnvoll sein, um Beispielsweise Schwachstellen und Wärmebrücken zur erkennen. Dort sollte die Feuchtigkeit gut im Auge behalten und ein Hygrometer platziert werden.
Welche Temperatur- und Luftfeuchtigkeitswerte sollte ich während des Winters regelmäßig kontrollieren?
Hygrometer aufstellen, die Luftfeuchtigkeit und Temperatur messen. Innenraumtemperaturen sollte nicht unter 5°C fallen und relative Luftfeuchtigkeit nicht über 70%. Das sind relativ gute Richtwerte, um ein Auge darauf zu haben. In Fällen mit hohem Feuchtigkeitseintrag und sehr niedrigeren Oberflächentemperaturen ist die Situation etwas kritischer – also lieber schon bei 65% Luftfeuchtigkeit lüften oder aktiv entfeuchten bzw. langfristig das Gebäude abdichten.
Welche einfachen Dämm- und Abdichtungsmaßnahmen würden Sie bei einem alten, ungedämmten Haus empfehlen?
Heizungsrohre und Dachboden dämmen (dazu gibt's eine eigene Aktion, siehe hier), Fensterdichtungen kontrollieren und ggfs. erneuern, Kellerdecke dämmen. Das sind alles recht einfache und kostengünstige Maßnahmen.
Fragen zum Thema beantworten die Profis unserer Energieberatung. Sie erreichen Sie am Energietelefon unter 05572 31 202-112 oder per E-Mail an energieberatung@energieinstitut.at.