Rückblick – 40 Teilnehmer aus den Bereichen Architektur, Haustechnikplaner, Bauphysik, Baubehörde, Energieagenturen folgten interessiert den Ausführungen der Referenten bei der 3. Session der Veranstaltungsreihe economicum. Besonderes Interesse fanden die nach jeden Vortrag stattfindenden Diskussionsrunden.

Am 16. Juni 2015 fand die 3. Session der Veranstaltungsreihe economicum im vai, Vorarlberger Architektur Institut in Dornbirn, statt.

Thema der dritten Session war der Vergleich verschiedener Konzepte zum Bau energieeffizienter Gebäude und von Bewertungssystemen für die energetische Qualität von Gebäuden in Herstellung und Betrieb. Vorgestellt wurden Wohngebäude, die nach verschiedenen Grundkonzepten wie Passivhaus, Sonnenhaus, Null- oder Plusenergiehaus oder mit low-tec-Ansätzen realisiert wurden. Neben den technischen Lösungen und Kosten wurden auch verschiedene Ansätze zur Bewertung der energetischen Gebäudequalität vorgestellt und diskutiert.

Arch. DI Helmut Krapmeier, Moderation

zeigte im Prolog, dass das erste Sonnenhaus 1936 vom M.I.T. errichtet wurde, gefolgt Anfang der 1990er Jahre von low-tech-Nullheizenergiehäusern und 100% Sonnenhäusern in der Schweiz, Passivhäusern , energieautarken Solarhäusern und Plusenergiehäusern in Deutschland.

Arch. DI Martin Ploss, Architekt und Projektleiter economicum
Überblick Energiekonzepte und Systeme zur Bewertung der energetischen Gebäudequalität

erklärte, warum und welche Bewertungssysteme notwendig sind, damit für die jeweilige Bauaufgabe die richtige Wahl für eines der energetisch/ökologischen Baukonzepte getroffen werden kann.

Dr.-Ing. Architekt Rainer Vallentin, Architekt aus München
Konzept I: Passivhaus – Neu | Neues Bewertungssystem und neue Passivhausklassen an Beispielgebäuden

erläuterte das neue Bewertungsssystem für Passivhäuser, das parallel zum bisherigen eingeführt wurde. Weil in naher Zukunft unsere gesamte Energieversorgung auf erneuerbaren Energien beruhen wird, sind auch angepasste Bewertungssysteme notwendig. Die bisherigen, eher politisch festgelegten Primärenergiefaktoren werden durch technisch bedingte Primärenergiefaktoren Erneuerbare, kurz PER (Primary Energy Renewable) ersetzt.

Ing. Dietmar Stampfer, Haustechnikplaner aus Salzburg
Konzept II: Sonnenhaus | Erläuterung am Beispiel eines Mehrfamilienhauses in Ingolstadt

erläuterte das Konzept „Sonnenhaus“ an einem Mehrfamilienhaus in Ingolstadt. Konkret wurde bei diesem Wohngebäude eine solare Deckungsrate von 70% für die Raum- und Warmwasserheizung erreicht.

Dr. Monika Hall, Institut Energie am Bau an der FH Nordwestschweiz
Konzept III: Nullenergie-/Plusenergiehaus/MinergieA | Beispiele und Erfahrungen aus der Schweiz

erläuterte das Bewertungssystem für die verschiedenen Klassen des Schweizer Minergie Standards: Minergie, Minergie-P, Minergie-A, Minergie eco. Sie zeigte, dass Verbrauch und Berechnung gut übereinstimmen, wenn die Rahmenbedingungen richtig gesetzt sind.

Arch. DI Georg Bechter, Architektur und Lichtdesign
Konzept IV: low-tec | Einfamilienhaus mit lastabtragenden Stroh-Wänden

plante für einen Menschen mit einer körperlichen Einschränkung einen Bungalow aus fast ein Meter dicken lastabtragenden Strohwänden. Das Haus wird nur mit einem zentral in der Gebäudemitte aufgestelltem Kachelofen beheizt. Trotz Verzicht auf die Wärmerückgewinnung einer mechanischen Wohnraumlüftungsanlage hat das Gebäude einen enorm geringen Energiebedarf und kann am Ende seiner Nutzungszeit zu einem erheblichen Anteil einfach kompostiert werden.

Ergebnisse der 3. economicum Session

Am Schluss besprachen die rund 40 Teilnehmer aus den Bereichen Architektur, Haustechnikplaner, Bauphysik, Baubehörde, Energieagenturen in kleinen Arbeitsgruppen welche Konsequenzen aus der 3. Session des economicum für die zukünftigen Bauprojekte gezogen werden sollten.

Die fachlichen Inhalte und Ergebnisse aus der 3. Session des economicum werden in einem separaten Themenband in den nächsten Monaten publiziert werden.