Netzwerktreffen in Vandans: Auch über den Tellerrand geschaut

Die Umsetzung von EED III, neue Anforderungen an Energiedaten und Monitoring kommunaler Gebäude sowie der Vorsorgecheck Naturgefahren und mehr - beim Netzwerktreffen in Vandans standen Anfang Oktober 2026 vielfältige Themen auf dem Programm, welche die realen Herausforderungen der e5-Gemeinden abbilden.

Energieinstitut Vorarlberg
Energielandesrat Markus Klien beim Austausch im e5-Netzwerk im Aktionsraum Naturgefahren Montafon in Vandans

Der neue Energielandesrat Markus Klien nutzte das Netzwerktreffen Anfang Oktober 2026 im Aktionsraum Montafon in Vandans, um sich mit den Mitgliedern des e5-Netzwerks über die nächsten Schritte auf dem Weg zur Energieautonomie Vorarlberg auszutauschen. „Die Gemeinden sind das Herzstück unserer Energieautonomie. Dort werden Gebäude saniert, erneuerbare Anlagen realisiert und auch Mobilität neu gedacht. Als Land schaffen wir die Voraussetzungen, bündeln Know-how und unterstützen mit klaren Rahmenbedingungen, Förderungen und Beratung – damit die Umsetzung in den Gemeinden zügig, praxistauglich und leistbar gelingt.“ Aus Sicht der Bürgermeister*innen betonte Standesrepräsentant und e5-Bürgermeister Daniel Sandrell die Bedeutung der praktischen Umsetzung und des Erfahrungsaustauschs. Bürgermeister Florian Küng berichtete über aktuelle Projekte und Entwicklungen in der Gemeinde Vandans.

Anforderungen an Gemeinden bei Energiedaten und Monitoring steigen

Ein zentrales Thema beim Netzwerktreffen war die Umsetzung der Energieeffizienzrichtlinie EED III in Vorarlberg und die Änderungen durch das Elektrizitätswirtschaftsgesetz. e5-Programmleiter Gregor Sellner informierte über neue Anforderungen und Unterstützungsangebote für Gemeinden, unter anderem die PV-Speicheraktion. Für die Kommunen bedeutet das unter anderem, Energieverbräuche systematischer zu erfassen, Einsparungen nachzuweisen und die Sanierung öffentlicher Gebäude stärker zu forcieren. Gleichzeitig steigen die Anforderungen an Energiedaten, Messkonzepte und das laufende Monitoring. Zu diesen Themen unterstützt das Energieinstitut Vorarlberg die e5-Gemeinden mit Beratung und Werkzeugen.

Mobilität im Montafon neu gedacht

Ein weiterer Schwerpunkt lag auf der Mobilität in der Tourismusregion Montafon. Neben dem Ausbau der Radwege und Verbesserungen im öffentlichen Verkehr untersucht die Region, wie automatisierte und hybride Fahrzeugflotten das bestehende Mobilitätsangebot sinnvoll ergänzen können. Valentina Bolter, Verantwortliche für Projektmanagement Regionalentwicklung Stand Montafon, informierte über den aktuellen Stand der Diskussion.

Aktionsraum Naturgefahren Montafon

Des Weiteren wurde von Projektleiterin Verena Beiser (Energieinstitut Vorarlberg) der Vorsorgecheck Naturgefahren vorgestellt, mit den Gemeinden ihre Klimarisiken gezielt erheben und sich systematisch auf Naturgefahren vorbereiten können. Passend dazu der Veranstaltungsort des Netzwerktreffens. Der Aktionsraum Naturgefahren Montafon ist eine dauerhafte Erlebnisausstellung in Vandans und vermittelt das Zusammenspiel von alpinen Naturgefahren, Klimawandel und Schutzwald. Bruno Winkler, Kurator der Ausstellung, nahm uns mit auf eine spannungsgeladene Reise. An interaktiven Stationen werden Phänomene wie Lawinen und Hochwasser anschaulich erklärt. Ein historischer Rückblick zeigt den Wandel hin zur modernen Wildbach- und Lawinenverbauung. Das Herzstück der Ausstellung ist ein digitales 3D-Geländemodell des Montafons für virtuelle Simulationen. Dabei wird die Funktion des Waldes als natürliches Schutzschild für das Tal besonders hervorgehoben. Das 2025 eröffnete Vermittlungszentrum wurde für sein innovatives Konzept sogar mit dem internationalen Schutzwaldpreis Helvetia 2026 ausgezeichnet.

Evaluierung wichtiger Themen für Gemeinden

Welche Themen für die e5-Gemeinden von besonderem Interesse sind, wurde im Nachgang mittels einer Befragung evaluiert - meist genannt wurden beispielsweise die EED-III-Richtlinie, Lastmanagement, die Speicher-Nachrüstaktion sowie die Vermeidung sommerlicher Überhitzung von Gebäuden.

veröffentlicht 29.10.2026